Ich habe vor etwa einem halben Jahr eine der interessantesten Kaffeemaschinen geschenkt bekommen, die ich je gesehen habe. Die CoffeeB-Maschine ist eine Kapselmaschine, bei der der Kaffee nicht aus Aluminium- oder Kunststoff-Behältern kommt, sondern aus kleinen Kügelchen, die sogar kompostierbar sind.
Obwohl ich die Maschine fast täglich verwende, bin ich mir nicht vollkommen sicher, ob ich sie euch heute weiterempfehlen kann oder sollte – es liegt aber nicht am Kaffee.
Wie funktioniert die Maschine?
Was ist die CoffeeB-Maschine? Einfach ausgedrückt ist die CoffeeB-Maschine eine Kapselmaschine, die ohne Kapseln auskommt. Stattdessen kommt der Kaffee aus kleinen Kügelchen, die in Neuner-Packs verkauft werden.
Die Bällchen sind 100 Prozent gartenkompostierbar – kein Plastik und kein Aluminium. Tatsächlich sollen die Restkugeln als Dünger für Pflanzen verwendet werden können, was ich allerdings nicht ausprobiert habe. Bei mir landen die Kugeln im Biomüll.
Die mechanische Bedienung ist seltsam zufriedenstellend: Die Kugeln werden in einen Dispenser gefüllt, den ihr drehen könnt, damit eine davon aus einer Lücke herausrollt und auf einer geschlossenen Luke landet. Anschließend öffnet ihr sie mit einem Drehrad und die Kugel fällt ins Innere der Maschine.
Dann muss ein Hebel an der Seite nach unten gedrückt werden, damit die Kugel von der Maschine »geladen« wird. Zum Schluss drückt ihr auf einer der zwei Tasten, um eure gewünschte Ausgabemenge festzulegen.
- 40 ml (gedrückt halten für 25 ml)
- 110 ml (gedrückt halten für 200 ml)
Der Kaffee wird vorne ausgegeben, bis die Kugel »erschöpft« ist und der Hebel an der Seite wieder in die Ursprungsposition zurückspringt. Die Reste von der Kugel landen in einem Container in der Vorderseite des Gerätes.
Eine Kaffeemaschine, die »Spaß« macht: Ich muss zugeben, dass ich die CoffeeB-Maschine gerne bediene. Das Drehen vom Dispenser, das Öffnen der Luke und das Umlegen vom Hebel fühlen sich schön zufriedenstellend an und es macht irgendwie Spaß. Es erinnert mich etwas an die Kaugummiautomaten meiner Kindheit.
Preis-Leistung: Die Kaffeemaschine selbst kostet eigentlich 100 Euro. Inzwischen erhaltet ihr sie effektiv geschenkt: Bei Marktkauf und Netto gibt es sie für 33 Euro mit vier Packungen Kaffeebällchen. Euch wird sogar noch ein 20 Euro-Gutschein hinterhergeworfen.
Für die einzelnen Kaffeekugel-Packungen werden einzeln 3,50 Euro fällig. Jede Kaffeetasse kostet euch somit etwa 38 Cent.
Wie macht sie sich in der Praxis?
Wie ist der Kaffee? Mir persönlich schmeckt der Kaffee ganz gut, aber er ist auch nichts, was mich aus den Socken haut. Wenn ihr schon einmal Kaffee aus einer Pad- oder Kapselmaschine getrunken habt, dann wird euch der Geschmack nicht überraschen. Getestet habe ich folgende Kaffeekugeln:
- Espresso
- Espresso Forte
- Lungo
- Lungo Forte
- Ristretto
- Decaffeinato
Es gibt eine Sache, die ich am Kaffee bemängeln muss:
- Die Temperatur könnte höher sein. Der Kaffee ist zwar heiß, aber nicht so, dass ihr ihn abkühlen lassen müsst. Ich persönlich präferiere ihn heißer.
Der Prozess geht sehr schnell und ist nicht besonders laut. Für eine Tasse Kaffee wartet ihr etwa eine Minute.
Zwei weitere Probleme
Abseits davon gibt es noch zwei weitere Probleme mit der CoffeeB-Maschine.
Schnelle Schimmelbildung im Auffangbehälter: Die feuchten Kugeln werden in dem vorher erwähnten Container gesammelt. Weil ich in der Regel nur einen Kaffee pro Tag trinke, leere ich diesen erst nach etwa sieben bis neun Tagen, weil dann die Meldung erscheint, dass der Behälter voll ist.
Der Zeitraum reicht allerdings schon aus, dass sie anfangen im Container zu schimmeln. Ich muss den Behälter also früher leeren, obwohl er noch nicht voll ist, damit sich kein Schimmel bildet.
Die Zukunft bereitet mir Sorgen. Was nützt es, wenn die Maschine ökologisch vermarktet wird und kompostierbare Kugeln verwendet, wenn sie am Ende auf dem Elektroschrott landen muss?
Denn aktuell bin ich mir nicht sicher, ob die CoffeeB-Maschine eine Zukunft haben wird. MediaMarkt-Saturn hat sie wegen schlechter Verkaufszahlen aus dem Sortiment genommen, andere Händler verscherbeln sie (siehe oben) und die Kugeln sind bei immer weniger Händlern erhältlich. Bei mir im Ort finde ich sie nur noch im Edeka.
Andererseits sind erst neulich zwei neue Kaffee-Kugelsorten (Intenso Espresso und Classico Espresso) erschienen und laut Edeka läuft das Geschäft mit den Kugeln gut. Ich habe also noch Hoffnung.
- Kompostierbare Kaffeekugeln
- Sehr zufriedenstellendes Handling
- Schnelle Kaffeezubereitung
- Kaffee könnte heißer sein
- Kugel-Auffangbehälter schimmelt schnell
- Ungewisse Zukunft
Meine Empfehlung
Mir fällt es schwer, die CoffeeB-Maschine vollends weiterzuempfehlen, obwohl ich sie sehr gerne verwende, der Kaffee mir gut schmeckt und ich die ökologischen Kugeln schätze. Das größte Problem ist die ungewisse Zukunft.
Wenn ein Händler sie euch praktisch hinterherwerft und andere die Kugeln und die Maschine aus dem Sortiment nehmen, verheißt das nichts Gutes.
Von der anderen Seite betrachtet, könnt ihr aktuell ein ausgezeichnetes Schnäppchen machen. Laut Edeka läuft das Geschäft besser, als es den Anschein macht. Wenn ihr also nach einer nachhaltigen Alternative zur Kapsel- und Padmaschinen sucht, dann ist die CoffeeB eine gute Wahl – solange ihr an die Zukunft der Maschine glaubt.

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