So viele Top-Controller haben ein nerviges Detail und ich wundere mich, warum es nicht öfter ernst genommen wird

Kolumne: Ein neuer Controller hätte ein neuer Favorit werden können, aber er hat ein Problem, dass leider viele haben – und das trotz eSport-Fokus und hohen Preisen.

Die Tasten auf der Rückseite von Controllern sind ein tolles Feature, das aber auch richtig umgesetzt werden muss. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die Tasten auf der Rückseite von Controllern sind ein tolles Feature, das aber auch richtig umgesetzt werden muss. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ich habe in diesem Jahr viele Controller testen dürfen und aktuell liegt der neue Nacon Revolution X Unlimited auf meinem Tisch. Von allen Gamepads, die ich dieses Jahr getestet habe, bietet dieses die umfangreichste Ausstattung. 

Der Revolution X Unlimited scheint einfach alles zu haben: Hall-Effekt-Sticks mit unterschiedlicher Höhe, Instant-Trigger, Mikroschalter, austauschbare D-Pads, eingebautes Display, Zusatzgewichte, sechs frei belegbare Tasten und sogar Analog-Stick-Ringe, die den Aktivierungsweg verkürzen. 

Ich dachte mir: »Das ist er! Mein neuer Lieblings-Controller für Shooter, Fighting-Games, Adventures und alle anderen Genres!«

Doch nach nur wenigen Spieleinheiten bemerkte ich ein kleines, aber nerviges Detail, das heute zu selten von Herstellern ernst genommen wird.

Rücktasten, die viel zu leicht unbeabsichtigt gedrückt werden

Dieser Controller hätte mein neuer Favorit werden können, aber die Tasten auf der Rückseite sind sehr unglücklich platziert und drücken sich fast schon, wenn man sie anpustet. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Dieser Controller hätte mein neuer Favorit werden können, aber die Tasten auf der Rückseite sind sehr unglücklich platziert und drücken sich fast schon, wenn man sie anpustet. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Viele Controller haben zusätzliche Tasten oder Paddles auf der Rückseite, die man frei belegen kann. So habt ihr etwa die Möglichkeit, die ABXY-Tasten zu betätigen, ohne die Daumen von den Sticks zu nehmen. Das ist unter anderem hilfreich bei Shootern, um gleichzeitig zielen und springen zu können.

Es ist also besonders wichtig, dass solche Tasten leicht erreichbar sind, weil sie potenziell oft verwendet werden – und das ist leider oft auch ein Problem. 

Bei vielen Modellen, wie dem Razer Wolverine V3 Pro oder dem Nacon Revolution X Unlimited sind die Rücktasten viel zu leicht versehentlich drückbar. Da reicht es schon, die Controller nur etwas fester zu greifen, was beim kompetitiven Spielen schnell passieren kann.

Der Neue von Nacon ist hier besonders schlimm. Auf der Rückseite gibt es eine Taste, um durch gespeicherte Profile zu wechseln, die ich beim Spielen immer wieder ungewollt betätige. Es kommt also nicht nur zu unbeabsichtigten Eingaben, sondern zum unbeabsichtigten Ändern gesamter Einstellungen.

Die Profil-Taste des Nacon Revolution X Unlimited lässt sich viel zu leicht beim Spielen drücken. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die Profil-Taste des Nacon Revolution X Unlimited lässt sich viel zu leicht beim Spielen drücken. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Was kann man dagegen tun? Fünf Lösungen, die ich beim Testen von Controllern entdeckt habe

Physische Tastensperre: Bei nur sehr wenigen Controllern gibt es eine physische Tastensperre, die die Tasten auf der Rückseite blockiert. So kann man nicht nur versehentliche Eingaben vermeiden, man wird auch nicht durch unbeabsichtigte Betätigungen abgelenkt.

Der GameSir G7 SE oder auch einige Modelle von SCUF verfügen über dieses Feature. Die meisten teuren Controller haben es nicht.

Entfernbare Paddles: Bei Controllern, die Paddles statt Tasten verwenden, lassen sich diese oft entfernen, wenn man sie nicht benötigt. Dazu zählen etwa der Gulikit KK3 Max oder der Xbox Elite Wireless 2. 

Mittige Platzierung der Tasten: Es gibt einige Modelle, bei denen die Zusatztasten so platziert sind, damit sie nicht unbeabsichtigt betätigt werden können. Beim Asus ROG Raikiri Pro befinden sie sich weit in der Mitte, aber dafür sind sie auch etwas schwer zu erreichen. 

Andere Controller setzen auf zusätzliche Schultertasten, wie etwa der 8bitDo Ultimate 2C. So kommt es zwar nicht zu unbeabsichtigten Eingaben, aber sie lassen sich nicht gleichzeitig mit den anderen Schultertasten drücken, es sei denn, man verwendet zusätzlich den Mittelfinger.

Beim Asus ROG Raikiri Pro (r.) sind die zusätzlichen Tasten weiter in der Mitte platziert, um unbeabsichtigte Eingaben zu verringern. Der Turtle Beach Stealth Ultra (l.) hat vier Tasten, die zwar sehr leicht erreichbar sind, aber hier kommt es zu versehentlichen Tastendrücken. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Beim Asus ROG Raikiri Pro (r.) sind die zusätzlichen Tasten weiter in der Mitte platziert, um unbeabsichtigte Eingaben zu verringern. Der Turtle Beach Stealth Ultra (l.) hat vier Tasten, die zwar sehr leicht erreichbar sind, aber hier kommt es zu versehentlichen Tastendrücken. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Deaktivierbare Tasten: Bei den meisten Controllern lassen sich die Tasten entweder per Software oder direkt am Gerät deaktivieren. Sie sind dann zwar physisch noch drückbar, aber immerhin kommt es dann nicht zu unbeabsichtigten Eingaben.

Mehr Aktivierungsdruck: Ich denke, die beste Lösung sind Tasten, die zwar ergonomisch platziert sind, aber etwas mehr Druck zur Aktivierung benötigen, damit man die Finger darauf ruhen lassen kann, ohne sie versehentlich zu betätigen.

Besonders gut haben mir dabei der Gulikit KK3 Max oder der 8bitDo Ultimate 2 Wireless gefallen. 

Ich weiß, das ist wirklich die Definition eines First-World-Problems, aber ich denke, es kann nicht schaden, dieses kleine Problem dennoch anzusprechen.

Das gilt auch deshalb, weil viele dieser Gamepads ziemlich teuer sind und für den E-Sports-Bereich entwickelt wurden. Und bei solchen Geräten sollten unbeabsichtigte Eingaben kein Thema sein. 

Habt ihr selbst schon Erfahrung mit so einem Problem gesammelt? Schreibt es gern in die Kommentare!   

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