Die isometrische Perspektive, die wuseligen Pixel-Männchen, das unverkennbare Raster: Wer den ersten Blick auf Car Park Capital wirft, muss als etwas reiferer PC-Spieler unweigerlich an das großartige Rollercoaster Tycoon 2 von 2002 zurückdenken.
Doch unter der charmanten Retro-Fassade verbirgt sich eine Prämisse, die sämtliche Konventionen des Städtebau-Genres à la Cities: Skylines auf den Kopf stellt. Statt als wohlwollender Bürgermeister grüne Oasen und effiziente Nahverkehrsnetze aus dem Boden zu stampfen, schlüpft ihr in die Rolle eines rücksichtslosen Lobbyisten der Automobilindustrie.
Das Ziel der Wirtschaftssimulation besteht darin, eine funktionierende Infrastruktur dem Erdboden gleichzumachen und eine betonierte Utopie für den motorisierten Individualverkehr zu erschaffen - ein überraschend großer Spaß, finden die Steam-Spieler und unser Autor. Eine Kaufempfehlung?
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Car Park Capital: Bitterböses Aufbauspiel ist ein Flashback in gute, alte 2D-Zeiten
Die dunkle Seite der Stadtplanung
Der niederländische Solo-Entwickler Hilko Janssen hat unter dem Namen Hilkojj Interactive eine bissige Satire auf die städtebauliche Automobilabhängigkeit erschaffen. In Car Park Capital seid ihr kein wohlwollender Städteplaner, sondern erzkonservativer Kapitalist. Euer oberster Ziel: Die Menschen immer abhängiger vom Auto zu machen, um so immer höhere Preise für die eigenen Produkte verlangen zu können.
Eure Methoden sind dabei rücksichtslos: Ihr kauft private Grundstücke auf, lasst intakte Wohnviertel zwangsräumen und siedelt die Bewohner in weitläufige Vorstädte um. Parks und U-Bahn-Stationen weichen mehrstöckigen Parkhäusern. Fies: Durch den gezielten Rückbau von Schienennetzen entsteht ein künstlicher Zwang zum Auto, der die Kassen eures Unternehmens klingeln lässt.
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