Wie lange träumen wir schon davon, zu den Sternen zu fliegen, fremde Wesen zu treffen oder Androiden zu bauen, die uns die Arbeit abnehmen? Vieles davon haben wir erreicht, manches nur in fiktiven Geschichten.
Die fünf Sci-Fi-Filme in diesem Artikel sind nicht nur beliebt, sondern in ihren Kernthemen auch noch besonders realistisch.
Auf geht’s!
Contact (1997)
Die Geschichte dreht sich um die Astronomin Dr. Ellie Arroway, gespielt von Jodie Foster, die die Existenz von außerirdischem Leben beweisen will. Nachdem sie im Rahmen des SETI-Projekts ein mysteriöses Signal empfängt, das Baupläne für eine Maschine enthält, mit der man durch den Raum reisen kann, rücken ihr die Behörden und die Kirche zuleibe.
»Contact« basiert auf dem Buch des berühmten Astronomen Carl Sagan – und das ist der Grund, warum der Film so akkurat ist. Die Fachsprache stammt von echten Wissenschaftlern und auch die Kontaktaufnahme mit Außerirdischen ist wesentlich weniger aufregend, als uns das so manch anderer Film weismachen will.
Nach Ansicht vieler Astronomen ist »Contact« auch dem Ethos und der Methodik des SETI-Instituts, das die Existenz außerirdischer Intelligenz beweisen will, auffallend treu.
Für den nächsten Eintrag bleiben wir bei Aliens.
Arrival (2016)
Außerirdische sind an zwölf verschiedenen Orten auf der Welt gelandet. Das Problem: Sie kommunizieren auf einem Weg, den die Menschen nicht verstehen. Um mit ihnen Kontakt aufzunehmen, wird Linguistin Louise Banks (Amy Adams) konsultiert, um der Regierung zu helfen, die Sprache der Außerirdischen zu übersetzen.
Bei »Arrival« sticht vor allem die Sprachkomponente heraus. Die Chance, dass Aliens sich mit einer uns bekannten Sprache verständigen – so sie denn jemals hier landen werden –, ist gleich null.
Dennoch nutzt der Film reale Konzepte aus der Linguistik, die mithilfe von Experten erarbeitet wurden. »Arrival« schafft es also, die Dekonstruktion einer fremden Sprache und die Grundlagen der Kommunikation unterhaltsam aufzuarbeiten.
Erwähnt sei auch, dass die künstliche Schwerkraft im Alien-Raumschiff sowie deren eigene Atmosphäre erstaunlich akkurat sind.
Um die Darstellung von Zeit und Raum geht es im nächsten Film.
Interstellar (2014)
Die Erde wird langsam unbewohnbar. Um einen neuen Planeten zu finden, auf den die Menschheit übersiedeln kann, rekrutiert die Regierung den ehemaligen NASA-Pilot Joseph Cooper (Matthew McConaughey). Der soll ein Team aus Experten anleiten und durch Wurmlöcher drei mögliche Planeten in Augenschein nehmen.
Eines macht Christopher Nolans Film besonders: Die Darstellung von Licht, das sich innerhalb eines Schwarzen Lochs krümmt, auch Gravitationslinseneffekt genannt. Je nach Annäherungswinkel krümmt sich das Licht und verpasst dem Loch einen Schein oder Halo-Effekt.
Ebenfalls akkurat: »Interstellar« zeigt, wie die Zeit langsamer vergeht, wenn man sich zu nahe an der Schwerkraftquelle eines großen Objekts befindet, als es für Menschen auf der Erde der Fall wäre. Bekannt ist die Szene, als Cooper und sein Team nach nur wenigen Minuten auf der Oberfläche eines Planeten ins Schiff zurückkehren und plötzlich 23 Jahre vergangen sind.
Kip Thorne ist theoretischer Physiker und Nobelpreisträger – und Produzent des Films. Daher hat »Interstellar« seine wissenschaftliche Genauigkeit.
Als Nächstes geht es um einen Film, der seiner Zeit weit voraus war.
2001: Odyssee im Weltraum (1968)
Wissenschaftler finden einen bizarren Monolithen auf der Mondoberfläche, der ein rätselhaftes Signal ins All sendet. Jahre später wird ein Team von Astronauten und der Supercomputer HAL9000 auf eine Reise zum Jupiter geschickt. Plötzlich gerät die Mission in Gefahr, als sich HAL gegen das Team stellt.
Stanley Kubricks Sci-Fi-Epos gilt für viele heute als bester Sci-Fi-Film aller Zeiten und war seiner Zeit überraschend weit voraus. Der Film schaffte es, 1968 viele wissenschaftliche Fortschritte vorherzusagen, beispielsweise eine Aktentasche mit Telefonhörer und Wählscheibe, die einem Handy schon sehr nah kam.
Ebenfalls interessant: Die Astronauten waren keine Helden, wie man es aus der damaligen Zeit vorrangig aus Comics kannte. Und, ach ja, HAL spielte Schach, und zwar 30 Jahre bevor IBMs Deep Blue gegen den mehrfachenn Weltmeister Garri Kasparow gewann.
Tatsachen wie das Fehlen von Geräuschen im Weltraum, die Darstellung der Schwerelosigkeit und sogar die Konstruktion des Raumschiffs Discovery One beruhen auf echten wissenschaftlichen Studien und Erfahrungen – und das, bevor der erste Mensch überhaupt den Mond betreten hatte.
Der letzte Film spielt auf der Erde und ist heute erschreckend realistischer als alle anderen Filme im Artikel.
Her (2013)
Der introvertierte Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) trauert noch immer um seine zerbrochene Ehe. Infolgedessen lädt er sich ein Betriebssystem mit einer eingebauten KI herunter, die alle seine Bedürfnisse erfüllen soll. Schließlich verliebt sich Theodore in die künstliche Intelligenz, die sich selbst Samantha (Scarlett Johansson) genannt hat.
Eigentlich muss man zu »Her« nicht mehr viel sagen. KI ist das Thema des vergangenen Jahres, der Film hat es vor über zehn Jahren bereits beeindruckend dargestellt und fast schon vorausgesagt.
»Her« trifft mit seiner Erzählung genau die richtigen wissenschaftlichen Töne. Der Film wird von Informatikern dafür gelobt, dass er KI glaubhaft menschlich und liebenswert darstellt.
Quasi vor unseren Augen ist »Her« zur Realität geworden. Der erste Mensch heiratet ein Hologramm und genau wie Samantha im Film, werden selbst KI-Partnerinnen und -Partner toxisch.
Auch erstaunlich realistisch: Ein japanisches Start-up macht Mechas wie in Anime und Comics zur Wirklichkeit.
In »It Follows« nutzt jemand eine Muschel zum Lesen, dabei kann das Gadget noch sehr viel mehr.
Eines ist klar: Sci-Fi-Filme sollen in erster Linie unterhalten und das tun sie alle in diesem Artikel. Es ist jedoch erstaunlich, wie ernst so mancher Film die Wissenschaft nimmt.
Welcher Sci-Fi-Film hat euch schwer beeindruckt? Welche Filme oder Serien sollen wir mal unter die Lupe nehmen? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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