Der Herr der Ringe und das Geheimnis der Teekanne: Wieso habe ich erst nach fast 25 Jahren davon erfahren?

Es geht um ein winziges Detail, hinter dem eine spannende Drehtechnik steckt, die mit den Hobbits zu tun hat.

(Bild: New Line Cinema Warner Bros.) (Bild: New Line Cinema / Warner Bros.)

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich vor fast 25 Jahren im Kino saß und zum ersten Mal Der Herr der Ringe: Die Gefährten gesehen habe. Und dass mein Vater ungefähr nach der Hälfte des Films eingeschlafen ist.

Welch Frevel! Seitdem habe ich den Film unzählige Male wieder gesehen, nicht zuletzt an Weihnachten. Stets ohne meinen Vater.

Doch ein Detail direkt zu Beginn ist mir erst jetzt dank eines sehenswerten Short-Videos bei YouTube aufgefallen (weiter unten auch im Artikel eingebettet). Und ich frage mich, wie das fast 25 Jahre an mir vorübergehen konnte und warum ich nicht schon viel früher darauf gestoßen bin.

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Um welches Detail geht es?

Es geht um den Deckel einer kleinen Teekanne. Seine Wichtigkeit hängt damit zusammen, wie es den Filmemachern mit technischen Tricks gelungen ist, die Hobbits viel kleiner als die Menschen aussehen zu lassen.

Genauer gesagt betrifft es in diesem Fall Gandalf, gespielt von Ian McKellen, und Bilbo, gespielt vom inzwischen verstorbenen Ian Holm.

Klar, McKellen war auch im wahren Leben deutlich größer als Holm, ungefähr 20 Zentimeter. Im Film hat man aber eher den Eindruck, dass er fast doppelt so groß ist.

Genau an diesem Punkt kommt die besagte Teekanne ins Spiel.

Eine Kanne, sie zu knechten – zumindest optisch

Die besagte Szene spielt sich ungefähr 14 Minuten nach dem Start des Films ab (oder 16 Minuten, wenn euch Amazon Prime so wie mich erstmal dazu zwingt, Werbung zu sehen). Gandalf sitzt im Haus von Bilbo an einem Tisch, auf dem unter anderem eine kleine Teekanne steht.

Eine große Besonderheit besteht darin, dass dieser Tisch zweigeteilt ist. Der Part mit Gandalf bewegt sich in Richtung der Kamera, was man als Zuschauer nicht bemerkt. So bleibt er näher an der Kamera und wirkt entsprechend größer als Bilbo, der sich im hinteren Teil des Raums aufhält.

Die Teekanne, die Bilbo im Laufe der Szene befüllt, steht auf dem zweiten Tischelement, das sich nicht bewegt. Aber wie soll Gandalf nun den Deckel von dieser Kanne nehmen, um Bilbo zu helfen, ohne dass es auffällt?

Indem an seinem Teil des Tischs ein Deckel in passender Größe mit einer Halterung befestigt ist. Aber seht selbst:

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Ich kann nicht mehr wegsehen

Wenn man genau hinsieht, erkennt man die Halterung des Deckels im Film. Auch wenn die Macher grundsätzlich versuchen, sie durch den Krug davor möglichst vollständig zu verdecken.

Auf den folgenden Bilder seht ihr die Szene, um die es geht. In Bewegung bemerkt man gut, wie McKellen sich bemühen muss, den Deckel wieder genau auf seiner Halterung zu platzieren.

Ganze Szene Detailansicht Ganze Szene Detailansicht

Es ist sicher ein Detail, das viele schon kennen. Ich habe bisher aber nicht dazu gehört und fand es faszinierend, zu sehen, welche analogen Tricks die Filmemacher hier benutzt haben.

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr dieses kleine, aber feine Detail schon kanntet und ob ihr noch andere clevere Techniken aus Film und Fernsehen kennt.

So oder so gilt: Ich wünsche euch frohe Weihnachten, welche Filme ihr an den Feiertagen auch immer traditionell schaut, und einen guten Übergang ins neue Jahr!

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