Raytracing gilt inzwischen fast als Pflichtausstattung moderner AAA-Spiele. Ob Reflexionen auf spiegelnden Oberflächen oder realistische Lichtbrechungen, kaum ein Blockbuster verzichtet heute noch auf diese Technik.
Battlefield 6 jedoch bricht bewusst mit diesem Trend. Das Entwicklerteam hat sich klar gegen Raytracing entschieden. Der Grund ist simpel: Performance und Stabilität stehen an erster Stelle.
Während andere Studios versuchen, grafische Benchmarks zu setzen, verfolgt EA respektive die daran beteiligten Entwicklerstudios DICE, Ripple Effect, Criterion Games und Motive Studios mit Battlefield 6 einen pragmatischeren Ansatz.
Wir wollten ein Spiel schaffen, das auf möglichst vielen Systemen läuft - von High-End-PCs bis hin zu schwächeren Maschinen
, erklärt Christian Buhl, Technical Director von Battlefield 6, im Interview mit GameStar.
Raytracing hätte diesen Anspruch konterkariert, da es selbst auf aktueller Hardware zu massiven Leistungseinbußen führen kann. Stattdessen floss die Energie in Optimierungen der Engine, Tests auf unterschiedlichsten Hardwareklassen und Anpassungen in besonders kritischen Kartenbereichen. Das Ergebnis: Laut den Entwicklern läuft das Spiel auf einer erstaunlich breiten Palette an Konfigurationen stabil.
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Reicht das wirklich, Battlefield 6?
Zerstörung mit System - mehr, aber anders
Ein weiterer Schwerpunkt von Battlefield 6 ist die Zerstörung. Die Serie war schon immer für ihre spektakulären Explosionen und Zerstörungen bekannt, doch diesmal geht das Team noch einen Schritt weiter: Es gibt mehr zerstörbare Elemente als jemals zuvor. Häuserwände, Barrikaden oder ganze Gebäude(teile) lassen sich aufsprengen, wodurch neue Routen entstehen oder Gegner clever in die Zange genommen werden können.
Die Zerstörung ist damit stärker ins Gameplay eingebettet und bietet den Spielern deutlich mehr taktische Möglichkeiten.
Der Unterschied zu früheren Teilen wie Battlefield 4 oder Battlefield V liegt jedoch in der technischen Umsetzung. Während dort vieles physikbasiert dynamisch zerfiel, setzt Battlefield 6 überwiegend auf prebaked
Zerstörung. Das bedeutet: Die Effekte sind vorab berechnet und in klar definierte Bahnen gelenkt.
Der Vorteil liegt in der Performance: Auch schwächere Systeme sollen die spektakulären Szenarien ohne FPS-Einbrüche darstellen können. Ganz verschwunden ist die Variation aber nicht, kosmetische Unterschiede sorgen weiterhin für Abwechslung, doch die Richtung bleibt kontrolliert. Im Ergebnis fühlt sich die Zerstörung größer und wuchtiger an, ohne unberechenbar zu werden.
Mammutaufgabe Studio-Koordination
Neben den technischen Entscheidungen war Buhl zufolge vor allem die Organisation eine Herkulesaufgabe. Erstmals arbeiteten vier Studios von Anfang an parallel am Projekt - weltweit verteilt.
Während bei früheren Battlefield-Spielen externe Teams nur punktuell aushalfen, mussten sich nun alle Beteiligten permanent abstimmen. Ein Balanceakt über Zeitzonen hinweg, den der Technical Director als größte Herausforderung bezeichnet.
Um die Qualität zu sichern, finden täglich Playtests statt, unterstützt von tonnenweise
Testfarmen. Besonders stolz sind die Entwickler auf die positiven Ergebnisse der Open Beta, die zeigten: Der Fokus auf Stabilität und Performance zahlt sich aus.
Ein Spiel mit Bodenhaftung
Battlefield 6 zeigt, dass technischer Fortschritt nicht immer in der Jagd nach den glänzendsten Effekten liegen muss, obwohl auch der neueste Serienableger die Messlatte beim Look wieder etwas höher legt.
Stattdessen setzt das Spiel auf Bodenhaftung: flüssige Framerates, verlässliche Stabilität und durchdachtes Gameplay. Für Spieler mit unterschiedlichen PC-Konfigurationen ist das eine gute Nachricht. Denn egal, ob mit High-End-Rig, Mittelklasse-Hardware oder Einsteiger-System - der Shooter soll überall eine robuste Erfahrung bieten.
Dass dafür auf Raytracing verzichtet wird, mag manche überraschen. Doch in einer Serie, die seit jeher für ihre großflächigen Schlachten, taktischen Möglichkeiten und bombastischen Zerstörungen steht, dürfte das nur ein Nebenkriegsschauplatz sein.

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