Nicht mehr nur ein Video-Tool, sondern eine Content Farm
: Der Video-Editor CapCut ist gerade bei TikTok und Instagram-Nutzern beliebt. Seit dem 12. Juni 2025 räumt sich allerdings der Betreiber der App in seinen Nutzungsbedingungen weitreichende Möglichkeiten für die Nutzung eurer Inhalte an – und zwar nicht nur für die, die ihr online postet.
CapCut kann jeden eurer Inhalte legal in einer Anzeige oder anderen Medien verwenden
CapCut gehört dem chinesischen Unternehmen ByteDance, das auch TikTok betreibt. Im Juni 2025 hat der Konzern die Nutzungsbedingungen geändert, mit weitreichenden Folgen für alle Nutzer.
CapCut betont zwar, dass ihr die Eigentumsrechte an eurem Content habt, aber räumt sich und all seinen jetzigen und künftigen Partnern, das Recht ein, die zu benutzen.
Dort gewährt ihr CapCut und seinen Partnern:
Eine bedingungslose, unwiderrufliche, nicht ausschließliche, unentgeltliche, vollständig übertragbare (einschließlich unterlizenzierbare), unbefristete, weltweite Lizenz zur Nutzung, Änderung, Anpassung, Vervielfältigung, Erstellung von Bearbeitungen, Anzeige, Veröffentlichung, Übertragung, Verteilung und/oder Speicherung Ihrer Benutzerinhalte für die Bereitstellung der Dienste für Sie.
Theoretisch könnten CapCut oder deren Partner also eure Videos, euer Gesicht oder eure Stimme nehmen und sie für eigene Werbespots weltweit unbegrenzt einsetzen.
Im Interview mit dem Online-Magazin TechRadar warnt die Social-Media-Expertin Claudia Sandino:
Wenn ihr ein Video von euch hochladet oder auch nur eure Stimme, dann können sie das alles legal in einer Werbung oder anderen Medien verwenden, ohne euch zu benachrichtigen oder zu entschädigen.
Das führt TechRadar zu dem Urteil: CapCut ist nicht mehr nur ein Video-Tool, sondern eine Content Farm.
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Ist es legal, was CapCut da macht?
In den Nutzungsbedingungen schreibt der Betreiber ByteDance zwar, dass die Nutzungsbedingungen im Einklang mit den Gesetzen des jeweiligen Landes, in dem sich der Nutzer befindet, zu verstehen sind.
Allerdings enthält die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) mindestens drei Passagen, mit der CapCuts neue Nutzungsbedingungen nicht konform klingen:
- Besondere Datenkategorien: CapCut beansprucht mit den Nutzungsbedingungen auch die Verwendung eures Gesichts und eurer Stimme. Die können je nachdem wie sie genutzt werden laut DSGVO (Artikel 9) als biometrische Daten gelten und sind besonders geschützt.
- Keine gesonderte Einwilligung: Gerade solche Daten erfordern eine ausdrückliche, freiwillige und informierte Einwilligung vor. Eine pauschale Zustimmung in den AGB, die nur durch die Nutzung der App erteilt wird, könnte dafür als nicht ausreichend angesehen werden.
- Kein Widerruf möglich?: Die Bedingungen sprechen von einer
unbefristeten, unwiderruflichen
Lizenz. Die DSGVO garantiert euch aber in Artikel 7 das Recht, eure Einwilligung jederzeit zu widerrufen.
Das bedeutet, dass Datenschützer die Passagen angreifen können. Allerdings solltet ihr als Nutzer, wenn ihr damit nicht einverstanden seid, trotzdem Konsequenzen ziehen.
Das könnt ihr tun, wenn ihr mit den Nutzungbedingungen von CapCut nicht einverstanden seid
Ihr könnt den neuen Nutzungsbedingungen nicht widersprechen. ByteDance gibt an, dass eure Nutzung von CapCut einer Zustimmung gleich kommt.
Wenn ihr mit den neuen Bedingungen aber nicht einverstanden seit, dann solltet ihr euch mit Alternativen vertraut machen.
Alternativen zu CapCut
Es gibt verschiedene Apps, mit denen ihr auf eurem Handy Videos schneiden könnt. Wir haben für euch drei aktuelle herausgesucht:
- VN Video Editor: Eine kostenlose und leistungsstarke mobile App, die oft für ihre professionelleren Funktionen gelobt wird und kein Wasserzeichen hinterlässt, verfügbar im App Store und Play Store.
- InShot: Eine beliebte App mit vielen Filtern und Bearbeitungsfunktionen. Sie bietet eine kostenlose Version mit Basisfunktionen; erweiterte Features oder die Entfernung des Wasserzeichens sind über In-App-Käufe verfügbar. InShot gibt es im App Store und Play Store.
- YouCut: Die benutzerfreundliche und kostenlose App bietet grundlegende Bearbeitungsfunktionen, ebenfalls ohne Wasserzeichen, verfügbar im App Store und Play Store.
Ob und wie ihr CapCut weiterhin nutzt, müsst ihr selbst entscheiden. Allerdings solltet ihr euch der weitreichenden Möglichkeiten zur Nutzung, die sich ByteDance einräumt, bewusst sein.
Was meint ihr dazu? Nutzt ihr CapCut und wenn ja: Wollt ihr durch die geänderten Nutzungsbedingungen wechseln? Oder benutzt ihr vielleicht ein ganz andere Tool, um mobil Videos zu schneiden? Schreibt uns eure Meinung und Erfahrungen in die Kommentare!


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