Wenn wir über das goldene Zeitalter des Fernsehens sprechen, führt kein Weg an Breaking Bad vorbei. Die Geschichte von Walter White, einem krebskranken Chemielehrer, der zum skrupellosen Drogenbaron aufsteigt, hat moderne TV- und Streaming-Serien nachhaltig geprägt.
Doch der Erfolg dieser Serie hing an einem seidenen Faden, von dem selbst viele langjährige Fans nichts ahnen. Einer der absoluten Publikumslieblinge, der das Herzstück der emotionalen Reise bildete, war ursprünglich als bloßes Bauernopfer vorgesehen. Jesse Pinkman, gespielt von Aaron Paul, sollte das Ende der ersten Staffel eigentlich nicht erleben.
Warum sollte Jesse Pinkman in Season 1 von Breaking Bad sterben?
Serienschöpfer Vince Gilligan hatte zu Beginn eine sehr klare, aber weitaus düstere Vision für den Verlauf der Handlung. In seinem ursprünglichen Skript war Jesse Pinkman lediglich als Katalysator für Walters Entwicklung gedacht.
Er sollte am Ende der ersten Staffel bei einem missglückten Drogendeal ums Leben kommen. Dieser tragische Tod sollte Walter White mit massiven Schuldgefühlen zurücklassen und ihn tiefer in die Abgründe der Kriminalität treiben.
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Breaking Bad: El Camino vereint Jesse Pinkman mit alten Bekannten wieder
Wie ein Autorenstreik die Geschichte rettete
Dass wir dann aber doch fünf Staffeln lang die komplexe Beziehung zwischen Walt und Jesse verfolgen durften, verdanken wir einer Kombination aus Glück und außergewöhnlichem Talent. Ein entscheidender Faktor war der Streik der Writers Guild of America in den Jahren 2007 und 2008.
Dieser sorgte dafür, dass die erste Staffel von Breaking Bad nach nur sieben statt der geplanten neun Episoden endete. Die neunte Folge, in der Jesse ursprünglich sterben sollte, wurde nie produziert, was auch Walters Schwager Hank das Leben rettete, denn er stand ebenfalls auf der Abschussliste. Die ungeplante Pause gab Vince Gilligan die nötige Zeit, seine Entscheidung grundlegend zu überdenken.
Schon während der Dreharbeiten zur zweiten Episode wurde dem gesamten Team klar, dass sie mit Aaron Paul einen absoluten Glücksgriff gelandet hatten. Die Chemie zwischen ihm und Bryan Cranston war so greifbar und intensiv, dass es sich für die Produzenten wie ein kolossaler Fehler anfühlte, diese Figur aus der Geschichte zu streichen.
Man erkannte schnell, dass die Serie nicht nur von Walters Transformation lebt, sondern vor allem von dem moralischen Tauziehen zwischen dem Lehrer und seinem ehemaligen Schüler, weshalb sich das für Jesse geplante Schicksal zunehmend falsch anfühlte.
Ein Vermächtnis weit über die Serie hinaus
Hätte Gilligan an seinem ursprünglichen Plan festgehalten, wäre Breaking Bad vermutlich eine völlig andere Erfahrung geworden. Jesse entwickelte sich zum moralischen Kompass der Serie, zu der Figur, mit der ihr vermutlich am meisten mitgefühlt habt. Seine enorme Popularität führte letztlich sogar dazu, dass er mit El Camino einen eigenen Spielfilm erhielt und auch im Prequel Better Call Saul auftrat.
Sogar hinter den Kulissen sorgte das ursprünglich geplante Todesurteil für amüsante Anekdoten. Bryan Cranston erlaubte sich regelmäßig den Scherz, Aaron Paul nach dem Lesen eines neuen Drehbuchs mitleidig zu umarmen und ihm zu sagen, dass er ja immerhin mit einem Knall abtrete.
Am Ende blieb Jesse Pinkman jedoch bis zur letzten Sekunde erhalten.
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