Wenn es um die besten und ikonischsten Maps von Battlefield 4 geht, wird man vielleicht über Siege of Shanghai reden, über Caspian Border oder vielleicht sogar Operation Locker. An Golmud Railway werden wohl eher wenige Fans denken. Trotzdem kehrt in der dritten Season von Battlefield 6 ausgerechnet diese Karte als Remake zurück.
Ich durfte jetzt ein paar Stunden auf der Neuauflage von Golmud Railway verbringen und merke erst jetzt wieder richtig, was ich eigentlich in Battlefield 6 vermisst habe.
Die größte Schwäche von Battlefield 6
Ich spiele Battlefield 6 seit dem Release und habe Diskussionen über Skins, Menüführung, Freischaltungen, Waffen- und Fahrzeugbalance, Communityserver, den Netcode und vieles mehr verfolgt. In fast allen Fällen steckten echte Probleme hinter den Sorgen der Fans, viele davon sind die Entwickler bereits angegangen.
Mit all dem konnte und kann ich mich aber arrangieren, denn im Kern ist Battlefield 6 ja ein guter Shooter und auch ein gutes Battlefield, oder? Je länger ich spiele, desto deutlicher wird mir aber das eine große Problem, das ich mit dem neuesten Teil der Shooter-Reihe habe: Die Maps.
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Über ein halbes Jahr nach dem Release lässt die Karten-Auswahl in Battlefield 6 immer noch zu wünschen übrig. Zwar gibt es großartige Schlachtfelder wie Mirak Valley und Siege of Cairo, aber eben auch fast unfertig wirkende Maps wie Blackwell und New Sobek. Sogar Dice selbst gibt das indirekt zu und hat kleinere Reworks für beide Karten angekündigt.
Was aber vollkommen fehlt: Wirklich große Karten, die jede Menge Platz für Flug- und Panzermanöver bieten. Die Maps von Battlefield 6 sind durchgehend deutlich kleiner als fast alles, was ich aus den Vorgängern kenne. Und dadurch spielt sich Battlefield 6 auch anders als seine Vorgänger: Ich stolpere von einem Feuergefecht ins nächste und die Eroberungspunkte sind meistens nur einen kurzen Sprint voneinander entfernt. Flanken werden oft von den eng gesetzten Kartengrenzen unmöglich gemacht.
Blühende Wiesen und schneebedeckte Berge
Jetzt habe ich drei Stunden lang die neue, alte Karte Railway to Golmud gespielt. Und nach der ersten Runde mit dem Remake von Golmud Railway aus Battlefield 4 habe ich gemerkt: So sollte sich ein Battlefield anfühlen!
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Eigentlich ist es ganz simpel: Railway to Golmud ist groß, richtig groß. Auf der Karte gibt es sieben Eroberungspunkte, wie in der Vorlage. Generell ist die Neuauflage ziemlich nah am Original dran. Es gibt deutlich mehr Details und nicht jedes Gebäude sieht eins zu eins so aus wie in Battlefield 4. Aber die grundsätzliche Struktur, die Eroberungspunkte und vor allem das Spielgefühl unterscheiden sich kaum.
Das allein sorgt dafür, dass sich drei Stunden auf Golmud für mich mehr nach Battlefield anfühlen, als die 150 Stunden, die ich davor in Battlefield 6 verbracht habe. Hier spielt sich eben alles so, wie es sich für die Shooter-Reihe eigentlich gehört:
- Fahrzeuge sind reichlich vorhanden. Jedes Team hat von Anfang an drei schwere und drei leichte Panzer, dazu kommen natürlich noch Jeeps, Motorräder, Helikopter und Jets. Beim Erobern mancher Punkte spawnen außerdem noch zusätzliche Panzerfahrzeuge und Helis.
- Die Kartengrenzen sind großzügig gesetzt. Die Map endet nicht direkt neben den Eroberungspunkten und lässt mir Platz für weite Flankenmanöver, Panzerschlachten und Gefechte in der Luft. Es lohnt sich, ungepanzerte Fahrzeuge für die Fahrt zum nächsten Ziel zu benutzen, weil ich zu Fuß recht lange unterwegs bin.
- Viel Zerstörung: Die meisten Gebäude auf der Karte können zumindest zum Teil mit Sprengstoff und schweren Geschützen zerlegt werden.
- Mit dem fahrenden Zug als Eroberungspunkt gibt es auch eine spielerische Besonderheit: Im Original bestand der nur aus einer Lok, jetzt gibt es aber mehrere beladene Wagen, auf denen ich mich verschanzen kann. Zerstörbar sind die aber nicht.
Statt der oft sehr komprimierten Schlachten von Battlefield 6 gibt es auf Golmud wieder Gefechte auf großem Raum, mit Atempausen und viel Platz. Und das fühlt sich verdammt gut an.
Railway to Golmud ist aber auch optisch eine willkommene Abwechslung: Bei den bisherigen Karten gab es oft schwere Farbfilter, die Maps wie etwa Iberian Offensive sehr grau erscheinen ließen. Auf Golmud erstrahlen die Mohnfelder dagegen in leuchtenden Farben, zusammen mit den hohen Gipfeln im Hintergrund ist die Karte dadurch deutlich schöner als etwa ein New Sobek.
Battlefield-Karten dürfen meiner Meinung nach nämlich auch hübsch aussehen oder zumindest beeindrucken. Ich denke da an Ballroom Blitz aus Battlefield 1, Rogue Transmission aus Battlefield 4 oder Arras aus Battlefield 5. Battlefield 6 setzt mir bisher zu viele Baustellen und zu wenige interessante Locations vor, Golmud ist hier ein Schritt in die richtige Richtung.
Season drei startet mit Railway to Golmud am 12. Mai 2026. Die Karte ist natürlich aber noch nicht alles, was in der Season steckt. Wir bekommen ein weiteres Map-Remake vom Battlefield-3-Klassiker Grand Bazaar, außerdem vier neue Waffen, Ranglistenspiele für Redsec und diverse zeitbegrenzte Modi. Die vollständige Übersicht zur Season ist oben im Kasten verlinkt.
Ich hoffe wirklich, dass es Battlefield 6 mit den nächsten drei Seasons gelingt, das Ruder herumzureißen und die Fans wieder zu begeistern. Zum ersten Mal bin nämlich auch ich wieder richtig aufgeregt: Neben einem Serverbrowser wird es bald Wasserkarten geben und in Season 5 sollen sogar drei neue Maps kommen. Bisher ist Railway to Golmud nicht viel mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber vielleicht bin ich am Ende des Jahres richtig zufrieden mit dem Shooter.
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