Der Victrix Pro BFG will alles sein: der Controller für alle möglichen Spielegenres. Klingt nach einem Kompromiss, ist es aber nicht.
Schon nach den ersten Runden mit Tekken 8 und Doom war klar: Der BFG kombiniert Xbox-Haptik mit cleverer Modularität. Unterschiedliche Stick-Layouts, austauschbare Steuerkreuze und sogar achteckige Stick-Gates: hier steckt mehr Feintuning drin, als ich erwartet habe.
Transparenzhinweis: PDP Victrix hat mir den Pro BFG für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Sagen euch Begriffe, wie Deadzone oder Hall-Effekt nichts? Dann schaut gerne in unseren Artikel zu Controller-Begriffen hinein: Hall-Effekt, Deadzone und mehr: Welche Features ihr beim Kauf eines Controllers kennen müsst
Warum der Victrix Pro BFG mein neuer Favorit ist
Modularität: Der All-in-One-Controller
Der Victrix Pro BFG vereint mehrere Controller in einem und macht das durch austauschbare Module möglich. Die Anpassungsmöglichkeiten sind vielfältig:
- Klassisches Xbox-Layout mit asymmetrischen Sticks
- Symmetrisches Stick-Layout im Playstation-Stil
- Fightpad-Layout mit sechs Aktionstasten und D-Pad links oben
Neben den verschiedenen Layouts lassen sich einzelne Komponenten weiter anpassen:
- Es gibt gleich drei verschiedene D-Pads: Klassisches Kreuz, runde Tellerform, flach diamantförmig
- Unterschiedliche Sticks: Wie bei vielen anderen Premium-Controllern habt ihr die Wahl zwischen unterschiedlichen Höhen und einer konkaven oder konvexen Kuppel.
- Runde oder achteckige Stick-Gates: Dieses Feature habe ich noch bei keinem anderen Controller gesehen. Ihr könnt das runde Gate, also den Ring, der die Analog-Sticks umgibt, gegen einen achteckigen austauschen. So könnt ihr die acht Hauptrichtungen präziser betätigen. Wer schon einmal mit einem Gamecube-Controller gespielt hat, weiß, wie sich das anfühlt.
Haptik und Ergonomie: Inspiriert vom Goldstandard
Der Victrix Pro BFG fühlt sich in der Hand wie der Xbox-Wireless-Controller an und ähnelt diesem auch optisch. Dass sich so viele Hersteller an dem Design des Xbox-Originals orientieren, ist kein Zufall – auch der Victrix Pro BFG liegt äußerst angenehm in meinen Händen.
Der Controller ist außerdem nicht sehr schwer und dank gummierten, texturierten Flächen selbst nach mehreren Stunden bequem.
Geschützt wird der Controller mit einem Hardshell-Case, das sich im Lieferumfang befindet.
So habe ich getestet
Ich habe über zwei Wochen den Controller für Fighting Games, Action-RPGs, Racing Games und Shooter verwendet. Dabei habe ich ihn kabellos mit der Asus ROG Xbox Ally X verwendet.
Spezifikationen
- Kompatibilität: Xbox Series, Xbox One, PC, Android, Smart-TV
- Konnektivität: Kabellos (2,4 GHz-Dongle), USB-C, Bluetooth
- Maße und Gewicht: 16 x 10,5 x 6 cm, 298 Gramm
- Rumble: Rumble-Motoren und Impulse-Trigger
- Akku: 2.000 mAh
- Tasten und Trigger: Membranschalter (Standardmodul), Mikroschalter (Fightpad-Modul), unterschiedliche Stickhöhen, Hair-Trigger, austauschbare D-Pads, rundes oder achteckiges Gate für Analog-Sticks
Preis und Verfügbarkeit
- Preis: Ab 162 Euro (UVP war 200 Euro)
- Verfügbarkeit: schon verfügbar
Tasten und Sticks: Ich bin fast wunschlos glücklich
Action-Spiele, Shooter, Rollenspiele oder Fighting Games: Dieser Controller ist für alle Genres gerüstet und zu meiner Überraschung ist der Fightpad-Modus sogar besser als alle dedizierten Fightpads, die ich vorher getestet habe.
Als Fightpad
Das D-Pad gehört zu den besten, die ich jemals getestet habe. Es ist äußerst präzise und beim Drücken der Richtungstasten kommt es sehr selten bis nie zu versehentlichen Diagonalen. Es verwendet zwar keine klickenden Mikroschalter, sondern klassische Membranschalter, aber die Eingaben sind dennoch taktil spürbar.
Selbst die schwersten Kombos und Eingaben in Tekken 8 klappen mit dem Victrix Pro BFG wunderbar.
Die sechs Aktionstasten sind fantastisch für Fighting-Games geeignet. Sie sind etwas größer und flach, was es sehr einfach macht, sie mit allen Fingern zu treffen, solltet ihr (wie ich) Fightpads wie einen Fightstick bedienen. Dazu kommt, dass die Tasten anders als das D-Pad mit Mikroschaltern ausgestattet sind und bei jeder Aktivierung zufriedenstellend klicken. Das fühlt sich etwa an wie Mausklicken.
Dann hätten wir noch das achteckige Gate für den Analog-Stick: Victrix hat also selbst an Spieler und Spielerinnen von Plattform-Fightern wie Super Smash Bros. und Brawlhalla gedacht, die normalerweise mit dem Analog-Stick gespielt werden. Das achteckige Gate sorgt dafür, dass eure Richtingseingaben präziser sind.
Als Allround-Controller
Neben den Fighting-Games eignet sich der Controller auch für andere Genres hervorragend. Die Sticks fühlen sich präzise an und haben etwa denselben Widerstand wie bei einem Xbox-Wireless-Controller.
- Der Aktivierungsweg der Trigger kann verkürzt werden, was besonders nützlich für Shooter und Actionspiele ist, weil sie dadurch schneller reagieren.
- Auf der Rückseite befinden sich vier frei belegbare Tasten, die leicht erreichbar sind.
- Die vier ABXY-Tasten sind abgerundet und verwenden Membranschalter. Sie fühlen sich sehr ähnlich wie die des Xbox Wireless-Controller an, aber mit etwas mehr Widerstand.
- Die Xbox-Version ist kabellos oder kabelgebunden mit Xbox Series, Xbox One, PC, Android (Bluetooth) und Smart-TVs kompatibel.
Die Akkulaufzeit von 20 Stunden ist nicht rekordverdächtig, aber trotzdem sehr ordentlich. In meinem Test musste ich ihn nur einmal aufladen, bei täglich einer Stunde Einsatz. Aufgeladen wird er mit einem USB-C-Kabel. Eine Docking-Station gibt es leider nicht.
Über die Windows-App (Victrix Control Hub) lassen sich die Rück-Tasten neu belegen, die Sticks kalibrieren oder die Firmware aktualisieren. Es ist außerdem möglich, alle Tasten umzuprogrammieren, allerdings nur mit anderen Controller-Tasten und nicht etwa mit Tastatureingaben.
Über den Control Hub lassen sich wichtige Einstellungen ändern und bis zu drei Profile auf dem Controller speichern. Mit der Taste auf der Rückseite wechselt man zwischen ihnen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Warum er nicht ganz perfekt ist
Modular, aber etwas umständlich
Um die Module auszustauschen, ist ein kleiner Inbus notwendig, der im Lieferumfang enthalten ist. Der Austausch eines Moduls dauert je nach Fingerspitzengefühl etwa ein bis zwei Minuten.
Beim Turtle Beach Stealth Pivot, der ebenfalls ein optionales Fightpad-Layout besitzt, dauert das keine fünf Sekunden. Dafür fühlt sich der Victrix Pro BFG deutlich robuster an als der Stealth Pivot, da es weniger bewegliche Teile gibt.
Der Turtle Beach Stealth Pivot verügt auch über unterschiedliche Layouts, die ganz ohne Werkzeug gewechselt werden können. Er fühlt sich allerdings fragiler an, als der Victrix Pro BFG. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Hall-Effekt-Sticks sind ein kostenpflichtiges Add-on
Dass für diesen Preis standardmäßig keine Hall-Effekt-Sticks verbaut sind, finde ich echt schade. Ich habe zwar mit den verbauten Sticks bisher keine Probleme, aber mit Hall-Effekt-Sticks ist die Wahrscheinlichkeit von zukünftigem Stick-Drift zumindest geringer.
Es gibt jedoch ein Hall-Effekt-Modul, das ihr optional kaufen könnt, das 40 Euro kostet. Einerseits ist das natürlich schön, dass ihr im Falle eines defekten Sticks schnell Ersatz findet, aber andererseits hätte der Controller auch direkt mit Hall-Effekt-Sticks ausgestattet werden sollen.
Solltet ihr euch den Victrix Pro BFG kaufen?
Der Victrix Pro BFG ist für euch, wenn …
- … ihr einen Allround-Controller für alle möglichen Genres sucht
- … ihr kabellos an Xbox und PC spielen möchtet
- … ihr ein symmetrisches Stick-Layout präferiert, ihr aber am PC oder an der Xbox spielt
Mögliche Alternativen:
Turtle Beach Stealth Pivot: Der Stealth Pivot von Turtle Beach kann sein Tasten- und Stick-Layout ganz ohne Werkzeug wechseln, allerdings fühlt er sich billiger an und die sechs Aktionstasten vom Fightpad-Modul sind kleiner.
Razer Wolverine V3 Pro: Wenn ihr nicht unbedingt eine so hohe Modularität benötigt, dann ist der Razer Wolverine V3 Pro eine exzellente Wahl. Der Controller ist sehr hochwertig verarbeitet, überaus bequem und besitzt insgesamt sechs frei belegbare Tasten. Er war vor dem Victrix Pro BFG unser Redaktions-Favorit und gehört noch heute zu den besten auf dem Markt.
Obwohl der Razer Wolverine V3 Pro als klassiches Gamepad mit assymmetrischen Layout nahezu perfekt ist, und deswegen von uns etwas besser bewertet wurde, würde ich 2025 zu dem Victrix Pro BFG greifen, weil er dank seiner Modularität noch flexibler ist – auch wenn man die Hall-Effekt-Sticks extra kaufen muss. Benötigt ihr die Modularität nicht, ist der Razer-Controller die bessere Wahl.
Preis-Leistung: Der Victrix Pro BFG kostet aktuell etwa 170 Euro und ist somit weder besonders günstig noch sehr teuer. Dafür bietet er euch ein exzellentes Gesamtpaket und Features, die man sonst nicht bei anderen Modellen findet. Ich kann euch ihn für diesen Preis sehr empfehlen.

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