Beyerdynamic bringt endlich die Funktionen zusammen, die ich bei Kopfhörern haben will

Ich habe Beyerdynamics neue Alltags-Kopfhörer ausprobiert – und endlich den Kopfhörer gefunden, den ich unterwegs haben will.

Die AVENTHO Y Kopfhörer von Beyerdynamic gehören zu meinen größten IFA-Überraschungen. (Bildquelle: GameStar Tech) Die AVENTHO Y Kopfhörer von Beyerdynamic gehören zu meinen größten IFA-Überraschungen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Beyerdynamics ist alles andere als eine unbekannte Marke. Obwohl ihr Fokus eigentlich auf hochwertigen Studio- beziehungsweise spezialisierten Kopfhörern liegt, sind ihre Over-Ear-Geräte weit verbreitet. 

Nicht umsonst ist die Marke in den Top 10 der meistverkauften Kopfhörer auf Amazon gleich mehrmals gelistet.

Auf der IFA hat Beyerdynamics ihre neuen Kopfhörer vorgestellt und neben neuen Gaming-Modellen auch die AVENTHO Y. Und die haben es mir ausgerechnet deshalb angetan, da sie nichts Spezielles sein wollen. Kein Studiowerkzeug, kein Gaming-Headset, sondern ein Modell für den normalen Alltag.

Und genau das finde ich spannender, als es zunächst klingt. Denn statt einfach einen bekannten beyerdynamic-Kopfhörer kabellos zu machen, hat die Marke an erstaunlich vielen Stellen darüber nachgedacht, was wir uns im Alltag wirklich wünschen.

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Nicht ein Killer-Feature überzeugt mich, sondern das Gesamtkonzept

Wenn man sich nur die technischen Spezifikationen ansieht, sind die Kopfhörer ehrlicherweise kaum von den Konkurrenten in der Preisklasse zu unterscheiden. Diese liegt bei den AVENTHO Y bei 150 Euro.

Aus meiner Sicht ein fairer Preis, wenn ich die AVENTHO Y mit anderen Modellen aus dem Preissegment vergleiche, die ich in der Vergangenheit getragen habe – darunter etwa die Nothing Headphones (a) oder Teufel Real Blue NC 3.

Diese haben zwar ein ähnlich gutes Klangbild, aber eben nicht die Features, die mich am Ende bei Beyerdynamic überzeugt haben.

Während der Sound also eher Durchschnitt bleibt, begeistert mich die Qualität, die ich von Beyerdynamic kenne und persönlich sehr schätze, die in diesem Fall mit einem Gesamtpaket kombiniert wird, das sich eindeutig an die Zielgruppe richtet: Personen, die nach Allroundern für den Alltag suchen.

Die »AVENTHO Y«-Kopfhörer von Beyerdynamic gibt es in vier verschiedenen Farben. (Bildquelle: GameStar Tech) Die »AVENTHO Y«-Kopfhörer von Beyerdynamic gibt es in vier verschiedenen Farben. (Bildquelle: GameStar Tech)

Dafür haben die Kopfhörer Features wie:

  • faltbare Bauweise und drehbare Ohrmuscheln
  • starkes ANC (Noise Cancelling)
  • Besonders leichte Bauweise
  • einfacher Größenmechanismus mit Raster-Einstellung
  • austauschbare magnetische Polster
  • austauschbarer Akku
  • verschiedene Verbindungsmöglichkeiten (Bluetooth, USB-C, Dongle)
  • optionales Mikrofon
  • hohe Akkulaufzeit

Im Einzelnen ist jedes Feature nichts Neues und teilweise schon bei älteren Modellen von Beyerdynamic vertreten. Zusammen ergeben sie aber genau das Produkt, das ich ohne viel Nachdenken im Alltag benutzen möchte. 

Sei es im Fitnessstudio, beim Bahnfahren oder schlichtweg dem Musikhören zu Hause – die Kopfhörer haben für mich den perfekten Usecase. Vor allem wegen des überraschend guten Noise-Cancelling.

Schade ist jedoch, dass die Kopfhörer keinen 3,5-mm-Klinken-Anschluss haben, der heute zwar nicht mehr der einzige Standard ist, bei vielen Geräten aber immer noch nützlich sein kann. Bei meinem PC nutze ich für eine geringere Latenz beispielsweise nur einen Kabelanschluss.

Weitergehend erlauben die Kopfhörer auch keinen passiven Betrieb und können damit nur mit einem geladenen Akku funktionieren. Sollte euch unterwegs also der Saft ausgehen, war es das erstmal mit dem Musikhören.

Beim Bluetooth-Codec könnte ich mir ebenfalls noch Verbesserungen wünschen, da die AVENTHO Y auf einen SBC- und AAC-Codec setzen. Dadurch bleibt die Verbindung zwar stabil, ihr bekommt aber keine so hohe Auflösung wie etwa bei Geräten mit LDAC oder aptX Lossless.

Beim ANC hatte ich meinen ersten Wow-Moment

Schon beim Aufsetzen der Kopfhörer auf der IFA war ich beeindruckt, wie gut die AVENTHO Y bereits ohne aktivierten ANC abschirmen. Und ich kann euch sagen: Bei der extremen Dauerbeschallung auf der Messe habe ich das sehr deutlich wahrgenommen.

Nach dem Anschalten des aktiven Noise-Cancelling waren auch die letzten störenden Geräusche kaum noch zu hören und der Messetrubel wurde, wenn überhaupt, zu einem leisen Hintergrundrauschen.

Bei näheren Stimmen und besonders lauten Geräuschen kommen die Kopfhörer aber an ihre Grenzen und reduzieren die Umgebung beispielsweise nicht so stark, wie es teurere Kopfhörer wie die Sonys WH-1000XM6 machen.

Der ANC-Button ist kaum zu übersehen, direkt am Kopfhörer zu finden. (Bildquelle: GameStar Tech) Der ANC-Button ist kaum zu übersehen, direkt am Kopfhörer zu finden. (Bildquelle: GameStar Tech)

Um die Qualität des ANC noch weiter auszuprobieren, habe ich im anschließenden Hands-on die Kopfhörer in der Bahn, im Café und im Einkaufszentrum ausprobiert. Also an all den Orten, bei denen ANC besonders nützlich ist. Und ich liebe es, wie gut das funktioniert.

Der Klang der Musik bleibt beim aktivierten ANC unverändert und wirkt vor allem nicht künstlich aufgeblasen. Das könnte aber auch daran liegen, dass der Sound der Kopfhörer generell nicht mit dem der ausgewachsenen Studio-Kopfhörer von Beyerdynamic zu vergleichen ist – aber darum geht es bei den AVENTHO Y ja auch nicht.

Die magnetischen Polster zeigen: Komfort steht an erster Stelle

Für mich gibt es ein Problem, das sich die meisten Kopfhörer teilen, die ich bisher besessen habe: Irgendwann geht der Bezug der Ohrpolster kaputt und dann ist das Austauschen oft nicht so einfach.

Beyerdynamics scheint dieses Problem erkannt zu haben und liefert bei den AVENTHO Y deshalb magnetische Polster, die einfach abgezogen und anschließend wieder angeklipst werden können.

Trotzdem, dass sie nur mit einem Magneten gehalten werden, sitzen die Ohrpolster sehr fest ohne Wackeln.

Die Ohrpolster lassen sich mit einer Magnet-Technik besonders leicht austauschen. (Bildquelle: GameStar Tech) Die Ohrpolster lassen sich mit einer Magnet-Technik besonders leicht austauschen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Die Polster könnt ihr dabei nicht nur austauschen, wenn sie irgendwann mal kaputt sind, sondern auch dann, wenn ihr andere Materialien oder Farben wollt. So gibt es neben den überzogenen Ohrpolstern beispielsweise auch die bekannten Stoffbezüge der Marke.

Bei dem Design handelt es sich zudem nicht nur um ein angenehmes Feature, sondern auch um eine clevere Lösung für den Stauraum. Direkt unter den Ohrmuscheln befinden sich nämlich der austauschbare Akku des Geräts sowie der Dongle. 

Nicht so schön ist, dass es dadurch aber auch preislich etwas teurer wird, wenn ihr euch verschiedene Ohrpolster zulegt. Für mich reicht eine Farbe zwar aus und ich würde sie vermutlich nur dann wechseln, wenn sie den Geist aufgibt. Wenn ihr die bunte Vielfalt der Kopfhörer ausleben wollt, kostet euch das aber rund 30 Euro pro Ohrpolsterpaar.

Ich brauche unterwegs keine Studio-Kopfhörer

Als Hobby-Musiker und Gamer habe ich mir irgendwann die DT 770 Pro Kopfhörer von Beyerdynamics geholt. Dabei handelt es sich um die mitunter beliebtesten Studiokopfhörer der Marke, die ich vor allem wegen ihres breiten und feinen Klangbilds schätze.

Unterwegs wäre das aber übertrieben und ohne Noise-Cancelling auch nicht so gut geeignet. Ein Alltagskopfhörer muss für mich bequem sein, in meinen Rucksack passen, lange durchhalten und auf verschiedenen Geräten funktionieren.

Und das kann der AVENTHO Y eben alles. Für mich ist das Gerät damit der ideale Alltagsbegleiter, der mich nicht durch sein ungewöhnliches Klangbild überzeugt – das hat der Kopfhörer nämlich nicht –, sondern durch die praktische Gestaltung.

Den Preis von 150 Euro finde ich deshalb vollkommen fair, da sie damit zwar nicht die günstigsten Kopfhörer sind, aus meiner Sicht aber ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis liefern. Gerade bei ANC-Kopfhörern mit dieser Ausstattung hätte ich einen deutlich größeren Kompromiss erwartet.

Nach meinem ersten Eindruck versucht beyerdynamic nicht, einen Studio-Kopfhörer für Consumer umzubenennen. Stattdessen hat die Marke offenbar ziemlich genau überlegt, was einen guten Alltagsbegleiter ausmacht.

Ich mag Beyerdynamic eigentlich für die Kopfhörer, die auf meinem Schreibtisch liegen. Nach der IFA kann ich mir aber genauso gut vorstellen, einen davon als täglichen Begleiter zu verwenden.


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