Blair Witch: Was sich das Spiel von Alan Wake & Firewatch abguckt

Bloober Team spricht über die Inspiration für das kommende Blair-Witch-Spiel und erklärt, wie man Spieler in Angst und Schrecken versetzen will.

von Christian Just,
26.06.2019 14:08 Uhr

Mit Blair Witch realisieren die Layers-of-Fear-Macher Bloober Team ein Horror-Spiel zur Filmvorlage.Mit Blair Witch realisieren die Layers-of-Fear-Macher Bloober Team ein Horror-Spiel zur Filmvorlage.

Gegenüber Eurogamer haben die Entwickler Basia Kciuk und Maciej Glomb von Bloober Team (Layers of Fear, Observer) über Blair Witch gesprochen und verraten, dass Alan Wake und Firewatch als spielerische Inspirationsquelle gedient haben.

So konnte man bei Firewatch ein gutes Gespür dafür entwickeln, alleine in einem Wald zu sein. Firewatch half den Entwicklern, ein Gefühl für die Bedrohung zu bekommen, die sich für Spieler aus der Einsamkeit in einem großen, offenen Gebiet ergibt. Basia Kciuk äußerte dazu:

"Obwohl [Firewatch] nicht beängstigend war, es war eher ein Rätsel. Es war großartig, sich die Mechanismen anzusehen, die Entwicklung der Geschichte zu betrachten, das Tempo."

Auch andere Spiele, vor allem bekannte Horror-Marken, haben als Inspiration hergehalten. So hat man etwa Outlast und Silent Hills betrachtet. Gerade Outlast habe sich gut geeignet, da der Protagonist hier auch eine Handkamera nutzt.

Alan Wake dagegen hat als Ideenquelle für das Kampfsystem im Blair-Witch-Spiel gedient. Anders als in Outlast sind wir in Blair Witch nämlich nicht gänzlich wehrlos. Man nutzt wie in Alan Wake eine Taschenlampe, um Monster zu vertreiben. Weitere »Waffen« dürfen wir in Blair Witch aber nicht einsetzen.

"Eure einzige Waffe ist eine Taschenlampe. Es ist eher eine Möglichkeit für dich, die Monster loszuwerden, ihnen zu entkommen. Man tötet sie nicht wirklich, man wehrt sie ab."

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Monster in Blair Witch?

Fans der Filmreihe dürften sich über die Monster im Blair-Witch-Spiel wundern, schließlich setzte der erste Film vollständig auf eine unsichtbare Bedrohung durch die Hexe. Dabei konnte auch nie gänzlich die Möglichkeit ausgeschlossen werden, dass die Protagonisten lediglich dem Wahnsinn verfallen sind. Erst die späteren Filme wurden expliziter.

Das Spiel will indes mehrere Ebenen von Angst erzeugen, wie Kciuk erklärt:

"Es gibt zwei Ebenen. Es gibt diese Ebene, wo es Monster gibt, es gibt Kämpfe, aber auch die Hexe. Und die Hexe ist etwas, das wir als keine Kreatur definieren. Es ist keine singuläre Einheit, die man treffen kann. Es ist nicht etwas, gegen das man kämpfen kann. Es ist diese überwältigende Kraft, die diese unbegrenzte Macht über den Wald hat, und man weiß nie, was sie tun wird und wie sie sich dir nähern wird. Sie wird einfach die Welt um dich herum verändern, damit du ihre Anwesenheit spürst."

Die Hexe soll demnach im Blair-Witch-Spiel eher wie in den ersten Filmen auftreten. Also, indem sie möglichst wenig beziehungsweise gar nicht in Person erkennbar wird, sondern lediglich diffus als böse Macht:

"Ich glaube, dass diese Darstellung der Hexe als Macht der ursprünglichen Blair Witch im filmischen Universum sehr nahe kommt. So sind die Filme. Wir wissen nie wirklich, was passiert, ob sie da ist, ob sie überhaupt existiert. Es ist bloß so, dass die Welt um dich herum so seltsam ist, und es gibt Dinge, die du nicht wirklich erklären kannst, aber du musst es durchstehen. [...] Die einzige Erklärung, die du hast, ist, dass du entweder verrückt wirst oder dass es eine Hexe gibt."

Versoftung eines Klassikers

Blair Witch ist wohl eine der bekanntesten Horrorfilm-Marken. Als 1999 der erste Teil Blair Witch Project in die Kinos kam, sprach bald jeder von diesem Film, was nicht zuletzt an seiner besonderen Machart lag. Es ist ein sogenannter Pseudodokumentar- oder Found-Footage-Film, der den Eindruck erwecken soll, als handele es sich um (echte) private Videoaufnahmen. Mit Blair Witch 2 und dem gleichnamigen Blair Witch erhielt der Streifen 2000 und 2016 zwei Fortsetzungen, die dann auf traditionellere Film-Formate setzten.

Mit dem ebenfalls Blair Witch genannten Horror-Adventure realisiert der polnische Entwickler Bloober Team nun ein Spiel zum Franchise, das uns in die Rolle eines Polizisten versetzt, der sich 1996 auf die Suche nach einem verschwundenen Jungen macht. In den Black Hills-Wäldern. Wo die Blair-Hexe spukt. Vermutlich.

Das Spiel erscheint am 30. August 2019 zum Preis von 30 Euro auf Steam und GOG. Hier könnt ihr euch noch den Trailer zu Blair Witch von der E3 2019 anschauen:

Blair Witch im Ankündigungstrailer der E3 2019 - 2:01 Blair Witch im Ankündigungstrailer der E3 2019 -


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