Eine Woche Bosch Cookit: Was macht der Thermomix-Konkurrent besser – und was nicht?

Viel davon hat mit dem Topf zu tun.

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Der Cookit ist recht ähnlich zum Thermomix TM7 – und doch anders.

  • Unter der Haube ist ein Eckchen performanter.
  • Der Topf ist breiter und größer.
  • Durch mehr Zubehör besitzt der Cookit mehr Funktionen.

Auf dieser Seite des Artikels erfahrt ihr, was mir gut am Gerät gefallen hat und was nicht. Darüber hinaus gibt es noch zwei Eigenschaften, die mir aufgefallen sind, die ich aber weder als positiv noch negativ bewerte.

Bosch Cookit: Das gefällt mir

Breiter Topf

Ihr habt das Video zum Größenvergleich gesehen: Der Topf des Cookit verjüngt sich nicht nach unten. Das heißt: Hier hat man es mit einem richtigen Topf zu tun – und mit drei Litern einem großen dazu. Der Thermomix-TM7-Topf fasst übrigens 2,2 Liter.

Man kann im Cookit also theoretisch einen ganzen Pott Chili machen und die gesamte Familie verköstigen. Der große Topf hat insgesamt weitere Vorteile:

  • Beim Anbraten verteilen sich die Zutaten besser.
  • Es gibt mehr Anbratfläche.
  • Gleichmäßigere Hitzeverteilung.
  • Lässt sich ein bisschen leichter reinigen.

Gehäckseltes Gemüse wie Zwiebeln oder Chili wirkt auf mich gleichmäßiger zerkleinert. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Gehäckseltes Gemüse wie Zwiebeln oder Chili wirkt auf mich gleichmäßiger zerkleinert. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

An dieser Stelle noch ein kurzes Wort zur Waage. Mit einem Fingertipp könnt ihr die jederzeit aktivieren; wenn ein Rezept verlangt, Zutaten einzuwiegen, startet sie automatisch. Hier ist mir keine große Verzögerung oder Ungenauigkeit aufgefallen.

Fester Deckel ist praktisch

Es mag ein wenig trivial klingen, aber: Wenn die Arbeitsplatte voll ist, muss ich beim TM7 immer einen Ort finden, wo ich den Deckel ablegen kann. Das entfällt beim Cookit, da der am Topf befestigt ist.

Ungewöhnlich am Anfang: Sowohl der Deckel selbst als auch der durchsichtige Einsatz lassen sich per Drehen ein- und ausrasten. Sobald man aber weiß, wie der Hase läuft, hat man den Cookit ruckzuck auseinandergenommen.

Anbraten funktioniert viel besser

Neu am TM7 ist, dass man jetzt auch anbraten kann; die Temperatur ging dabei auf bis zu 160 Grad Celsius. Was mir im Nachhinein weniger gut am Thermomix gefallen hat: Dadurch, dass Topf sich nach unten verjüngt, gibt es weniger Auflagefläche für die Zutaten. Das funktioniert durch die Form des Cookit-Topfes viel besser.

  • Durch die höhere Spitzentemperatur von 200 Grad Celsius kann man schärfer anbraten und mehr Röstaromen erzeugen.
  • Dank des breiten Topfbodens liegen viele Zutaten auf und bekommen direkte Hitze. Beim TM7 wurden Zutaten teilweise mehr gedämpft als gebraten.

Anbraten im Cookit finde ich insgesamt wesentlich attraktiver. Vielleicht bin ich da ein wenig eigen, aber das ständige Saubermachen, nachdem man in der Pfanne gebraten hat, nervt mich. In einem Topf mit Deckel ist das passé und dass dabei mehr Kondensflüssigkeit entsteht, nehme ich gerne in Kauf. Bei einem Eintopf macht das den Kohl am Ende auch nicht fett.

Lässt sich besser leeren

Das ist eine Kleinigkeit, die mich persönlich sehr freut: Durch den richtigen Topfboden bekomme ich Essen oder Teige viel leichter aus dem Gerät.

  • So ist es beim Cookit: Mit einem Schaber (und ein wenig Geduld) bekomme ich so gut wie alle Reste aus dem Topf – zumindest mit einem Silikonschaber. Der mitgelieferte Hartplastikspatel ist dazu nicht optimal.
  • So ist es beim Thermomix TM7: Durch die sich verjüngende Form bleiben Essensreste oder Teig unter dem Messer hängen (auch, wenn es da einen Trick gibt). Egal wie, ich habe nie alles aus dem Topf bekommen.

Finde ich praktisch: Ich kann den Topf des Cookit einfach wie einen herkömmlichen Topf auf den Tisch stellen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Finde ich praktisch: Ich kann den Topf des Cookit einfach wie einen herkömmlichen Topf auf den Tisch stellen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Leichte Bedienung

Hier geben sich TM7 und Cookit nicht viel: Die Bedienung über das Touchdisplay ist kinderleicht. Im Prinzip funktionieren das und die Software ziemlich selbsterklärend und recht ähnlich.

  • Der Topf lässt sich nur in eine Richtung aufsetzen.
  • Alles am Deckel ist mit Icons versehen.
  • Die Software sagt einem stets, was man zu tun hat.

Das Display ist kleiner, aber es erfüllt seinen Zweck tadellos. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Das Display ist kleiner, aber es erfüllt seinen Zweck tadellos. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Für die Rezepte braucht es kein Extra-Abo

Gute Nachrichten: Wer damit fremdelt, dass Cookidoo bei Vorwerk 60 Euro im Jahr kostet, kann bei Bosch aufatmen. Die Rezepte auf dem Gerät und in der App kosten keinen Obolus.

Das nimmt mir eine schwierige Entscheidung ab. In meinem Fazit zum TM7 nach vier Wochen schrieb ich, dass meine Frau und ich unterschiedlicher Meinung waren: So wollte am liebsten immer nach Cookidoo-Rezepten kochen, ich bräuchte das nicht, weil ich Rezepte auch über das manuelle Kochen nachspielen kann.

Muss ich für Rezepte nicht zahlen, koche ich am Ende mehr danach. Das ist ein Gewinn.

Bosch Cookit: Das gefällt mir nicht

Breiter Topf

Nein, ihr habt nicht versehentlich nach oben gescrollt. So vorteilhaft der breite Topf auch ist, er bringt auch Nachteile mit sich.

  • Der Topf ist schwer. Drei Liter Fassungsvermögen ist ordentlich, doch durch die Technik (Pins für die Elektrik am Boden, Messer, Deckel) bringt er allein schon 3,6 Kilo auf die Waage.
  • Nachteilhafte Form. Beim TM7 fällt der Inhalt durch die sich nach unten verjüngende Form nach unten. Dadurch brennt potenziell weniger an und die Messer mixen oder zerkleinern besser. Es bleibt schlicht nichts am Boden liegen.
  • Messer und 3D-Rühren greifen nicht so gut. Ja, die beiden Einsätze bewegen sich nah am Topfboden, aber mir ist es mehr als einmal passiert, dass kleine Zwiebel- oder Knoblauchstücke verbrennen, weil sie nicht erwischt werden.

Nachstehend seht ihr ein Video, wie leise das Gerät ist. Lasst euch aber nicht täuschen: Ich habe dann und wann den Deckel geöffnet und Zwiebelstückchen von links nach rechts geschoben, damit sie nicht anbrennen.

Reinigungsprogramm ist schwächer

Überraschung: Saubermachen muss man den Cookit auch. Bis auf die Station darf auch alles in die Spülmaschine. Die Maschine kommt allerdings mit zwei Reinigungsprogrammen, um schon mal Vorarbeit zu leisten.

  • Normales Reinigen
  • Reinigung nach Teigen (die kaltes Wasser verwendet, um Teigreste besser zu lösen)

Ist der Topfboden richtig dreckig, hat das Reinigungsprogramm nicht viel geholfen. Zum Vergleich: Beim TM7 kann ich zwischen fünf Programmen wählen, je nachdem, wie verschmutzt der Behälter ist.

Präsentation ist schlichter

Diesen Punkt solltet ihr bitte mit einem Körnchen Salz betrachten. Der TM7 von Vorwerk kam nigelnagelneu im April auf den Markt; der Cookit ist seit 2020 käuflich zu erwerben. Die fünf Jahre Unterschied machen in der Technik keinen Unterschied, in der Präsentation allerdings schon.

Am Cookit sind viele Dinge schlichter und weniger attraktiv, als es beim Thermomix TM7 der Fall ist.

  • Das Display ist kleiner.
  • Der Topf sitzt in einer Ausbuchtung und thront nicht auf der Station.
  • Die Software ist nicht ganz so hell und verspielt.
  • Anstatt Jingles nach einem Kochschritt gibt es ein 1980er-Jahre-PC-Gedenkpiepsen.
  • Zutaten werden nicht automatisch abgehakt.
  • Es finden sich weniger Rezepte im Cookit selbst.

Ist das ein Dealbreaker? Ganz sicher nicht, aber unerwähnt lassen wollte ich es auch nicht. Das sind jedoch alles Kritikpunkte, die eine mögliche neue Iteration sicher angehen würden.

Nachstehend habe ich die Geräusche aufgenommen. Wer erinnert sich noch an die Einrastfunktion von Shift-Tasten auf Windows-Rechnern erinnert?

Keine Kabelaufwicklung

Klein, aber fein: Eine Kabelaufwicklung hätte dem Cookit gut getan. Das Kabel ist recht lang und verschwindet nie ganz hinter dem Gerät.

Kein Ausguss

Darüber habe ich mich beim Thermomix schon geärgert: Es gibt keine richtige Schnaube zum Ausgießen. Das ist bei Eintöpfen und Teigen kein Problem, aber mit Flüssigkeiten mache ich damit regelmäßig eine Sauerei.

Bosch Cookit: Was mir sonst noch aufgefallen ist

Die App ist mehrfunktional

Theoretisch braucht es weder beim Thermomix noch beim Cookit eine App, doch bei Letzterem rate ich stark zur Home Connect-App (iOS oder Android). Gerade, weil die Rezept-Bibliothek nicht extra kostet, lohnt es sich, davon inspirieren zu lassen.

Die App ist dabei nicht auf den Cookit zugeschnitten, sondern dient als Zentrale auch für andere smarte Bosch-Geräte. Dadurch ist sie nicht so schlank wie beispielsweise Cookidoo, aber trotzdem recht leicht zu bedienen. Darin findet ihr ungefähr 4.000 Rezepte, etwa ein Viertel von Cookidoo (aber immer noch ausreichend)

Ich muss zwar aus der App ein Rezept an den Cookit übertragen (und beide müssen sich im selben Netzwerk befinden), dafür kann ich in der App nachschauen, wie lang ein Kochschritt noch dauert. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Ich muss zwar aus der App ein Rezept an den Cookit übertragen (und beide müssen sich im selben Netzwerk befinden), dafür kann ich in der App nachschauen, wie lang ein Kochschritt noch dauert. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Gerichte sind nur so gut wie ihre Rezepte

Das sollte klar sein, ich sage es trotzdem nochmal: Aus den Rezepten bekommt ihr immer etwas Essbares, aber nicht jedes Rezept ist auch ein Banger. Dafür gibt es unter jedem Rezept eine Kommentarfunktion, wo man sich Tipps abholen kann, nice.

Fazit nach einer Woche

Nachdem ich den direkten Vergleich mit dem Thermomix TM7 habe, kann ich sagen: Nach einer Woche finde ich den Bosch Cookit weder signifikant besser noch schlechter. Er ist einfach anders.

  • Ich freue mich über den breiteren Topf, denn die Vorteile überwiegen.
  • Die zusätzlichen Gadget im Lieferumfang müssen niemanden ins Schwitzen bringen.
  • In der Summe ist der Cookit komplexer zu bedienen.
  • Wer schon mal eine handelsübliche Küchenmaschine benutzt hat, kommt auch hier zurecht – ich habe es geschafft, ohne jemals eine besessen zu haben.

Wenn ich eines sagen müsste, dann, dass der Cookit nicht ganz so simpel ist wie der TM7. Die Funktionswelt wirkt größer und man sieht schon am Unboxing, dass ich mit weniger gerechnet hatte.

Mein Fazit fällt nach einer Woche recht ähnlich zum TM7 aus. Damit hatte ich schon gerechnet. Granularer einsteigen werde ich dann im Fazit nach vier Wochen, nachdem sich neue Erkenntnisse herauskristallisiert haben.

Mein Plan für die kommenden Wochen und das nächste Fazit:

  • Weitere Funktionen testen: Meine Alltagssituation hatte derzeit lediglich Eintöpfe und einen Kuchen zugelassen.
  • Pizzateig machen: Wie gut kommt der Cookit mit einem dicken, elastischen Teig zurecht?
  • Ganze Gerichte mit Dampfaufsatz: Mit gedämpftem Fisch habe ich bisher gute Erfahrung gemacht; das will ich mit dem Cookit wiederholen.

Was wünscht ihr euch?

Zum Schluss hoffe ich auf euren Support. Mit einem All-in-One-Gerät kann man so viel machen, dass man Dinge gerne übersieht. Bei meinem Fazit zum Thermomix schrieb ich bereits, dass ich das Gerät am liebsten ein Jahr lang besitzen möchte, um zu sehen, wie es sich in meinen Alltag integriert.

Daher möchte ich von euch wissen: Worauf soll ich achten?

  • Welche Features interessieren euch?
  • Seid ihr Besitzerin oder Besitzer eines Cookit von Bosch und habt Fragen?
  • Liebäugelt ihr mit dem Gerät und möchtet, dass ich etwas ausprobiere?

Schreibt eure Fragen und Ideen gerne in die Kommentare und ich sehe, was ich umsetzen kann.

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