ChatGPT könnte bald Werbung bekommen – Leak zeigt deutliche Hinweise

Die Ära des werbefreien ChatGPT könnte bald vorbei sein. Ein Leak deutet darauf hin, dass es im Chatbot bald Werbung geben könnte – und die erinnert stark an Google.

Mit Google Ads können Werbetreibende sich einen Platz in der Google-Suche sichern – ähnliche Werbung könnte es auch bald in den Chats mit ChatGPT geben. (Bildquelle, Hintergrund: AlexPhotoStock, Adobe Stock) Mit Google Ads können Werbetreibende sich einen Platz in der Google-Suche sichern – ähnliche Werbung könnte es auch bald in den Chats mit ChatGPT geben. (Bildquelle, Hintergrund: AlexPhotoStock, Adobe Stock)

Werbung bei ChatGPT: Interne Code-Referenzen in der neuesten Beta-Version der ChatGPT Android App zeigen deutliche Hinweise darauf, dass OpenAI Werbe-Einblendungen im Chatbot vorbereitet.

Hier erfahrt ihr, was bisher bekannt ist und wie Werbung in ChatGPT künftig aussehen könnte.

Video starten 56:01 GameStar Tech Talk: Geht KI zu weit?

Werbung in ChatGPT-Chats

Externe Entwickler in der Beta-Version (1.2025.329) der ChatGPT Android App Code-Referenzen gefunden, die auf geplante Werbeeinblendungen in der künftigen ChatGPT-App hindeuten

Entwickler Tibor Blaho teilte auf X (vormals Twitter) einen Screenshot von Funktionen im Code, die auf die Einblendung von Werbeinhalte schließen lassen:

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Konkret verweist er auf folgende Seitenelemente:

  • search ad: Der Begriff erinnert stark an die Google Search Ads, also die prominent platzierte Werbung in euren Google Suchanfragen. Das könnte für ChatGPT bedeuten: Verwendet ihr in einer Anfrage im Chatbot ein bezahltes Keyword wie etwa beste Weihnachtsbeleuchtung, erhaltet ihr zuerst Anzeigen der für die Produkte der Werbekunden.
  • search ads carousel: Ein Karussell ist eine horizontal scrollbare visuelle Leiste mit Produktbildern, Preisen und direkten Links. Ihr findet solche Karussells auf vielen Shopping-Plattformen, wo euch mehrere gesponserte Produkte gleichzeitig präsentiert werden.
  • bazaar content: Das ist der schwammigste der drei Begriffe. Es ist durchaus vorstellbar, dass jenseits von unmittelbaren Werbe-Einblendungen hier auch eine subtilere Form von Werbung, die in die Chats eingebunden wird, geplant ist.

Die verfügbaren Informationen deuten also vornehmlich darauf hin, dass ChatGPT euch künftig, wenn ihr nach Produkten oder Kaufempfehlungen fragt, auch bezahlte Werbung anzeigt. Der Chatbot hat für viele die Google-Suche ersetzt und könnte analog einen ähnlichen Weg gehen wie einst die Suchmaschine.

Geht ChatGPT Googles Weg?

In den letzten Wochen wurden Stimmen um eine mögliche KI-Blase lauter. Im Zentrum solcher Befürchtungen stehen gerade auch die Produkte von OpenAI.

Das Problem: OpenAI hat neben den Investitionen auch massive laufende Kosten. Allerdings ist bisher nur eine kleine Minderheit von Nutzern bereit, für die Benutzung etwa von ChatGPT zu bezahlen: Nur fünf Prozent der weltweit 800 Millionen Nutzer sollen zumindest ein Bezahl-Abo bei OpenAI haben.

Auch in Deutschland verwendet, wie eine repräsentative Umfrage des TÜV zeigt, bereits eine Mehrheit den Chatbot:

  • Schon 65 Prozent der Befragten haben schon einmal ein KI-Produkt verwendet – in der jüngsten Gruppe sogar 90 Prozent.
  • Und für 72 Prozent von jenen steht die Informationssuche mittels KI im Vordergrund – eine Aufgabe, die bisher Suchmaschinen, zuvorderst Google übernommen haben.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass OpenAI nach ähnlichen Finanzierungswegen sucht wie einst der Suchmaschinen-Gigant Google. Die geleakten Code-Referenzen deuten künftige Werbeeinblendungen zumindest an. Ob und wann sie aber tatsächlich im Chat mit der KI erscheinen, ist nicht bekannt.

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