Als ich meine ersten Stunden in Street Fighter verbracht habe, dachte ich noch, ein Controller sei ein Controller: Hauptsache, er funktioniert.
Doch je tiefer ich in die Welt der Fighting Games eingetaucht bin, desto mehr habe ich gemerkt, wie sehr das Eingabegerät den Spielstil und die Präzision beeinflussen kann.
Heute weiß ich: Es gibt nicht den einen perfekten Controller, sondern viele verschiedene, die je nach Spielweise ihre Stärken ausspielen.
Hier stelle ich euch die verschiedenen Controller vor, die ihr auf dem Schirm haben solltet, wenn ihr euch genauso wie ich gerne virtuell prügelt.
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16.11.2025: Ich habe zwei weitere Controller hinzugefügt:
- Der Victrix Pro BFG ist ein Gamepad, das per austauschbaren Modulen auch in ein Fightpad verwandelt werden kann – in ein richtig gutes!
- Der Corsair Novablade Pro ist mein neuer Favorit. Ein kabelloser All-Button-Controller mit den besten Tasten, mit denen ich je gespielt habe.
Mein persönlicher Favorit
Am liebsten greife ich aktuell zum Corsair Novablade Pro. Dabei handelt es sich um einen All-Button-Controller. Nicht nur ist er einer der wenigen, die kabellos sich mit PC und PS5 verbinden können, er besitzt auch unglaublich zufriedenstellende Tasten mit Rapid-Trigger-Funktion (das macht ihn präziser und schneller bei den Eingaben). Außerdem ist er sehr hochwertig verarbeitet und kompakt.
Standard-Gamepads: Selbst Profis nutzen sie
Um Fighting Games genießen zu können, muss auf gar keinen Fall ein Spezial-Controller gekauft werden. Selbst ein Profi wie SonicFox hat große Turniere, wie etwa EVO Las Vegas, mit einem Dualshock 4 gewonnen. Hier ist eine schöne Dokumentation über SonicFox:
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Gerade die Standard-Controller von Sony sind bei Fighting-Game-Spieler und -Spielerinnen sehr beliebt. Das liegt am Layout des Controllers: Das Steuerkreuz befindet sich oben links und somit fällt der Daumen ganz natürlich auf diese Position.
Der Xbox Wireless Controller hat zwar auch ein ordentliches Steuerkreuz, wegen der Platzierung ist er jedoch etwas schlechter für Fighting Games geeignet. Das heißt auf der anderen Seite nicht, dass ihr damit nicht bis an die Spitze der Leaderboards klettern könnt.
Die Joy-Cons der Nintendo Switch 2 wirken auf den ersten Blick absolut ungeeignet für Fighting Games, aber sie haben einen großen Vorteil: Präzision. Das »D-Pad« besteht aus vier Tasten. Es ist also kaum möglich, Richtungen unbeabsichtigt einzugeben, wie es etwa bei einem runden D-Pad oder Joystick passieren könnte.
Warum D-Pad statt Analog-Stick? Bei Fighting Games ist eine präzise Eingabe der Befehle unheimlich wichtig. Ein unbeabsichtigter Befehl führt zu falschen Aktionen, zum Fehlschlagen einer Kombo oder anderen Szenarien, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Aus diesem Grund solltet ihr das D-Pad verwenden, um die Fehlerquote zu minimieren.
Wenn ihr also erst in das Genre einsteigen wollt, ist es nicht nötig, einen neuen Controller zu kaufen. Die Standard-Controller der Konsolenhersteller sind gut genug und werden selbst von den besten Profis verwendet.
- Bei eurer Konsole dabei
- Kabellos
- Selbst für den eSports-Bereich präzise genug
- Keine Extra-Funktionen
Arcade Sticks / Fightsticks
Fighting Games haben ihren Ursprung in den Arcade-Spielhallen. Sogenannte Arcade-Sticks, auch Fightsticks genannt, bringen euch das Spielhallen-Feeling in die eigenen vier Wände. Nostalgie ist allerdings nicht der einzige Pluspunkt.
Die großen Joysticks sind nicht analog, sondern digital, wie das D-Pad auf eurem Controller. Mikroschalter lassen euch jede Eingabe spüren und hören, was sie deutlich präziser machen als die Analog-Sticks von Gamepads.
Für die Aktionstasten kommen sechs bis acht große Arcade-Tasten zum Einsatz. Gerade bei Spielen wie etwa Street Fighter ist das nützlich, weil das Spiel ein sogenannter »6-Button-Fighter« ist – es werden also sechs Tasten für folgende Aktionen benötigt:
- Leichter Schlag, mittlerer Schlag, Schwerer Schlag
- Leichter Tritt, mittlerer Tritt, Schwerer Tritt
Auf einem Gamepad müssen im Standardlayout die Schultertasten für »Schwerer Kick« und »Schwerer Schlag« verwendet werden.
Selbst in Spielen wie Tekken – das ein »4-Button-Fighter« ist – kann ein Arcade Stick nützlich sein, weil einige Befehle etwa das gleichzeitige Drücken von Y und A (Dreieck und Kreuz bei PlayStation) erfordern. Das ist auf einem GamePad mit dem Daumen deutlich schwerer.
Modularität: Die meisten Arcade Sticks lassen sich unkompliziert öffnen und modifizieren. Ihr könnt bei vielen die Tasten, die Sticks, das Artwork oder andere Teile austauschen.
So könnt ihr mit eurem Controller eure Persönlichkeit präsentieren oder Komponenten verbauen, die besser für euren Spielstil oder euer Spiel geeignet sind. Es gibt eine große Modding-Community für Arcade-Sticks.
- Große Aktionstasten, die mit allen Fingern bedienbar sind
- Digitaler Joystick für mehr Präzision
- Arcade-Haptik beim Spielen
- Modular
- Oft groß und unhandlich
- Nur sehr wenige kabellose Modelle
- Selten günstig
Leverless / All-Button-Fightstick / Mixbox
Wie der Name »Leverless« vermuten lässt, handelt es sich hierbei um Arcade-Sticks, aber ohne »Stick«.
Stattdessen kommen die vier Richtungstasten Oben, Unten, Links und Rechts zum Einsatz. Die Vorteile eines Leverless-Controllers sind so groß, dass sie auf einigen Turnieren sogar verboten wurden.
Inzwischen sind diese Controller in der Fighting-Game-Community so weitverbreitet, dass sie viel breiter akzeptiert werden.
Vier Tasten gegen einen Joystick: Obwohl die Joysticks von Arcade-Controllern digital sind, erfordern sie viel Übung, um schnell und präzise Eingaben ohne Fehler zu machen.
Ein Beispiel: In Guilty Gear Strive ist es üblich für Super-Angriffe, einen Halbkreis nach hinten zu ziehen und dann den Stick schnell nach vorn zu drücken. Das ist eine Handgelenkbewegung, die mit einem Joystick erst einmal geübt werden muss, damit man sie in beiden Richtungen ohne Fehler ausführen kann.
Auf einem Leverless geht so ein Befehl ganz leicht: vorne, unten, links, vorne. Man muss also nur vier Tasten hintereinander drücken. Die Wahrscheinlichkeit für Fehler ist extrem gering.
Die Vorteile hören da jedoch nicht auf: Weil kein großer Joystick verbaut werden muss, sind die meisten Leverless-Controller sehr flach. Noch dazu verbauen viele Hersteller zusätzliche Tasten, die frei belegbar sind – was in der kompetitiven Szene auch kritisch gesehen wird.
- Hochpräzise Eingaben
- Kompakter als Arcade-Sticks
- Oft mit zusätzlichen Tasten
- Meistens weniger modular als Arcade Sticks
- Steile Lernkurve
Sonderfall Mixbox: Diese Controller sind bis heute recht selten. Dabei handelt es sich um Leverless-Controller, die anstelle der vier Arcade-Richtungstasten vier Tastaturtasten im WASD-Layout verwenden. Das ist für Spieler und Spielerinnen, die vorher mit Tastatur gespielt haben, leichter zu erlernen.
Moment, Fighting Games mit der Tastatur spielen? Ohja! Absolut!
Tastatur
Die Leverless-Controller sind in der Fighting-Game-Community immer mehr akzeptiert worden, weil sie sich gar nicht so sehr vom Spielen mit der Tastatur unterscheiden. Viele Leverless setzen sogar auf Tastatur-Schalter.
Früher waren Tekken, Street Fighter und Co. primär Konsolenspiele, doch heute sieht das anders aus.
Sehr viele spielen auf dem PC und nicht wenige verwenden dabei einfach die Tastatur.
Weil für jede Aktion eine Taste verwendet wird, sind auch die Eingaben mit der Tastatur hochpräzise – solange man sich nicht vertippt. Der größte Vorteil der Tastatur ist auch ein großer Minuspunkt: viele Tasten!
Ihr könnt also wie bei einem Leverless mit Zusatztasten weitere Tasten mit zusätzlichen Funktionen belegen. Bei einer Tastatur sind die Tasten allerdings viel enger beieinander und größer in der Zahl. Es kommt also leichter zu Fehlern.
Trotzdem ist die Tastatur ein überraschend guter Fighting-Game-Controller und gut dafür geeignet, um zu testen, ob ein Leverless überhaupt etwas für euch wäre.
- Riesige Auswahl auf dem Markt
- Hochpräzise Eingaben
- Viele Möglichkeiten zur Anpassung
- Höhere Wahrscheinlichkeit zum »Vertippen«
- Unter Umständen weniger ergonomisch, als ein Leverless
Fightpads
Wenn ihr einen eher spezialisierten Controller sucht, aber nicht direkt in einen großen Arcade-Controller investieren wollt, dann könnte ein sogenanntes Fightpad sich für euch eignen.
Dabei handelt es sich um Gamepads, die speziell für Fighting Games optimiert wurden. Das heißt, sie haben präzise D-Pads und meistens sechs Aktionstasten, die ihr mit dem rechten Daumen erreichen könnt.
Fightpads sind vor allem dann praktisch, wenn euch Arcade-Sticks und Leverless-Controller zu groß und unhandlich sind, ihr aber dennoch ein Sechs-Tasten-Layout wünscht. Sie sind perfekt zum Mitnehmen auf Turniere oder zu Freunden und Familie.
- Für Fighting Games optimiert
- Kompakter als andere Fighting-Game-Controller
- Keine einfache Modularität
Egal, ob ihr gerade erst ins Genre einsteigt oder schon seit Jahren auf Turnieren spielt: Der beste Fighting-Game-Controller ist immer der, mit dem ihr euch am wohlsten fühlt. Probiert aus, was zu euch passt und scheut euch nicht, auch mal etwas Neues zu testen. Denn am Ende zählt nicht, wie euer Controller aussieht, sondern dass ihr damit jeden Move genau dann ausführen könnt, wenn es darauf ankommt.















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