Die Macher von ChatGPT zahlen Millionen, weil ihr »Danke« und »Bitte« sagt – aber macht das überhaupt einen Unterschied?

Was kostet schon ein Danke? »Zig Millionen Dollar«, zumindest, wenn es gegenüber ChatGPT ist. Aber bringt Höflichkeit gegenüber Chatbots eigentlich etwas? Wir klären auf.

Seid ihr nett zu ChatGPT, ist ChatGPT nett zu euch? Wir erklären, was Höflichkeit gegenüber dem Chatbot angeblich kostet und was sie bringt. (Bildquelle: AliSta, Adobe Stock) Seid ihr nett zu ChatGPT, ist ChatGPT nett zu euch? Wir erklären, was Höflichkeit gegenüber dem Chatbot angeblich kostet und was sie bringt. (Bildquelle: AliSta, Adobe Stock)

Viele Menschen sagen Bitte und Danke zu ChatGPT. Den Betreiber des Chatbots kostet das nach eigenen Angaben Millionen.

Hier erfahrt ihr, was Höflichkeit gegenüber ChatGPT kostet und was sie bringt.

Was kostet Bitte und Danke? Zig Millionen

KI-Modelle wirken so simpel: Man gibt einen Prompt ein und die KI spuckt eine Antwort, ein Bild oder sogar ein Video aus. Doch dahintersteht eine gewaltige Rechenleistung und die kostet Ressourcen. Eine Studie der Universität Kalifornien, Riverside zeigte jüngst den hohen Strom- und Wasserverbrauch der Large-Language Models auf. TomsHardware errechnet daraus:

  • Für die Generierung von 100 Wörtern, also einer E-Mail etwa mit GPT-4 werden je nach Standort zwischen 235 und 1408 ml Wasser zur Kühlung der Rechenzentren verbraucht.
  • Wenn nur ein Zehntel der arbeitenden US-Amerikaner GPT-4 auch bloß einmal die Woche benutzten, entspräche das einem Energiebedarf von 121.517 MWh. Damit könnten alle Haushalte in Washington D.C. für 20 Tage mit Strom versorgt werden.

Bei OpenAI macht Kleinvieh auch Mist, was einen Twitter-Nutzer zu der Frage brachte, wie viel Geld OpenAI wohl Bitte und Danke an Elektrizitätskosten bedeutet.

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Die etwas kryptische Antwort von OpenAI-Chef Sam Altman folgte sogleich:

Zig Millionen Dollar – gut investiert. Man weiß ja nie.

Was bringt Höflichkeit gegenüber KI-Chatbots?

Bitte und Danke verlängern einen Text also zumindest erst einmal. Aber bringen sie auch etwas für die Qualität der Ausgabe?

Eine Studie der Waseda-Universität und des RIKEN Center for Advanced Intelligence Project in Tokio untersuchte, wie sich der Tonfall von Eingaben auf die Leistung von Sprachmodellen wie ChatGPT auswirkt. Untersucht wurde das Ganze auf Englisch, Japanisch und Chinesisch.

Dabei bringt die Studie folgende Ergebnisse:

  • höfliche Anfragen bringen tendenziell präzisere
  • unhöfliche Anfragen können zu voreingenommenen und falschen Antworten führen oder eine gänzliche Verweigerung zur Folge haben
  • Übertriebene Höflichkeit führt nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen.
  • Was höflich ist und was nicht, ist stark von der jeweiligen Sprache und ihren Gepflogenheiten abhängig.

Video starten 44:19 »Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität« - Wir busten mit einem Experten 5 Mythen zu KI

Aber woran liegt das? Die Autoren der Studie schreiben, dass durch das Training auf Texten von Menschen auch Large-Language-Models das menschliche Bedürfnis nach Respekt bis zu einem gewissen Grad widerspiegelten.

Nathan Bos, Forschungsmitarbeiter an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, der sich mit der Interaktion zwischen Mensch und Computer beschäftigt, wundern die Ergebnisse gegenüber Scientific American auch nicht wirklich.

Höfliche Prompts könnten das System dazu anleiten, Informationen aus höflicheren Bereichen des Internets zu ziehen. Sarkastische Prompts könnten beispielsweise dagegen auf Diskussionen in Reddit-Foren lenken.

Auch ganz grundsätzlich hält er das Bitte für eine gute Prompting-Praxis:

"Bitte" signalisiert, dass es sich bei dem Folgenden um eine Bitte handelt, was dem LLM erleichtert, passend zu antworten.

Ganz prinzipiell gebe ein Chatbot etwas aus, das dem ähnlich ist, was wir hineingeben.

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Sollen wir künftig netter zu ChatGPT sein?

Die japanische Studie zeigt zumindest, dass die Höflichkeit gegenüber Chatbots durchaus nützliche Auswirkungen auf die Qualität der Ausgaben haben.

Es handelt sich also nicht nur um Gewohnheit, oder eine überspitzte Befürchtung, die Maschinen könnten eines Tages die Weltherrschaft übernehmen und man müsse sich gut mit ihnen stellen, wie der folgende Post zum Ausdruck bringt:

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Der große Ressourcenverbrauch der KI-Modelle bleibt aber ein Problem, dem mit ein paar Bitte und Danke weniger wohl kaum zu begegnen ist.

Da geht es vielleicht eher darum, die Chatbots generell gezielter einzusetzen. Dann aber am besten einigermaßen höflich.

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