Vor gut einem Jahr habe ich mein Balkonkraftwerk um einen Speicher ergänzt, um möglichst wenig Energie ungenutzt zu lassen. Die Anker Solix E1600 Pro bot damals eine angenehme Erfahrung: schnelle Einrichtung, intuitive App und einen Stromfluss, der sich dank Smart Meter beinahe in Echtzeit meinem Verbrauch anpasste.
Jetzt kommt mit der Solix E2700 Pro der Nachfolger – mehr Leistung, mehr Anschlussmöglichkeiten, mehr Intelligenz. Ich konnte das neue Modell vorab testen. Für ein abschließendes Urteil ist es zwar noch zu früh, doch meine ersten Eindrücke will ich euch nicht vorenthalten.
Was ist das für ein Speicher und was ist neu?
Die Solix E2700 Pro (oder auch Solarbank 3 Pro) ist ein modular erweiterbarer Speicher für euer Balkonkraftwerk. Bis zu fünf Zusatzakkus lassen sich andocken – das Prinzip ist gleich geblieben, aber in fast allen Punkten wurde aufgestockt. Wer mag, kann hier nachlesen, wie mir der Vorgänger gefiel:
Das ist neu: Die Solarbank 3 Pro legt in Sachen Kapazität, Leistung und Flexibilität ordentlich zu. Sie ist nur drei Zentimeter höher als das alte Modell, speichert aber mit 2.688 Wattstunden satte 68 Prozent mehr Energie. Mit den kompatiblen Zusatzakkus (auch die der E1600-Serie!) sind über 16,1 kWh Gesamtkapazität möglich.
Und: Bis zu acht Solarmodule lassen sich nun anschließen. Die Eingangsleistung wächst von 2.400 auf 3.600 Watt, unterstützt werden außerdem dynamische Stromtarife – und ein cleverer KI-Assistent soll dafür sorgen, dass der Strom dann fließt, wenn es sich lohnt.
Hier die wichtigsten Neuerungen im Detail
Mehr Power fürs Balkonkraftwerk
- Eingangsleistung: Bis zu 3.600 Watt
- AC-Leistung: Bis zu 1.200 Watt (in DE sind aktuell 800 Watt erlaubt – man ist so aber schon für eine mögliche Zukunft gerüstet)
- Speicherkapazität: 2.688 Wh pro Modul – erweiterbar auf bis zu 16 kWh
- Anzahl anschließbarer Module: Bis zu 8 Solarpanels
- Erweiterbarkeit: Zukünftig Parallelbetrieb mit bis zu 64,5 KwH möglich
Das heißt konkret: Schon jetzt könnt ihr den Speicher mit 800 Watt Einspeisung als Ergänzung nutzen – etwa zur bestehenden PV-Dachanlage. Sollte die gesetzliche Grenze angehoben werden, lässt sich die Leistung einfach per Update freischalten.
Spannend: Anker arbeitet an einem Feature für den Parallelbetrieb mehrerer Systeme. In Zukunft sollen so bis zu 64,5 kWh Kapazität und 4,8 kW Leistung parallel möglich sein.
Dynamische Stromtarife + Nord Pool
Der Speicher kann nicht nur Solarstrom aufnehmen, sondern bei Bedarf auch gezielt Strom aus dem Netz beziehen. Das wird in Kombination mit dynamischen Stromtarifen interessant: In der App sollt ihr festlegen können, dass der Speicher nachts bei günstigen Preisen lädt und tagsüber bei teuren Preisen entlädt – etwa im Winter oder an grauen Tagen.
Mit Nord-Pool-Anbindung sollen künftige Strompreise sogar prognostiziert werden, um den idealen Ladezeitpunkt automatisch zu ermitteln. Das würde den Speicher auch bei schlechtem Wetter rentabel machen.
KI für optimiertes Energiemanagement
Besonders spannend ist meiner Meinung nach auch die neue Anker Intelligence
. Das ist eine neue Funktion, die laut Hersteller:
- euren Stromverbrauch analysiert
- Wetterdaten einbezieht
- Lade- und Entladezyklen automatisch optimiert
- auf Wunsch mit dynamischen Stromtarifen interagiert
Das Versprechen: In Kombination mit dem Smart Meter und den Anker Smart Plugs soll das System selbstständig erkennen, wann Strom günstig ist oder überschüssige Energie sinnvoll im Haushalt verwendet werden kann.
Theoretisch bietet die KI-Integration vor allem mit einem dynamischen Stromtarif ein starkes Einsparpotenzial. Stellt euch vor, heute brennt die Sonne bei wolkenlosem Himmel und morgen soll es ganztägig bewölkt sein:
- Ohne KI: Die produzierte Energie fließt in den Akku, bis dieser voll aufgefallen ist. Überschüssige Energie wandert ins Stromnetz – und ist somit verloren. In der Nacht würde sich der Speicher entleeren, sodass ihr am nächsten (bewölkten Tag) euren Strom komplett vom Netz beziehen müsst, was bei einem dynamischen Tarif kostspielig sein kann.
- Mit KI: Aufgrund der Wettervorhersage würde sich die Solarbank 3 Pro nachts, wenn der Strom am günstigsten ist, mit Strom vom Netz voll aufladen, um am Tag, wenn der Preis am höchsten ist, genügend Saft für eure Hausversorgung zu haben.
Leider konnte ich ausgerechnet diese Funktion noch nicht ausprobieren. Dafür reichte die Zeit bislang nicht aus. Anbei aber schon mal meine Eindrücke zu Aufbau, Einrichtung und App-Nutzung.
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Erste Eindrücke: Aufbau & Nutzung nach 10 Tagen
Was habe ich ausprobiert? Ich habe die Solix E2700 Pro direkt nach dem Launch in Betrieb genommen – inklusive Smart Meter, das für das intelligente Energiemanagement verpflichtend ist, sowie einige smarte Steckdosen. Die KI-Funktionen sowie den dynamischen Stromtarif konnte ich wie gesagt noch nicht ausprobieren.
Einfache Einrichtung in wenigen Minuten
- Das Plug-&-Play-Prinzip funktioniert wie versprochen: Akku auspacken, mit Solarmodulen verbinden und ans Stromnetz stöpseln: Das war es fast schon. Da der Wechselrichter integriert ist und die Solarkabel nur in vorgegebene Stecker passen, könnt ihr kaum etwas falsch machen.
- Bedenkt jedoch: Die Powerstation muss für die App-Einrichtung in WLAN-Reichweite sein. Da mein Akku in der entfernten Garage liegt, habe ich mir damals Internet via Powerline-Adapter in die Garage geholt.
- Wollt ihr die Powerstation mit einem Solix-Zusatzakku erweitern, müsst ihr lediglich die unteren Gummistopfen der Solarbank entfernen und auf den Akku draufsetzen. Cool: Die Erweiterungsakkus der bisherigen Solarbank 2 sollen in Zukunft kompatibel mit der Solarbank 3 Pro sein und vice versa. Habt ihr also bereits Erweiterungsakkus, könnt ihr sie weiter nutzen.
- Die App-Einrichtung ist super einfach: Kaum ins WLAN eingewählt, wird der Akku auch schon als Gerät erkannt, gekoppelt und mit der neuesten Firmware versorgt. Auf diese Weise füge ich auch das Smart Meter sowie die Smart Plugs meinem System hinzu.
- Apropos: Das (optionale) Smart Meter von Anker muss aus Sicherheitsgründen von einem Elektriker im Stromkasten installiert werden. Ich hatte bereits ein Smart Meter von Anker im Einsatz. Ihr könnt übrigens auch einen Shelly (Pro) 3EM verwenden, solltet ihr auf dieses System setzen.
Jeder Stecker passt nur dort rein, wo er hingehört – ihr könnt beim Anschluss kaum etwas falsch machen.
Optisch gibt es übrigens nahezu keine Unterschiede: Die Solarbank 3 Pro ist rund drei Zentimeter höher als der Vorgänger, ansonsten gleichen sie sich wie Zwillinge. Das ist aber nicht schlimm, denn Design und Verarbeitung sind meiner Meinung nach bereits top.
Gewohnt starke App
- Verbrauchsdaten, Energieproduktion, Akkuwerte, Einstellungen und mehr: Die Anker-App bietet zig Funktionen, bleibt aber trotzdem angenehm übersichtlich und intuitiv. Ich muss nie lange nach einer Option suchen.
- Dank des Smart Meters sehe ich meine Daten zum Verbrauch, Ladung und Netzbezug beinahe in Echtzeit und es gibt nie einen Hänger.
- Ich nutze die App bereits seit über einem Jahr und habe kaum etwas auszusetzen. Sie bietet Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresauswertungen und informiert per Push-Mitteilung über Fehler.
Die App ist gewohnt übersichtlich, intuitiv und schick gestaltet. Links: Die Übersicht zeigt euch euren aktuellen Verbrauch, Ertrag und Einspeisung in Echtzeit. Rechts: In den Einstellungen könnt ihr gezielt Daten (etwa vom Smart Plug) einsehen oder bei Bedarf ein Verbrauchszenario festlegen.
Preise und Verfügbarkeit
Die Anker Solix Solarbank 3 Pro kann ab dem 8. April 2025 mit Vorregistrierung für 1.499 Euro (UVP) bei Anker und ausgewählten Händlern vorbestellt werden. Bis zum 28. April könnt ihr euch einen 20-Prozent-Rabatt sichern. Zudem soll es ein Smart Meter kostenlos dazugeben. Die genannten Features sollen bis zum Start Ende April verfügbar sein.
Einschätzung zum Preis: Die Preise bei Balkonkraftwerkspeichern sind gerutscht, mittlerweile gibt's die Solarbank 2 Pro von Anker für etwa 1.100 Euro – letztes Jahr wurden noch 1.700 Euro fällig. Bei der Konkurrenz wie EcoFlow sind die Speicher der Delta-Serie ebenfalls zwischen 1.000 bis 1.200 Euro vertreten (im Sonderangebot). Der Preis der neuen Solarbank 3 Pro scheint mir daher fair.
Erstes Fazit zur Solarbank 3 Pro
Auch ohne die KI gesehen zu haben, kann ich bereits sagen: Die neue Solix E2700 Pro dürfte sich für alle lohnen, die mit dem Gedanken über einen Speicher spielen – vor allem, wenn ihr größer denken wollt.
Der neue Akku hat eine größere Kapazität und mehr Leistung. Zudem lassen sich bis zu acht Solarmodule anschließen und die angekündigte Parallelschaltung erhöht die maximale Leistung noch einmal immens. Sollte die erlaubte Grenze von 800 Watt Einspeisung angehoben werden, lässt sich das System leicht per Update aufrüsten.
Es ist in meinen Augen daher zukunftssicherer als die E1600 Pro. Allerdings heißt das nicht, dass der Vorgänger automatisch obsolet ist. Es hängt immer von euren individuellen Bedürfnissen ab.
Habt ihr genügend Platz für Solarmodule und ausreichend Sonne, um den Speicher überhaupt voll aufladen zu können? Wollt ihr eher ein kleines Kraftwerk oder in Zukunft die Möglichkeit für ein größeres Upgrade? Wenn Letzteres, bietet sich die neue Solarbank 3 Pro an.
So geht's weiter
Mein ausführlicher Erfahrungsbericht mit Fokus auf KI-Funktionen, Alltagstauglichkeit und Energieeinsparung folgt in rund vier Wochen.
Fragen, die ich in meinem Langzeittest (nach 30 Tagen) beantworten will:
- Wie gut prognostiziert die KI den Energiebedarf anhand von Wetter und Verbrauch?
- Wie effektiv steuert sie die Smart Plugs im Alltag (z. B. E-Bike, Ladegeräte)?
- Wie stark sinkt die Netzeinspeisung durch das intelligente Energiemanagement?
- Wie flexibel ist das System bei spontaner Last (z. B. Kochen, Staubsaugen)?
Solltet ihr noch Fragen für den finalen Test haben: Schreibt sie gern in die Kommentare.



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