Mein erster Thermomix: 10 Dinge über den TM7 und Cookidoo, die ich gerne vorher gewusst hätte

Sauberkeit, Mitdenken und der wichtigste Hebel der gesamten Maschine: Ich verrate euch 10 wichtige Erkenntnisse zum Thermomix TM7.

Ich hatte Vorwerks Vorzeigemaschine vier Wochen lang in meiner Küche. Ich hatte Vorwerks Vorzeigemaschine vier Wochen lang in meiner Küche.

Über vier Wochen lang habe ich mich mit dem neuen Thermomix TM7 beschäftigt. In der Zeit hat mir das Küchengerät über 30 Gerichte gezaubert.

Ich habe zuvor noch nie einen Thermomix genutzt; ich bin in den Langzeittest also quasi blind gegangen. Dabei habe ich 10 Dinge gelernt, die ich mit euch teilen möchte.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe kocht gerne und oft. Das hat er in die Wiege gelegt bekommen, denn sowohl seine Mutter als auch seine Oma haben in der Küche stets viel am Herd gestanden. Bisher war der so extrem beliebte Thermomix allerdings ein großes Fragezeichen für ihn. Doch damit ist jetzt Schluss.

1. Ja, der Thermomix ersetzt wirklich mehrere Geräte

Eine Sache, die mich an Küchengeräten stört, ist, dass sie meist nur eine Sache können. Das bedeutet: Für diese eine Sache krame ich sie heraus, ansonsten stauben sie ein.

Der Thermomix hat sich bei mir als Multifunktionsgerät erwiesen, das gleich mehrere andere Küchengeräte obsolet machen würde.

  • Handrührgerät
  • Slow-Cooker
  • Reiskocher
  • Eierkocher
  • Mixer
  • Stabmixer
  • Wasserkocher

Hinzu kommen noch weitere Funktionen wie Emulgieren und Fermentieren. Ob ich jetzt Wasser mit dem Thermomix koche, sei mal dahingestellt, aber der Rest würde bei mir definitiv aus den Schränken fliegen.

Video starten 7:00 Thermomix TM7 im Unboxing: So sieht das neue Modell für 1.550 Euro von Vorwerk aus

 2. Der wichtigste Hebel am Gerät könnte es kaputt machen

Der Thermomix TM7 besteht aus einem Übertopf und dem eigentlichen Topf. Verbunden werden beide mittels des Messers und einem Hebel an der Seite.

Und dieser Hebel ist extrem wichtig! Ist der nicht festgestellt, ist der Kochtopf nicht dicht.

Mir ist Folgendes passiert: Am Vorabend hatte ich den Thermomix sauber gemacht und auf seine Station gestellt – ohne den Hebel anzuziehen.

Am nächsten Tag nutze ich den Thermi wie gehabt und wollte eine Karamellsoße für einen Kuchen machen. Ich gebe also Zucker und Sahne in den Topf und … es suppte alles unten raus und in die Station, die ich dann mit Wattestäbchen und Zahnstocher eine Stunde lang sauber gemacht habe.

Das Problem: Der Topf steht auf der Station mit dem Motor darunter. Sprich: Alles, was aus dem Topf läuft, könnte den Motor beschädigen. 

Von diesem Hebel hängt alles ab – wortwörtlich! (Bild: Maxe S., GameStar) Von diesem Hebel hängt alles ab – wortwörtlich! (Bild: Maxe S., GameStar)

  • Es gibt keinen optischen Hinweis, dass der Hebel zu ist.
  • Es gibt keine Erinnerung in der Software, den Hebel zu schließen.
  • Es gibt kein Failsafe, dass der Topf womöglich nicht auf die Station passt, wenn der Hebel offen ist.

Immerhin ist der Verschluss zu den elektrischen Pins und dem Motor darunter ziemlich dicht. Kaputtgemacht habe ich nichts, aber optimal ist es trotzdem nicht.

Wo wir gerade beim Saubermachen sind …

3. Saubermachen muss man immer noch selbst

Womöglich ist das ein No-Brainer, aber unerwähnt lassen will ich es trotzdem nicht. Ja, man muss den Thermomix saubermachen. Das macht das Gerät bei 1.550 Euro nicht selbst (zumindest nicht komplett).

Die Einzelteile sind spülmaschinenfest (abgesehen von der elektrischen Station). Das erleichtert das Saubermachen immens, nimmt es einem aber nicht ab.

Und die Spülmaschine ist keine Option, wenn man mittags einen Kuchen backt und abends seinen Fisch dünsten will. Immerhin: Es gibt Reinigungsprogramme, die den gröbsten Schmutz im Kochtopf entfernen. Das hilft sehr.

4. Stufe 10 für mehr Sauberkeit

Einen Trick habe ich von Elena gelernt, die mich in den Thermomix eingewiesen hat. Der gehört zum Service von Vorwerk; eine entsprechende Einweisung bekommt jeder Käufer und jeder Käuferin.

Um die Messer ordentlich sauberzubekommen, sollte man manuell für kurze Zeit die maximale Drehgeschwindigkeit einstellen. Das sorgt dafür, dass die meisten Reste an den Topfrand geschleudert werden.

Besonders bei Teig lohnt sich die Methode. (Bild: Maxe S., GameStar) Besonders bei Teig lohnt sich die Methode. (Bild: Maxe S., GameStar)

5. Der Thermomix kann eine dedizierte Backmaschine sein

Wenn ich backe (was nicht allzu oft vorkommt), dann mache ich alles immer noch mit dem Handrührgerät. Dass dieses ausgedient hätte, habe ich bereits unter Punkt 1 erklärt.

Der Thermomix würde bei mir allerdings das Mixen und Kneten von Teigen komplett übernehmen, wie es beispielsweise auch eine KitchenAid-Maschine (oder die einer anderen Marke) tun würde. Die Hände freizuhaben, erweist sich als unsagbar praktisch.

So sehen rund 600 Gramm Pizzateig im TM7 aus. (Bild: Maxe S., GameStar) So sehen rund 600 Gramm Pizzateig im TM7 aus. (Bild: Maxe S., GameStar)

Eine dedizierte Backmaschine würde mir also nicht mehr ins Haus kommen.

6. Obacht beim Varoma: Verbrühgefahr!

Der mitgelieferte Varoma ist ein Aufsatz aus Kunststoff, der zum Dampfgaren gedacht ist. Der kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn man ganze Gerichte kochen möchte oder wie ich ein paar gefrorene Gyoza dämpfen will.

Ich habe am Varoma auch nichts weiter auszusetzen, außer, dass man sich leicht verbrühen kann. Hebt man den Deckel an, kommt einem Dampf entgegen. Problematisch wird es erst beim Herunterheben, was man für manche Rezepte tun muss (zum Beispiel für mein Lieblingsrezept aus Cookidoo: Koriander-Lachs mit Pak Choi auf Wasabipüree).

Hier habe ich mich einmal gescheit verbrüht. Vielleicht ist es Übungssache, aber unerwähnt lassen wollte ich es nicht.

7. Thermomix kann ganze Gerichte machen

In den Kommentaren unter meinem Fazit nach einer Woche wurde geunkt, dass der Thermomix ja kein Schnitzel braten und Pommes frittieren kann.

Mal davon abgesehen, dass das Humbug ist, kann das Gerät tatsächlich komplette Gerichte mit wenig eigenem Zutun herstellen.

  • Gerichte, die dampfgegart werden, schafft der TM7 in einem Rutsch.
  • Gerichte mit Reis oder Kartoffeln können dank Garkorb ebenfalls auf einmal gemacht werden.

Mein absolutes Koch-Highlight aus Cookidoo: Koriander-Lachs mit Pak Choi auf Wasabipüree. (Bild: Maxe S., GameStar) Mein absolutes Koch-Highlight aus Cookidoo: Koriander-Lachs mit Pak Choi auf Wasabipüree. (Bild: Maxe S., GameStar)

Wenn ich also wirklich keine Lust habe, mit zig Töpfen und Pfannen zu hantieren, lasse ich den Thermomix allein kochen.

8. Rezepten sollte man nicht blind folgen

In meinem Fazit nach vier Wochen schrieb ich, dass man Cookidoo nicht braucht, wenn man weiß, was man mit dem Thermomix anfangen möchte. Cookidoo kostet 60 Euro zusätzlich im Jahr und ist eine Begleit-Software mit über 16.000 Rezepten sowie weiteren Features.

Allerdings sollte man nicht blind auf die Rezepte in Cookidoo vertrauen. Sie bieten eine Gelinggarantie, ihr bekommt also immer etwas Essbares heraus.

  • Ich habe Rezepte oft nach meinem eigenen Geschmack modifiziert.
  • Ich wusste Dinge oft besser als das Rezept, etwa, dass man Mehlgeschmack aus Speisen herauskochen muss.
  • Mixzeiten variierten oft bei meinen Tests. Ich musste also oft länger mixen oder pürieren als im Rezept angegeben.

Hier sind zum Beispiel noch ganze Karottenscheiben zu erkennen. (Bild: Maxe S., GameStar) Hier sind zum Beispiel noch ganze Karottenscheiben zu erkennen. (Bild: Maxe S., GameStar)

  • Selten mache ich Dinge lieber manuell. Rosinen würde ich zukünftig von Hand in den Hefeteig kneten, weil der Thermomix sie mehr zerschreddert denn eingearbeitet hat.

9. Manche Mahlzeiten koche ich lieber selbst

Um die Slowcooker-Funktion zu testen, habe ich eine Bolognese aus Cookidoo gemacht, die vier Stunden lang schmorte. Die war am Ende leider mehr ein Fleischbrei und nicht so lecker.

Wenn ich meine Bolognese selbst mache, habe ich viel mehr Einfluss auf das Ergebnis.

  • Ich kann die Zwiebeln vorab anschwitzen und karamellisieren, anstatt sie mit dem restlichen Gemüse auf einmal anzubraten, wodurch das nicht mehr funktioniert.
  • Ich kann selbst entscheiden, wie stark ich das Hackfleisch anbrate.
  • Ich habe Kontrolle darüber, wie dick ich die Sauce einkochen möchte.

Allerdings kann ich nach lediglich vier Wochen nicht sagen, wie viel ich tatsächlich selbst machen würde und was mit dem Thermomix. Dazu ist die Zeit einfach zu kurz gewesen.

10. Der Gebrauch hängt vom eigenen Anspruch ab

Der Thermomix TM7 ist klar ein extrem praktisches und performantes Gerät, das man auch einzusetzen wissen muss. Die Zielgruppe ist breitgefächert.

  • Kochanfänger erfreuen sich vor allem am Cookidoo, das sie bei der Hand nimmt. Das ist wahnsinnig wertvoll, weil das sonst kein anderes Gerät bietet.
  • Fortgeschrittene Hobbyköche wie ich brauchen Cookidoo nicht, weil sie Rezepte aus dem Internet einfach am Gerät nachspielen können und so viel mehr Freiheiten (und die nötige Erfahrung) haben, um sie zu modifizieren.
  • Profiköche nutzen den Thermomix als reines Küchengerät, da sie bereits genau wissen, was sie tun wollen oder müssen.

Am Ende der Testzeit hätte meine Frau beispielsweise am liebsten nur noch nach Cookidoo gekocht, weil es simpel ist und Spaß macht, die Rezepte »durchzuspielen«. Ich hingegen würde mir einen Thermomix kaufen, um mein tägliches Kochen (und etwaiges Backen) zu vereinfachen.

Das macht es schwer, das Gerät zu empfehlen. Meine Mutter nutzt ihren TM5 seit elf Jahren voller Begeisterung, bei anderen würde der Thermomix in der Ecke verstauben.

Wenn ihr also mit einem Thermomix liebäugelt, wisst ihr jetzt zehn Dinge mehr. Ein so wahnsinnig komplexes Gerät wirft nämlich Fragen auf, die man vorher vielleicht gar nicht auf dem Schirm hattet.

Besitzt ihr denn einen Thermomix? Wenn ja: Seid ihr zufrieden? Oder habt ihr eventuell die Konkurrenz auf der Arbeitsplatte stehen? Schreibt es gerne in die Kommentare.

zu den Kommentaren (9)

Kommentare(9)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.