Beyerdynamic hat sein erstes kabelloses Gaming-Headset auf den Markt gebracht, das MMX 150 Wireless. Mit einer UVP von rund 180 Euro ist das Gerät preislich weit entfernt von anderen Geräten des Herstellers wie dem Beyerdynamic MMX 330 (Test).
Das Design hat sich indes kaum verändert. Beyerdynamic setzt weiterhin auf einen schlichten Look in mattem Schwarz und mit orangenen Elementen.
Bei Vergleichsportalen war das Gerät zwischenzeitlich sogar auf Platz 1 der Community. Deshalb wollte ich wissen: Kann der Studio-Sound für Spielerinnen und Spieler im Mittelklassebereich auch kabellos überzeugen? Ich habe es getestet, wurde aber vor allem beim Tragekomfort komplett überzeugt.
Transparenzhinweis: Beyerdynamic hat mir das MMX 150 Wireless für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Das Beyerdynamic-Design weiß, was es tut
Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless bleibt der Reihe treu. Große, runde Ohrmuscheln mit samtigem Überzug, kein RGB-Bling-Bling, Schwarz, Orange. Passt.
Beim Anfassen und Aufsetzen macht sich das im Vergleich zu anderen Gaming-Headsets von Beyerdynamic geringere Gewicht bemerkbar. Das Headset kommt in einer Leichtbauart aus sehr dünnem, aber stabilem Kunststoff. Die 320 Gramm sind zwar spürbar, verteilen sich aber gut über den Kopf.
Die Metallaufhängung des Kopfriemens kann in Rasterstufen an den eigenen Kopf angepasst werden. Seine Polsterung ist aus weichem Kunstleder.
Alle Bedienelemente und Steckplätze sind orange und dadurch schnell sichtbar. Die Polster sind aus Velours mit Memory-Foam-Füllung. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)
Ich habe das Headset mitunter viele Stunden am Stück getragen und empfand es trotz hoher Temperaturen nicht als warm oder musste darunter übermäßig schwitzen. Dabei sei aber erwähnt, dass unterschiedliche Körper auch unterschiedlich auf Materialien reagieren. Was für mich angenehm ist, kann für euch die Hölle auf Erden sein.
Was ich an Beyerdynamic schon immer mochte: Die Ohrmuscheln sind wunderbar groß und bieten nicht nur einen guten Schall, der das Ohr umhüllt, sondern sind mit ihren Velours-Bezügen auch schön weich auf der Haut. Hier zieht nichts an den Haaren, wie etwa bei manchen modernen, gummiartigen Kunstlederbeschichtungen.
So muss ein Popschutz aussehen!
Das Mikrofon wird per Klinke angeschlossen. Es ist äußerst hochwertig und lässt sich bequem zurechtbiegen. Der Popschutz sitzt bomenfest, lässt sich bei Bedarf aber abnehmen. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)
Das Mikrofon kann abgenommen werden. Besonders gelungen finde ich den bombenfesten Popschutz. Durch die plattenartige Form des Mikrofonkopfs, schließt der Popschutz schön dicht. Bei vielen anderen Gaming-Headsets, rutscht dieser gerne mal vom Mikrofon, wie etwa dem SteelSeries Arctis Nova Elite (Test).
Das Tolle: man kann den Popschutz auch beim MMX 150 Wireless abnehmen.
Spezifikationen
- Bauform: Over-Ear, Geschlossen
- Treiberdurchmesser: 40 Millimeter
- Frequenzbereich Kopfhörer: 20 bis 20.000 Hertz
- Impedanz: 32 Ohm
- Mikrofontyp: Elektret-Kondensatormikrofon
- Richtcharakteristik: Niere (Cardioid)
- Frequenzbereich Mikrofon: 20 bis 20.000 Hertz
- Mikrofon abnehmbar: Ja, Windschutz ebenfalls
- Drahtlose Verbindungen: Bluetooth 5.3, 2,4-GHz-Funk (über USB-C-Dongle)
- Kabelgebundene Anschlüsse: USB-C, 3,5-mm-Klinke
- Akkulaufzeit: Bis zu 50 Stunden
- Schnellladefunktion: 15 Minuten Laden für fünf Stunden Laufzeit
- Ladezeit (vollständig): Rund 2,5 Stunden
- Material Ohrpolster: Velours mit Memory-Foam-Füllung
- Bedienungselemente: Integriertes Lautstärkerad an der Ohrmuschel (inklusive Druckfunktion für Mikrofon-Stummschaltung), separate Tasten für Mediensteuerung/Power
- Mithörfunktion (Sidetone): Vorhanden (Umgebungsmischung per Software regelbar)
- Gewicht (ohne Kabel): 320 Gramm
Preis und Verfügbarkeit
- Release: Bereits erfolgt (Dezember 2025)
- Preis: 179 Euro (UVP), inzwischen deutlich günstiger zu haben
So habe ich getestet
Ich hatte das Beyerdynamic MMX 150 Wireless ungefähr zwei Monate lang im Einsatz. Während dieser Zeit habe ich mit ihm täglich etwa acht Stunden gearbeitet (Musik hören, Serien und Streams schauen) und nach der Arbeit gespielt. Darunter waren viele kleinere Point and Click-Indie-Titel, der Shooter Doom: The Dark Ages, GreedFall 2: The Dying World und ich habe im Koop RV There Yet? gespielt. An der PS5 hatte ich es zum Directive 8020 und zum Rock Band 4 Spielen auf.
Nun zum Ton und zur Software
Ich mache es kurz: Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless lohnt sich nur für Leute, die sowieso fast alles am Handy machen.
In diesem Fall heißt das, auch die App zum Gaming-Headset benutzen. Die gibt es nämlich bisher ausschließlich für mobile Geräte.
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Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless verspricht High-End-Audio ohne den High-End-Preis
Als jemand, der sein Smartphone praktisch nur benutzt, wenn es unbedingt sein muss, ist das nichts für mich. Viele andere benutzen ihr Handy aber sowieso für alles, warum also nicht auch zum Anpassen des Headset-Tons.
Angepasst werden muss er. Ohne Optimierungen klingen viele Songs basstechnisch zu flach und in den Höhen zu spitz.
Eine Beispielliste mit ein paar Hörsongs und wie ich die Klangqualität empfinde, findet ihr hier:
Meine exakten Notizen
Vorweg: Bei diesen Angaben beziehe ich mich auf den nativen Klang am PC ohne App-Anpassungen und sonstige Verbesserungen, die über die Werkseinstellungen hinaus gehen. Mit der App zeichnet sich ein deutlich besseres Klangbild, das je nach Geschmack nachjustiert werden kann.
- Black Sabbath – Computer God: zu scheppernd. Ne! Liegt an dominanten Hi-Hats (ZZ Top hören!)
- Cat Stevens – Father and Son: super! Klingt wie live, große Klangbühne, rohe Stimmwiedergabe
- The Beach Boys – Kokomo: super! Hall wie bei Cat Stevens, Hintergrundmusik etwas widerstrebend auf hoher Lautstärke
- Dio – Don’t Talk to Strangers: Beginn bis zum Schlagzeugeinstieg stark, dann Hi-Hats zu spitz, ansonsten gut
- Texas Hippie Coalition – Peacemaker: siehe Dio
- Rainbow – Stargazer (Rough mix): viel Hi-Hat, Schlagzeug allgemein viel zu scheppernd → unerträglich (und unverzeihlich!)
- Kataklysm – Shadows & Dust: etwas schwach auf der Brust, aber kann man sich anhören, Bass etwas blass, anderes Bild wegen Hi-Hats bei Taking the World by Storm
- ZZ Top – Two Ways to Play: Hi-Hat-Thema bestätigt sich, Schellen etwas schrill? Sonst gut
- The Interrupters – She’s Kerosene: überwiegend gut, auch die Hi-Hats sind hier okay (mehr nicht)
- Rob Zombie – Dragula: alles okay, ist aber auch eine eher künstliche Unterart vom Industrial Metal
- Beastie Boys – Sure Shot: solide, nix zu meckern
- Metallica – Motorbreath: Hi-Hats präsent und klingen halt etwas shitty, wie fast immer bei dem Headset, sonst gut
- Nile – Annihilation of the Wicked: etwas schwach auf der Brust (flacher Bass) aber Nile ist auch schwer und komplex (Tool vergleichen!)
- Tool – Schism: Oh no, nicht gut. Der Einstieg mit der Gitarre direkt schon zu schrill, Bass-Gitarre im Anschluss noch verzerrter, dann Schlagzeug als Krönung ... kannste vergesssen (Parabola und Laterus zum weiteren Vergleich: ähnliches Klangbild)
- Nick Lowe – Cruel to Be Kind: suuuper! toller Grundbass <3 (Anmerkung: Wegen einer Bob's Burgers Folge drauf gekommen: Bob singt
Normale Fritten, sind die besten Fritten
. Das ist derselbe Song mit anderem Text. :D ) - Soulfly – One Nation: wie drüber, Bass auf hoher Lautstärke aber mit Ausreißern
- Chimaira – Year of the Snake – bis auf Hi-Hats gut, etwas brummig vielleicht aber kann ich mit leben
- A Perfect Circle – Counting Bodies Like Sheep to the Rhythm of the War Drums: schrecklich, aber das war zu erwarten, siehe Tool
- Arch Enemy – Behind the Smile: überraschend solide, bis auf Hi-Hats
- Van Morrison – Brown Eyed Girl (beim Rock Band Spielen auf der PS5 gehört, hier zum Validieren) die Schellen klingen nicht gut, passt zu den vorherigen Eindrücken (mit Streunern vergleichen!)
- Die Streuner – Schenk voll ein: Ja, die Schellen haben dasselbe Problem wie die Hi-Hats
- Dio – I Am: gut, bis auf Hi-Hats
- Iron Maiden – Wasting Love: starke Gitarre, sehr schön, ansonsten siehe Dio und Hi-Hats
- Tom Waits – Big in Japan: gefällt mir, haha, warum wohl?^^
- Dudelsacktest: AC/DC – It's A Long Way to the Top: Ugh, ne. Muss nicht sein. Sehr schrill
- Spin Doctors – Two Princes: Uh, überraschend gut. Leicht und unkompliziert
Das geht über Seiten so weiter, ich denke aber, die Defizite der Grundeinstellungen werden deutlich.
Wie es sich mit dem Beyerdynamic MMX 150 Wireless spielt
Auf den Werkseinstellungen und ohne Verwendung der App klingt der Bass wie bereits beschrieben zu flach und facettenlos. Wer brachiale Explosionen und immersive Knallgeräusche, möchte, kann in der App nachhelfen.
In Doom: The Dark Ages wollte mir die perfekte Abstimmung nicht so recht gelingen, ich war aber irgendwann einigermaßen zufrieden.
Gegner konnte ich jedenfalls sehr gut orten. Das traf nicht nur in Doom zu, sondern auch in dem Koop RV There Yet?
wenn mal wieder einer dieser beispiellos nervtötenden Bären aufkreuzte. So wusste ich beim Spielen (ohne Bärenspray ...) also schon einen kurzen Moment vor der Sichtung, dass unser Wohnmobil gleich Schrott sein wird.
Beim Rock Band 4 Spielen auf der PlayStation 5 gefiel mir der unauffällige Sitz. Mit unauffällig meine ich hier, dass das Headset weder rutscht noch warm wird.
Wie manche von euch vielleicht schon aus meiner Kolumne zum Riffmaster-Controller wissen, bewege ich mich mit meiner Plastik-Klampfe recht viel. Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless hat alles wunderbar mitgemacht. Allerdings fiel mir dabei auf, dass die Reichweite nicht besonders stark ist.
- Mehr zum Thema: Die besten Gitarren-Controller für alle Plattformen
Einmal kurz in den Nebenraum zu gehen, ist noch locker möglich. Wenn eine dickere Wand dazwischen ist, bricht der Kontakt aber flott ab (sowohl an der Konsole als auch am PC). Das Headset ist also nichts für Leute wie mich, die immer mal spontan damit durchs ganze Haus springen und nach draußen möchten.
Solltet ihr euch das Beyerdynamic MMX 150 Wireless kaufen?
Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless lohnt sich für euch, wenn ihr ...
- ... kein Problem damit habt, dass es die App bloß fürs Handy gibt.
- ... eines der bequemsten Gaming-Headsets wollt.
- ... ein gutes, abnehmbares Mikrofon mit sinnvoll durchdachtem Windschutz möchtet.
Alternativen zum Beyerdynamic MMX 150 Wireless
Das Beyerdynamic ist ein super Tipp für Preis-Leistungs-Bewusste. Wer vor allem am PC spielt, hat einige Alternativen, die besser geeignet sind:
- Logitech G522 Lightspeed (Test), wenn ihr einen anderen Preis-Leistungs-Tipp sucht, der deutlich günstiger ist und klanglich vollkommen solide performt.
- Teufel Cage Pro (Test), wenn ihr einen dicken Bass und Kunstlederbezüge bevorzugt, und euch das Mikrofon nicht so wichtig ist.
- Razer Blackshark V2 Pro (2023), wenn ihr ein unkompliziertes und inzwischen sehr günstiges Headset mit gutem Mikrofon sucht.
Weitere Alternativen zum Beyerdynamic MMX 150 Wireless findet ihr in unserer großen Kaufberatung zum Thema:
Mein Fazit zum Beyerdynamic MMX 150 Wireless
Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless hätte das beste Gaming-Headset für die Mittelklasse sein können. Obwohl es in den Höhen nicht ideal performt und der Ton leider bloß via Mobile-App angepasst werden kann, überzeugt das Beyerdynamic MMX 150 Wireless in anderen Bereichen umso mehr:
Das bewährte Beyerdynamic-Design ist meiner Meinung nach eines der bequemsten überhaupt. Die samtigen, großen runden Ohrmuscheln schmiegen sich an jeden Kopf. In Sachen Tragekomfort hat mich das Gerät zu 100 Prozent abgeholt. Auch das Mikrofon ist schlichtweg fantastisch durchdacht.
Wem Bequemlichkeit wichtig ist, und wer ohnehin fast alles bloß noch am Handy macht, findet mit dem Beyerdynamic MMX 150 Wireless einen gelungenen Preis-Leistungs-Tipp. Wer (wie ich) keine Lust auf Anpassungen via Smartphone hat, sollte jedoch eher die Finger davon lassen.
Die UVP liegt bei rund 180 Euro. Inzwischen gibt es das Headset vereinzelt aber deutlich günstiger. Ich rate euch, auf ein gutes Angebot (150 bis 160 Euro oder weniger) zu warten.

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