Das Ende von ChromeOS? Warum das beliebte Google Betriebssystem vor dem Aus stehen könnte

Google plant, Linux-Apps nahtlos in den Desktop-Modus von Android zu integrieren und somit die Flexibilität der Plattform zu erweitern.

Google hat große Pläne mit Android. (Quelle: Adobe Stock) Google hat große Pläne mit Android. (Quelle: Adobe Stock)

Die Linux Terminal-App, die bei Pixel Smartphones über die Entwickleroptionen aktiviert werden kann, ist offenbar nur der Anfang von Googles Plänen. Wie unsere Kollegen von Xataka Android berichten, plant der Internetriese, dass Linux-Apps künftig nahtlos im nativen Desktop-Modus von Android laufen sollen. 

Zwischenzeitlich gab es Gerüchte, wonach Google plane, den seit Längerem in der Entwicklung befindlichen Android-Desktop-Modus komplett zu ersetzen. 

Ein nicht näher genannter Google-Mitarbeiter teilte Xataka Android mit, dass entsprechende Pläne nicht bestehen. Stattdessen schwebt dem Unternehmen vor, dass Linux-Apps neben Android-Apps im Desktop-Modus ausgeführt werden können. 

Desktop-Modus wird nicht ersetzt

Die Aussagen des Google-Mitarbeiters im Wortlaut und maschinell aus dem englischen übersetzt:

„Normalerweise geben wir unseren Funktionsplan nicht bekannt, aber ich habe einige Erwartungen gesehen, die meiner Meinung nach berücksichtigt werden sollten, bevor sie zu sehr außer Kontrolle geraten. Das Hauptziel dieser Linux-Terminalfunktion besteht darin, mehr Anwendungen (Linux-Apps/Tools/Spiele) auf Android zu bringen, aber NICHT, eine weitere Desktop-Umgebung bereitzustellen. 

Video starten Sponsored 0:43 Google Pixel 9 Pro mit Gemini AI: Das iPhone unter den Smartphones

Die Öffentlichkeit spekuliert, dass Android über ein besseres, Desktop-ähnliches Fenstersystem verfügen wird. Wir glauben, dass es generell keine gute Idee wäre, mehrere Optionen zur Fensterverwaltung auf einem einzigen Gerät anzubieten. Im Idealfall würden Linux-Apps im Desktop-Fenstermodus genauso in Fenstern angezeigt wie andere native Android-Apps.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir die Installation beliebiger Linux-Desktop-Verwaltungssysteme (xfce, gnome usw.) auf der VM verbieten. Ich möchte nur sagen, dass diese nicht als Standard-Erfahrung bereitgestellt werden, wie Sie vielleicht erwarten. 

Da es sich bei Android jedoch um ein Open-Source-Projekt handelt, würde es mich nicht überraschen, wenn einige Gerätehersteller standardmäßig ein solches Linux-Desktop-Verwaltungssystem einbinden würden. Und die GPU-Beschleunigung ist etwas, das wir für die nächste Version vorbereiten.”

GPU-Beschleunigung für GUI geplant

Darüber hinaus betonte der Mitarbeiter, dass eher früher als später mit einem Android-Desktop-Mode zu rechnen sei. Ein genauer Zeitraum wurde nicht genannt.

Allerdings erfolgte eine Bestätigung, dass sich derzeit auch eine GPU-Beschleunigung für die grafische Benutzeroberfläche des Desktop-Mode in der Entwicklung befindet, die bereits mit der nächsten Version der Linux-Terminal-App veröffentlicht werden soll. 

Google Pixel 9 XL
Google Pixel 9 XL
Dreifach-Rückkamerasystem, 24 Stunden Akkulaufzeit und EIN 6,8 Zoll großes Super Actua-Display – Obsidian, 512GB
1.229 €

Das Ende von ChromeOS?

Da Google Android scheinbar massiv ausbauen möchte, stellt sich natürlich die Frage, was aus ChromeOS wird? Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Gerüchte darüber, dass das Betriebssystem durch Android ersetzt werden soll. 

Mit der Fähigkeit, dass Linux-Apps künftig auch von technisch weniger versierten Anwendern ausgeführt werden können, macht Google jetzt ernst.

Es gibt zwar keine offizielle Bestätigung, aber ihr könnt davon ausgehen, dass ChromeOS eingestellt wird, sobald der Desktop-Mode fertiggestellt wurde. Es macht schlicht keinen Sinn, dass Google hier dauerhaft zweigleisig fährt.

Der Desktop von ChromeOS dürfte bald Geschichte sein. (Quelle: Wikipedia) Der Desktop von ChromeOS dürfte bald Geschichte sein. (Quelle: Wikipedia)

Profis können bereits heute einen Linux-App-Store auf ihrem Chromebook installieren und entsprechende Apps nutzen, da ChromeOS auf dem Linux-Kernel basiert. Für Laien wird der Wechsel zu Android aber kein Grund zur Trauer sein. Mit Googles Android werden Chromebooks ein Stück weit flexibler und noch zugänglicher. 

Und letztlich ist auch genau das der Punkt: Chromebooks sollten von Anfang an so einfach wie möglich zu bedienen sein. Mit dem Wechsel zu Android dürfte Google nun diesem Ideal noch einen Schritt näher kommen.

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.