Benchmarks zu neuer AMD-Grafikkarten zeigen, wo Nvidia aufholen muss

Die Radeon RX 6700 XT soll es trotz deutlich weniger Kernen mit der Geforce RTX 3070 aufnehmen können, wie neue Benchmarks unterstreichen. Geht das?

von Alexander Köpf,
11.03.2021 10:54 Uhr

Die Radeon RX 6700 XT taktet nominell mit bis 2.600 MHz, die RTX 3070 erreicht um die 2.000 MHz. Die Radeon RX 6700 XT taktet nominell mit bis 2.600 MHz, die RTX 3070 erreicht um die 2.000 MHz.

Vor etwas mehr als einer Woche hat AMD die Radeon RX 6700 XT vorgestellt. Wie auf einer Präsentation üblich, wurden einige Benchmarks gezeigt. Demzufolge soll der jüngste Spross auf Basis des Navi-22-Chips in WQHD-Auflösung (1440p) nicht nur deutlich schneller sein als Nvidias Geforce RTX 3060 Ti, sondern in vielen Spielen sogar die RTX 3070 übertreffen.

Ein Chart des bekannten Hardware-Leakers und Twitter-Nutzers @harukaze5719 unterstreicht das nun: Er will unter anderem Benchmarks in Doom Eternal und Shadow of the Tomb Raider angefertigt haben. Im Vergleich zur RTX 3060 Ti schneide die RX 6700 XT demnach wie folgt ab:

  • Doom Eternal: fünf Prozent mehr FPS
  • Shadow of the Tomb Raider: drei Prozent mehr FPS

Auf Augenhöhe mit RTX 3070 trotz deutlich weniger Kernen

Im Durchschnitt aus mehreren Spielen, darunter die beiden oben genannten, soll die RX 6700 XT jedoch acht Prozent schneller sein als die RTX 3060 Ti und einen Prozentpunkt vor der RTX 3070 liegen:

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Die RX 6700 XT zeigt dabei einmal mehr, dass die Zahl der Rechenkerne nur bedingt Aufschluss über die Performance gibt. Die RTX 3070 ist mit 5.888 CUDA-Recheneinheiten bestückt, während die RX 6700 XT mit 2.560 AMD Stream-Prozessoren auskommt.

Rechenkerne, Shader, Teraflops und Co.

Sowohl CUDAs als auch Stream-Prozessoren sind sogenannte frei programmierbare Shader-Recheneinheiten. Da sich Mikroarchitekturen zwischen den Generationen und zwischen zwei Herstellern ohnehin stark unterscheiden, lässt sich die Zahl der Kerne nicht wirklich sinnvoll vergleichen.

Einen Anhaltspunkt für die rohe Rechenleistung gibt es in Form der Teraflops (TFLOPs), also der Fließkommaoperationen pro Sekunde, die sich aus Rechenkernen mal Taktrate mal zwei zusammensetzen. Die Aussagekraft mit Blick auf die Performance in Spielen hält sich allerdings ebenfalls in Grenzen.

Die Taktrate macht's

Interessant ist, dass die RX 6700 XT mit weit weniger als der Hälfte der Rechenkerne auf das Leistungsniveau der RTX 3070 kommt. Auch wenn unabhängige Tests noch nicht vorliegen, ist anzunehmen, dass sich die RX 6700 XT in etwa in diesem Bereich einpendeln wird. Grund hierfür ist die enorm hohe Taktraten, die AMD der RX 6700 XT spendiert:

In der Spitze taktet der Navi-22-Chip nominell mit bis zu 2.581 MHz. Der Boosttakt der RTX 3070 wird mit 1.730 MHz angegeben, ist jedoch als gesichertes Minimum zu verstehen. Die Reise geht eher in Richtung 2.000 MHz, abhängig von der Güte des Chips. Zwischen 2.000 und 2.600 MHz liegen nicht nur viele Hertz, sondern auch der Grund, warum AMD in Sachen Performance zu Nvidia aufschließen konnte.

AMD gegen Nvidia - So stark ist die Radeon RX 6800 XT im Vergleich mit der RTX 3080 12:40 AMD gegen Nvidia - So stark ist die Radeon RX 6800 XT im Vergleich mit der RTX 3080

Was heißt das nun für Nvidia?

Der nächste Schritt in der Entwicklung von Spielergrafikkarten bei Nvidia kann daher eigentlich nur sein, die Taktrate ordentlich aufzudrehen. Denn die Zahl der Rechenkerne wurde mit den Ampere-Grafikkarten (RTX 3000) bereits drastisch erhöht.

Nvidia hat dafür einen deutlichen Vorsprung bei Technologien wie der Echtzeitstrahlenberechnung Raytracing und dem KI-Upscaler DLSS. AMD brachte mit der RX-6000-Reihe zwar ebenfalls hardwareseitiges Raytracing, Nvidia liefert hier insgesamt jedoch noch die besseren Ergebnisse. Ein DLSS-Pendant von AMD in Form von FidelityFX Super Resolution ist zwar angekündigt, lässt aber wohl noch eine Weile auf sich warten.

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