Der Gründer und CEO von DeepSeek Liang Wenfeng hat sich in einem Investoren-Gespräch ungewohnt deutlich zu Chinas Aufholjagd im Kontext der Rechenleistung und zu Nvidia geäußert:
Ich bin recht optimistisch, was die heimische Rechenleistung angeht – an diesem Punkt schaufelt sich Nvidia sein eigenes Grab.
Huawei 950 gegen Nvidia GB300: Die Rechnung des DeepSeek-Chefs
Konkret behauptet Wenfeng, Huaweis »Atlas 950 SuperPoD« – ein sogenannter Supernode, also ein eng gekoppelter Verbund vieler Beschleuniger – könne Nvidias »GB200«- und »GB300«-Racks bei Leistung und Preis vollständig ersetzen. Der Preis liege höher, aber in Grenzen: Ob 50, 100 oder gar 200 Prozent teurer, das spiele letztlich keine Rolle, so Wenfeng.
Den zugehörigen Haken liefert er aber selbst: Für die Leistung einer Nvidia-GPU brauche es vier Huawei-Chips, und man liege rund zwei Jahre zurück.
- Vier Huawei 950 entsprächen einem GB300 – bei laut Wenfeng gleicher Latenz und gleichem Aufgabenspektrum.
- Der Huawei-Supernode soll im dritten oder vierten Quartal 2026 anlaufen, Nvidias GB200 kam im dritten Quartal vor zwei Jahren auf den Markt.
Chinas Rechenlücke: Warum die USA vorn liegen
Den Abstand zu den USA verortet Wenfeng bei den Ressourcen, nicht beim Personal – die Talentlücke ergebe sich erst aus dem Rechen-Defizit. Die derzeit größten KI-Modelle aktivieren dem DeepSeek-Chef zufolge rund 800 Milliarden Parameter gleichzeitig, chinesische Modelle nur etwa 10 Milliarden – eine Größenordnung Rückstand.
Link zum Twitter-Inhalt
Um ein Modell in dieser Liga zu trainieren, wären laut Wenfeng rund 50.000 GB300 oder etwa 200.000 Huawei 950 nötig – Forschung noch nicht eingerechnet. Huawei stelle DeepSeek derzeit Kapazität für etwa 16.000 Beschleuniger bereit; der Engpass liege bei Huaweis Fertigung.
Bröckelnder Vorteil: CUDA und das TileLang-Argument
Nvidias oft zitierter Vorteil ist die Software-Plattform »CUDA«, an die viele KI-Entwickler gebunden sind. Genau diesen sieht Wenfeng schwinden: KI könne den nötigen Code heute selbst schreiben, dazu komme ein hauseigenes Werkzeug namens »TileLang«, mit dem sich Nvidias Ökosystem nachbauen lasse.
Als Beleg führt er das eigene Modell »V3« an: Das Modell lief zwar auf Nvidia-Hardware, klinkte sich beim Training aber aus Nvidias Software-Umgebung aus – über einen selbst geschriebenen TileLang-Compiler. Spezialchips für KI machten den CUDA-Vorsprung ohnehin zunehmend irrelevant, so seine These.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.