Anfang 2025 betrat mit DeepSeek erstmals ein Modell aus China die KI-Bühne und sorgte für Angstschweiß im Silicon Valley. Etwas mehr als ein Jahr später wurde DeepSeek aber von einem Konkurrenten aus dem eigenen Land überholt.
Kimi konkurriert mit ChatGPT, Gemini und Claude
Als DeepSeek im Januar 2025 auf den Markt kam, wirkte es kurzzeitig so, als würden sich die Kräfte im KI-Rennen deutlich verschieben. Das Modell R1 konnte mit der Konkurrenz mithalten und sie teilweise sogar übertreffen, war dabei aber gleichzeitig um ein Vielfaches günstiger in der Herstellung und Nutzung.
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Der KI-Hype frisst sich selbst – Tech-Jahresrückblick 2025
Auf diesem Erfolg konnte DeepSeek aber nur bedingt aufbauen. Während andere Hersteller ihre Modelle weiterentwickelten, ging es beim chinesischen Hersteller schleppend voran. Dazu kamen Diskussionen rund um Datenschutzbedenken und Zensur durch den chinesischen Staat.
Etwas mehr als ein Jahr später ist der Hype rund um DeepSeek wieder stark abgeflaut. Das bedeutet aber nicht, dass China nicht im KI-Rennen mitmischen würde. Spätestens mit dem Release von Kimi K2.5 hat das Start-up Moonshot AI die Führung übernommen.
Das Unternehmen wurde im Frühjahr 2023 in Peking gegründet. Unter den Gründern war unter anderem Yang Zhilin, ein ehemaliger Forscher bei Google und Meta. Im Oktober desselben Jahres wurde Kimi veröffentlicht und sorgte vor allem mit einem enormen Kontext für Aufsehen.
Über die Jahre wurde das Modell immer weiter verbessert, bis dann im Januar 2026 eben Kimi K2.5 auf den Markt kam und für einen Durchbruch sorgte. Das Modell übertrifft in Code- und Video-Benchmarks GPT-5 und Gemini Pro 3. Die API-Kosten sind dabei erheblich geringer als bei den Konkurrenten.
In weniger als 20 Tagen nach dem Release von K2.5 konnte Moonshot AI den Umsatz des kompletten Vorjahres übertreffen. Der internationale API-Umsatz hat sich seit November 2025 sogar vervierfacht (via The China Academy).
Bis zum März 2026 stieg der Wert des Unternehmens auf geschätzte 18 Milliarden US-Dollar. Im Dezember 2025 waren es noch 4,3 Milliarden US-Dollar gewesen (via Bloomberg). Schon jetzt gehören mit Alibaba und Tencent zwei absolute Tech-Giganten zu den Investoren.
Gleichzeitig schwächeln andere KI-Unternehmen oder sorgen für negative Schlagzeilen. Anthropic hatte etwa zuerst vom ChatGPT-Boykott profitiert, dann aber selbst mit zwei Eigentoren für schlechte Stimmung gesorgt.
Die Schlagzeilen, die Moonshot AI und Kimi produzieren, sind vielleicht nicht so dramatisch und aufsehenerregend wie vor einem Jahr bei DeepSeek. Vieles deutet aber darauf hin, dass da in Peking gerade ein echter Herausforderer für die aktuellen Platzhirsche heranwächst.
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