Blackberry – eine Marke, ein Unternehmen, das einst 20 Prozent des Handymarktes für sich beanspruchte. Heute steht dieser Name symbolisch für das Verschlafen von wichtigen Marktveränderungen. Blackberry ist nicht mehr.
Handys mit eingebauter Tastatur sind in Zeiten von großen Touchscreens einfach nicht mehr nötig, weshalb sie auch vom Markt verschwunden sind – oder sind sie das?
Aktuell formiert sich eine kleine Gegenbewegung. Vier Hersteller halten das Vermächtnis von Blackberry am Leben. Nur weil etwas nicht mehr notwendig ist, heißt es ja nicht, dass es niemand will?
Wir zeigen euch vier Smartphones mit Tastaturen, die nicht unterschiedlicher sein könnten.
Unihertz Titan 2: Eine Hommage an den Blackberry Passport
Was ist es? Der Blackberry Passport war ein Android-Handy mit eingebauter Tastatur und einem ungewöhnlichen quadratischen Bildschirm. Das Format erinnerte an einen Passport, darum der Name.
Das Unihertz Titan 2 ist eine moderne Hommage an dieses Smartphone. Der LCD-Bildschirm ist genau gleich groß und bietet dieselbe Auflösung: 4,5 Zoll und 1440 × 1440 Pixel.
Natürlich ist auch eine physische Tastatur direkt unterhalb davon verbaut, die leicht erhöhte Tasten bietet, um das Tippen zu erleichtern.
Im Inneren ist moderne Smartphone-Hardware verbaut. Angetrieben wird das Handy vom MediaTek Dimensity 7300 und 12 GB LPDDR5-RAM. Als Betriebssystem kommt Android 15 zum Einsatz. Ein Update auf Android 16 soll noch Ende dieses Monats erscheinen.
Besondere Features:
- Auf der Rückseite befinden sich zwei Kameras: eine 50-MP-Hauptkamera und eine 3,4x-Tele-Kamera mit 8 MP. Die Frontkamera bietet 32 MP.
- Auf der Rückseite gibt es ein zweites Display. Auf diesem können etwa eine Uhr oder Benachrichtigungen angezeigt werden.
- Die Tastatur kann als Trackpad zum Scrollen verwendet werden und verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung.
- Es gibt zwei seitlich angebrachte Funktionstasten, für schnellen Zugriff auf häufig genutzte Tools und Apps.
- Das Handy unterstützt Dual-SIM.
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Preis und Verfügbarkeit: Das Unihertz Titan 2 ist bei Amazon für einen Preis von 375 Euro verfügbar.
Clicks Communicator: Ein Zweit-Handy für Produktivität
Was ist es? Der Clicks Communicator ist das erste Smartphone des Herstellers »Clicks«. Das Unternehmen wurde zusammen mit dem YouTuber Mr. Mobile gegründet und ihr erstes Produkt war ein iPhone-Case mit eingebauter Tastatur.
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Der Clicks Communicator ist ein modernes Android-Smartphone, das nicht nur wegen der physischen Tastatur aus der Masse heraussticht
Der Communicator ist ein besonders kompaktes Smartphone mit modernem Design und integrierter Tastatur. Die Macher bewerben das Gerät vor allem als Werkzeug, um Dinge zu erledigen und nicht, um sich abzulenken.
Die Vorderseite ziert ein 4 Zoll großer AMOLED-Bildschirm und darunter befindet sich die physische Tastatur. Noch ist nicht bekannt, welchen Prozessor Clicks verbaut, aber es soll sich um einen MediaTek-Chip mit 4-nm-Architektur handeln.
Besondere Features:
- Die physischen Tasten sind unterschiedlich geformt, damit das Tippen möglichst ergonomisch ist. Sie verfügen über taktiles Feedback.
- Das Smartphone wird standardmäßig mit dem Niagara Launcher ausgestattet sein. Dieser hat eine besonders minimalistische Benutzeroberfläche.
- Eine Seitentaste erlaubt den schnellen Zugriff auf häufig benutzte Funktionen, wie etwa um eine Sprachmemo aufzunehmen.
- Eine weitere »Clicks-Taste« auf der Tastatur lässt sich frei belegen. Sie erinnert an den Niagara-Button des Launchers.
- Auf der Rückseite befindet sich eine 50-MP-Kamera. Die Frontkamera löst mit 24 MP auf.
- Das Handy ist Qi2-kompatibel; ihr könnt also magnetische MagSafe-Accessoires verwenden.
Preis und Verfügbarkeit: Der Clicks Communicator hat noch kein festes Release-Datum, soll aber später in diesem Jahr erscheinen. Aktuell kann man ihn für 400 US-Dollar vorbestellen. Zum Release soll er 500 US-Dollar kosten. Europreise sind noch nicht bekannt.
iKKO MindOne Pro: Musik-Smartphone mit Klappkamera
Was ist es? Die Handys dieser Liste sind alle etwas außergewöhnlich, aber dieses hier sticht sogar noch stärker heraus. iKKO ist ein Kopfhörer-Hersteller aus Hong Kong und mit dem MindOne Pro haben sie ihr erstes Smartphone auf den Markt gebracht – und es ist anders.
Das Handy sieht aus wie ein Samsung Galaxy Z Flip 7 im eingeklappten Zustand. Im Gegensatz dazu klappt hier aber nicht das Handy, sondern die Kamera; sie kann bei Bedarf nach vorn gerichtet werden.
Auf der Vorderseite befindet sich das fast quadratische 4-Zoll-AMOLED-Display. Mit einem optional verfügbaren Case wird eine physische Tastatur nachgerüstet. Das ist allerdings nicht der einzige Clou: Das Case hat einen eingebauten DAC (Digital-Analog-Converter), für den Betrieb von analogen Kopfhörern.
Als Betriebssystem ist Android 15 vorinstalliert und angetrieben wird es von einem MediaTek MT8781 und 8 GB RAM.
Besondere Features:
- Der Bildschirm wird durch Saphirglas mit einer Härte von 9H geschützt.
- Zusätzlich zum Nano-SIM-Kartenslot ist eine kostenlose vSIM (virtuelle SIM-Karte) installiert, die Internetverbindung in über 60 Regionen ermöglicht. Darunter auch Deutschland.
- Die Kamera verwendet einen 50-MP-Bildsensor von Sony.
- Der Akku ist für heutige Verhältnisse ziemlich klein. Die 2.200 Milliamperestunden sollen dennoch für 16 Stunden Videowiedergabe ausreichen.
- Dank einer IP54-Zertifizierung sollte das Gerät gegen Staub und Spritzwasser geschützt sein.
Preis und Verfügbarkeit: Der iKKO MindOne Pro ist beim Hersteller für einen Preis von 371 Euro verfügbar. Für das Case werden zusätzlich 77 Euro fällig.
Minimal Phone: Kindle trifft auf Blackberry
Was ist es? Das Minimal Phone ist ein Android-Smartphone mit eingebauter Tastatur und E-Ink-Display, also derselben Display-Technologie, die auch in E-Readern, wie dem Amazon Kindle, zum Einsatz kommt.
Dieses hat ein 4:3-Seitenverhältnis im Hochformat und eine Bildschirmdiagonale von 4,3-Zoll; es ist also wie die anderen Smartphones in diesem Artikel besonders kompakt. Die E-Ink-Technologie ist nicht nur augenschonend, sondern auch sehr energieeffizient. Es wird nur Energie beim Wechseln der Inhalte verbraucht.
Trotzdem sollte man keine Wunder erwarten, da Android deutlich leistungshungriger ist, als das Betriebssystem von E-Readern. In der Praxis hält der Akku laut Erfahrungsberichten etwa zwei bis fünf Tage.
Über der physischen Tastatur befinden sich drei kapazitive Navigationstasten – ein Feature, das wir von alten Android-Handys kennen.
Als Prozessor ist auch hier ein Chip von MediaTek verbaut, der G99. Hinzukommen wahlweise 6 oder 8 GB RAM. Das Betriebssystem ist Android 14.
Besondere Features:
- Das Minimal Phone wird fünf Jahre lang mit Updates versorgt.
- Das E-Ink-Display ist beleuchtet und verfügt über eine augenschonende Darstellung ohne Blaulicht.
- Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 16 Megapixeln. Die Frontkamera begnügt sich mit lediglich 5 MP und befindet sich ungewöhnlicherweise unten links.
- Eine Seitentaste bietet schnellen Zugriff auf Displayeinstellungen.
- Obwohl das Handy an einen kleinen E-Reader erinnert, ist es vollständig kompatibel mit allen Android-Apps.
Preis und Verfügbarkeit: Das Minimal Phone ist beim Hersteller für einen Preis von 450 US-Dollar verfügbar.
Was haltet ihr von den hier gezeigten Handys? Hättet ihr Interesse daran, ein Handy mit einer physischen Tastatur zu nutzen und wäre sogar eines von den hier gezeigten Geräten für euch interessant? Schreibt es uns gerne in die Kommentare und tauscht euch mit der Community zu dem Thema aus!
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