Auf der vorherigen Seite habt ihr gelesen, wie ich Design und Haptik einschätze. Über die schlanke App habe ich mich gefreut, auch wenn mir das ANC schlichtweg zu krass ist.
Bose QuietComfort 2: So klingen sie
Ich habe die Kopfhörer sowohl im Bluetooth-Modus als auch mit USB-C-auf-Klinke-Kabel (im Lieferumfang enthalten) ausprobiert. Beides hat sich ruckzuck mit meinem Rechner respektive Handy verbunden.
Aus dem Stand liefern die QuietComfort 2 vor allem basslastigen Klang. Das gehört mittlerweile fast zum guten Ton, denn dominante Tieftöne kommen bei den Leuten gut an. Ich bin direkt in den Equalizer gehopst, und habe den Bass und auch die Mitten ein wenig heruntergezogen. Meine Einstellung, mit der ich gehört habe, sieht so aus:
Bekommen habe ich dann einen Klang, den ich ehrlicherweise nicht erwartet habe. Getrübt durch den Ersteindruck der Haptik, dem drückenden Noise-Cancelling und der Sprachqualität war ich auf alles eingestellt, aber nicht auf eine dermaßen brillante Audioqualität.
Der Sound ist sehr knackig (im Englischen würde ich sagen »snappy«). Klar voneinander differenzierte Mitten, keine klirrenden Höhen und ein Bass als Bett. Hier überlagert nichts, hier versumpft nichts.
Gut hört man das beim Song »Cycles« von OMICRON. Elektronische Sounds ertönen isoliert, der Bass legt sich darunter, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, die spacigen Hochtöne und Saxophone schrillen nicht.
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Gerade das Detailreichtum sucht auf Basis dessen Seinesgleichen, weil der Klang so klar und luftig ans Ohr kommt. Das öffnet Tür und Tür für komplexe Stücke – sei es mit vielen Instrumenten oder einer vielschichtigen Klangstruktur –, die dann richtig Spaß machen.
»The Speck of Dust« von Leonid & Friends, einer riesigen Supergroup mit unzähligen Musikerinnen und Musikern, ist purer Genuss auf den QuietComfort 2. Jedes Instrument kommt zur Geltung, der Gesang der Sängerin bleibt stets im Fokus, obwohl im Hintergrund teilweise richtig viel abgeht (sogar mongolischer Kehlengesang).
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Die Klangbühne macht dabei enorm breit auf. Live-Musikstücke profitieren sehr stark von den Bose QuietComfort 2, weil die Kopfhörer Details nicht verschlucken. Der viel und gern verwendete Live-Auftritt der Eagles von 1994 auf MTV ist ein Paradestück; bei »Hotel California« hört man den Anschlag jeder Basssaite (via Spotify).
Bleibt schlussendlich nur noch der Stresstest – und da greife ich zu il vento d’oro aus dem Soundtrack von JoJo’s Bizarre Adventure. Hier mischen sich unter anderem markante elektrische Beats, en masse Bläser, Streichinstrumente, eine dominante Bassline, ein Solist am Klavier unter Rap und Chorgesänge, teilweise garniert mit Noise, also Rauschen. Wenn ein Audiogerät hier abliefert, hat man Gold auf den Ohren.
Kein Problem für die Bose QuietComfort 2.
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So hervorragend die Bose QuietComfort 2 auch tönen, den Thron bei Bluetooth-Over-Ears besteigen sie bei mir persönlich nicht. Den verteidigen Sonys WH-1000XM6 mit Zähnen und Klauen. Das Modell der Japaner hat einfach mehr Körper und eine gewisse Vollmundigkeit, welche Boses Kopfhörer nicht erreichen. Fairerweise kostet das Modell aber auch UVP 150 Euro mehr (auf der Straße sind sie mittlerweile für rund 360 Tacken zu haben).
Zum Schluss möchte ich noch eine Empfehlung aussprechen. Immersive Audio, das die Position eures Kopfes trackt und den Klang dreidimensional anpasst, ist für Musik eine nette Dreingabe. Bei Filmen und Serien zeigt sich allerdings der Wert dieser Funktion.
Im Normalfall greife ich nicht zu dedizierten Filmen, um Kopfhörer zu testen, das mache ich bei Soundbars, Boxen und Co. Bei den QuietComfort 2 habe ich allerdings meinen Testliebling Top Gun: Maverick angeschmissen, um Immersive Audio zu testen.
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Gerade bei den Jets, die im Film aus allen Richtungen über den Himmel jagen, zahlt sich Immersive Audio doppelt und dreifach aus. Es macht richtig Spaß, sich einsaugen und vom Headtracking mitnehmen zu lassen.
Die Bose QuietComfort 2 werden wohl meine Standardempfehlung werden, wenn jemand einen Kopfhörer fürs Heimkino sucht.
Und jetzt wirklich zum letzten Wort: Kabelgebunden klangen die Kopfhörer noch mal ein Eckchen besser. Habt ihr daran Interesse, empfehle ich euch allerdings, ein längeres Kabel zu kaufen. Beide Exemplare im Lieferumfang (USB-C und USB-C-auf-Klinke) waren mir im Test mit einem Meter zu kurz.
So habe ich getestet
Ich hatte die Bose QuietComfort 2 drei Tage auf dem Kopf. Ich habe Musik und Podcasts gehört sowie Filme geschaut.
Spezifikationen
- Bauweise: Geschlossen (Over-Ear)
- Gewicht: ca. 230g
- Faltmechanismus: Ja
- ANC: Ja, über sechs Mikrofone; in 10 Stufen verstellbar
- Modi: Leise, Wahrnehmbar, Immersion, Kino
- Bluetooth: 5.4
- Akkulaufzeit: ca. 21 Stunden (gemischte Nutzung)
- Ladezeit: ca. 3 Stunden; nach 15 Minuten rund 2 Stunden Hörzeit
Preis und Verfügbarkeit
Die Bose QuietComfort 2 könnt ihr für 350 Euro beim Hersteller kaufen; die Auslieferung begann am 13. August. Weil die Kopfhörer brandneu sind, bekommt ihr sie auf der Straße höchstens nur ein klein wenig günstiger.
Die Bose QuietComfort 2 sind für euch, wenn …
- … ihr leichte Reisekopfhörer sucht, die mit starkem ANC und herausragendem Klang trumpfen.
- … ihr Bluetooth-Over-Ears mit überdurchschnittler Klangqualität sucht.
- … ihr euch vor ein wenig Feintuning nicht scheut.
Mögliche Alternativen zu den Bose QuietComfort 2:
- Sony WH-1000XM6: Diese Empfehlung ist für all diejenigen unter euch, denen Audioqualität am wichtigsten ist. Dieses Modell ist meine persönliche Referenz in Sachen Bluetooth-Over-Ears und lässt auch die QuietComfort 2 hinter sich zurück. Auf der Straße sind sie ab 360 Euro zu haben.
- Anker Soundcore Liberty 5 Pro: Das sind zwar In-Ears, sie haken aber alles Wichtige ab, was ihr auf Reisen oder im Büro braucht: starkes, fünfstufiges ANC, hohe Audioqualität und glasklare Übertragung bei Anrufen. Die Pro-Variante löhnt 180 Euro, Pro Max mit KI-Features und großem Display auf dem Case 250 Euro.
Was ein Ritt! Eine solche Berg-und-Tal-Fahrt habe ich bei Kopfhörern lange nicht mehr mitgemacht. Nach dem ernüchternden Ersteindruck gepaart mit dem drückenden ANC standen die Bose QuietComfort 2 und ich auf schlechtem Fuß. Das hat mir deshalb Sorgen bereitet, weil ich weiß, wie beliebt dieses Modell da draußen ist und ich dem gerecht werden will.
Zum Glück haben die Kopfhörer und ich uns nach und nach angefreundet. Wir hatten einen holprigen Start, schlussendlich weiß ich die QuietComfort 2 allerdings zu schätzen.
Mal sehen, wie lange das Testgerät bei mir noch bleiben darf. Ich werde bis dahin weiter fleißig Musik hören (und Filme schauen!) und euch gegebenenfalls mit einem Update versorgen, wie ich es auch mit den Soundcore Liberty 5 Pro (Max) getan habe.
Ach ja, für mich war das der Jungfernflug mit der Modellreihe. Ob ihr von der ersten Version auf die zweite upgraden sollt, kann ich euch daher leider nicht sagen.
Aber keine Sorge!
Mirco hat ebenfalls ein Testgerät bekommen und wird in Bälde einen Artikel schreiben, wo er beide Versionen miteinander vergleicht. Bleibt daher bitte noch etwas geduldig, liebe QuietComfort-Fans, vielen Dank!
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