Google bereitet einen fundamentalen Wandel in seiner Betriebssystemstrategie vor. Unter dem Codenamen Aluminium OS
entwickelt das Unternehmen einen Nachfolger für ChromeOS, der technologisch auf der aktuellen Android-Architektur basiert und Künstliche Intelligenz tief im Kern verankern soll.
Mit dieser Neuausrichtung will Google seine Marktreichweite nicht länger auf den Budget- und Bildungsbereich beschränken, sondern künftig auch direkt im Premium-Desktop-Segment angreifen. Diese ambitionierten Ziele klingen gut, für die hunderttausende Nutzer von Chromebooks wird das aber wohl gravierende Folgen haben.
Die Zukunft heißt Aluminium OS
Intern sieht man bei Google Aluminium OS als eine Abkehr von der bisherigen ChromeOS-Strategie, die hauptsächlich auf Webanwendungen und die Verwendung im Bildungssektor ausgerichtet war. Künftig soll der Fokus nun auf der Integration des hauseigenen Gemini-KI-Modells in die Systemarchitektur liegen. Diese strategische Entscheidung dürfte das neue OS zu einem direkten Konkurrenten von Windows und macOS machen.
Mit dieser Neuentwicklung wird es zwangsläufig auch einen Wechsel der bisherigen Hardware-Strategie geben. Bisher konnten die Chrome Books speziell mit ihren günstigen Preisen punkten. Die kamen durch die eingebaute Low-End-Hardware zustande. Das ist allerdings kein Nachteil, da das überaus genügsame ChromeOS auch mit schwachen CPUs und wenig Arbeitsspeicher sehr gut läuft.
Wenn bei Aluminium OS wirklich die KI im Fokus stehen wird, ist wohl Schluss mit günstiger Hardware. Für die komplexen KI-Funktionen wird ausreichend RAM und ein entsprechend potenter Prozessor mit (vermutlich) einer Neural Processing Unit (NPU) benötigt. All das dürfte künftige Chrome Books nicht nur deutlich leistungsfähiger, sondern auch erheblich teurer machen.
Auswirkungen auf bestehende ChromeOS-Nutzer
Besitzer eines älteren oder aktuellen Chromebooks werden durch diese technologischen Sprünge allerdings vor große Herausforderungen gestellt. In den meisten Fällen werden ihre Geräte die hohen Anforderungen des neuen Systems schlicht nicht erfüllen können.
Die direkte Konsequenz wird eine nur noch eingeschränkte Zukunftssicherheit von Bestandsgeräten sein. Da die NPU-Hardware für die volle Funktionalität von Aluminium OS essenziell ist, wird erwartet, dass zahlreiche ältere und Budget-Chromebooks kein Upgrade auf das neue Betriebssystem erhalten werden.
Dass euer Chromebook vielleicht nicht das Update auf das neue Betriebssystem bekommt, ist allerdings nur das kleinere Problem.
Google wird nicht zwei Betriebssysteme parallel betreiben und sich künftig mit Sicherheit ganz auf Aluminium-OS fokussieren. Für ältere, nicht kompatible Geräte bedeutet das nicht weniger als das Aus.
Zwar wird Google ältere ChromeOS-Geräte nicht sofort stilllegen, mit der Einführung von Aluminium OS beginnt für sie aber die Endphase der Automatic Update Expiration
(AUE).
Für euch bedeutet das:
- Sicherheitsupdates vs. Funktions-Updates: Die betroffenen Geräte erhalten weiterhin Sicherheitsupdates für ihre aktuelle ChromeOS-Version, allerdings nur bis zum Erreichen ihrer individuellen AUE-Frist.
- Wesentliche Einschränkung: Mit dem Übergang zu Aluminium OS wird Google die Entwicklung und Bereitstellung neuer Funktionen und App-Kompatibilität für die ältere ChromeOS-Basis schrittweise reduzieren. Nach Ablauf der AUE-Frist endet der offizielle Support vollständig, was die Geräte anfällig für Sicherheitslücken und Inkompatibilitäten macht.
Fazit
Wenn ihr aktuell mit dem Kauf eines Chromebooks liebäugelt, ist es ratsam noch zu warten, bis das neue Betriebssystem veröffentlicht wurde. Ansonsten könnte die Freude am neuen Gerät sehr schnell verfliegen, denn niemand kauft sich gerne einen neuen Rechner, der bereits beim Auspacken veraltet ist. Die meisten auf dem Markt befindlichen ChromeOS-Geräte werden vermutlich nicht mit Aluminium OS kompatibel sein, es sei denn, Google hat da noch ein Ass im Ärmel.
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