Die Oladance Wearable Stereo sind sogenannte »Open–Ear-Kopfhörer«, die den Gehörgang beim Musikhören freilassen. Obwohl ich gutes Noise-Cancelling bei Kopfhörern schätze, vor allem wenn der Nachbar laut Rasen mäht oder man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, nutze ich im Alltag viel öfter den Transparenz-Modus meiner Kopfhörer.
Open-Ear-Kopfhörer wie diese bieten eine natürliche Transparenz ohne den Einsatz von Mikrofonen. Aus diesem Grund war ich sehr gespannt, sie auszuprobieren, zumal diese hier eine bessere Soundqualität als sogenannte Knochenschall-Kopfhörer versprechen. Können sie In-Ear-Kopfhörer mit Transparenz ersetzen? Und wie gut klingen sie nun? Das lest ihr hier.
Was sind Open-Ear-Kopfhörer?
Die Oladance Wearable Stereo sind sogenannte Open-Ear-Kopfhörer, eine noch vergleichsweise junge Gerätekategorie. Im Gegensatz zu vielen anderen Kopfhörern, die durch Noise-Cancelling immer mehr Umgebungsgeräusche ausblenden möchten, verfolgen Open-Ear-Kopfhörer das Gegenteil - sie ermöglichen das Einlassen von Außengeräuschen.
Trotz Musik offene Ohren zu haben, kann im Alltag nicht nur nützlich sein, sondern ist auch sehr wichtig für die Sicherheit. Die Welt um einen herum auszublocken, kann unglaublich entspannend, aber auch gefährlich sein, vor allem wenn man mit den Kopfhörern draußen unterwegs ist.
Um Kopfhörer also alltagstauglich zu machen, bauen viele Hersteller einen sogenannten Transparenz-Modus ein. Dabei werden Mikrofone, die eigentlich für die Geräuschunterdrückung eingesetzt werden, dazu verwendet, die Außenwelt aufzunehmen und diese anschließend in eurem Ohr wiederzugeben.
Andere, wie zum Beispiel Shokz, setzen auf Knochenschall, bei der über Vibrationen die Musik auf den Schädelknochen übertragen wird, damit die Ohren frei bleiben können. Ein oft genannter Kritikpunkt von diesen ist die mangelhafte Soundqualität.
Und genau hier setzt Oladance mit seinen Wearable Stereo-Kopfhörern an.
Was ihr über die Oladance Wearable Stereo wissen müsst
Oladance setzt nicht auf Knochenschall, sondern auf kleine Lautsprecher, die auf den Ohren sitzen, anstatt in diesen. Dadurch soll man trotz offenem Gehörgang einen ansprechenden Klang erhalten.
Ein weiterer Vorteil, den Oladance mit dieser Art von Kopfhörern bewirbt, ist »Zero Hearing Damage« - also keine Hörschäden. In der Realität wirkt die höchste Lautstärke durchaus unangenehm und ich kann mir nicht vorstellen, dass kleine Lautsprecher, die direkt ins Ohr feuern (mit hoher Lautstärke) keine Hörschäden verursachen sollen.
Was mir gefallen hat
✅So bequem wie eine Brille
Die Oladance Wearable Stereo sind wirklich die bequemsten Kopfhörer, die ich je getragen habe, PUNKT. Bei den meisten In-Ears spürt man die Stöpsel im Gehörgang oder sie sitzen so locker, dass sie bei der kleinsten Kopfbewegung herausfallen.
On-Ear-Kopfhörer drücken auf die Ohrmuschel und können gerade bei Brillenträgern wie mir unangenehme Druckstellen verursachen. Over-Ear-Kopfhörer werden nach einer Weile warm oder drücken gegen den Kieferknochen.
Das ist natürlich Meckern auf sehr hohem Niveau und ich war der Meinung, durchaus sehr bequeme Kopfhörer schon aufgehabt zu haben - doch die Oladance heben dies auf ein neues Level.
Sie werden über einen Bügel über die Ohren gezogen und der kleine Lautsprecher liegt locker auf dem Ohr auf. Obwohl der Sitz sehr locker ist, haben die Oladance dank dem Bügel und dem zweiten Block am Ohrläppchen genügend Halt für den Alltag.
Sie sind die ersten Kopfhörer, von denen ich behaupten kann, dass ich vergessen habe, dass ich sie anhabe. Das Tragegefühl fühlt sich nicht weit entfernt davon an, wie eine Brille zu tragen. Man vergisst es einfach.
✅Das Open-Ear-Design funktioniert wunderbar
Für gewöhnlich verwende ich im Alltag meine Sony WF-1000XM4, die einen ausgezeichneten Transparenz-Modus besitzen. Dieser kommt allerdings nicht ohne Kompromisse. Man hört die Welt eben doch nur über Mikrofone und manchmal ist es schwierig zu erkennen, von wo Geräusche herkommen oder Windgeräusche machen es einem noch schwerer.
Die Ohren einfach frei zu haben und dabei Musik hören zu können ist einfach etwas komplett anderes - es fühlt sich deutlich natürlicher an. Man hört nicht mittels Mikrofonen, sondern einfach mit den eigenen Ohren.
Trotzdem ist alles eine Sache der Lautstärke. Dreht ihr diese weit hoch, werdet ihr trotzdem kaum etwas von der Außenwelt mitbekommen.
✅Keine lauten Windgeräusche
Wer gerne mit In-Ear-Kopfhörern und aktiviertem Transparenz-Modus draußen unterwegs ist, weiß wovon ich spreche. Solche sind abhängig von den angebrachten Mikrofonen, weshalb sie sehr anfällig für Windgeräusche sind. Gerade beim Fahrradfahren ist das besonders nervig und sogar gefährlich, da man die Umgebung nicht mehr so gut hört.
Die einzigen Windgeräusche, die man mit den Oladance Wearable Stereo wahrnimmt, sind die, die man auch ohne Kopfhörer hören würde.
✅Spritzwassergeschützt
Die IPX4-Zertifizierung stellt sicher, dass man die Oladance Wearable Stereo auch für Sport verwenden kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass Schweiß sie beschädigt. Zum Schwimmen sind sie dennoch nicht geeignet. Was genau die IP-Zertifizierungen über euer Gerät aussagen, könnt ihr hier nachlesen:
✅Gute Mikrofonqualität
Dank der Bauweise befindet sich das Mikrofon nicht direkt im Ohr, wie es bei vielen anderen In-Ear-Kopfhörern der Fall ist. Deswegen ist die Mikrofonqualität auch sehr gut. Gesprächspartner haben mich immer sehr gut verstanden und im Vergleich zu anderen Kopfhörern klang meine Stimme klarer und weniger dumpf.
✅Die Touch-Steuerung ist umfangreich und simpel
Gesteuert werden die Oladance Wearable Stereo über Touch-Gesten:
| 1 x Tippen | 2 x Tippen | 3 x Tippen | Wischen (vor und zurück) | |
| Links (Musik) | Wiedergabe / Pause | Vorheriger Track | Sprachassistent aktivieren | Lautstärke verändern |
| Rechts (Musik) | Wiedergabe / Pause | Nächster Track | Sprachassistent aktivieren | Lautstärke verändern |
| Links (Anrufe) | Anruf annehmen | Anruf beenden oder ablehnen | Sprachassistent aktivieren | Lautstärke verändern |
| Rechts (Anrufe) | Anruf annehmen | Anruf beenden oder ablehnen | Sprachassistent aktivieren | Lautstärke verändern |
Die Touch-Steuerung ist schön umfangreich und bietet genügend Optionen, um das Handy auch mal öfter in der Tasche zu lassen.
Leider gibt es beim Tippen und Wischen weder haptisches noch hörbares Feedback, was noch wünschenswert gewesen wäre.
✅Gute Soundqualität mit ausgewogenem Klang
In diesem Test vergleiche ich die Soundqualität der Oladance nicht mit Knochenschall-Kopfhörern, die oftmals gerade in dieser Hinsicht kritisiert werden, sondern mit In-Ear-Kopfhörern, die einen Transparenz-Modus bieten.
Was die Klangqualität der Oladance angeht: Obwohl sie den Gehörgang nicht abschließen und sich auch ein paar Millimeter von diesem entfernt befinden, ist die Soundqualität sehr gut. Die Höhen und Mitten sind sehr schön klar und der Bass ist sauber und nicht aufdringlich.
Sie bieten im Gegensatz zu den AirPods, die den Gehörgang auch nicht komplett schließen, etwas mehr Bass. Betonung auf »etwas« - Mehr dazu unten.
Was hat mir nicht gefallen
⛔Wenig Bass
Die Bauweise kommt nicht ohne Kompromisse, die man bei der Soundqualität eingehen muss. Der Bass ist nicht so druckvoll, wie man es von Kopfhörern gewohnt ist, die den Gehörgang versiegeln können.
Er ist durchaus präsent und für die meisten bestimmt auch ausreichend. Wer allerdings nach Kopfhörern sucht, die sich anfühlen wie Mini-Subwoofer, wird hier enttäuscht werden.
⛔Die Ladeschale hat keinen eingebauten Akku
Ja, wirklich. Die Ladeschale lädt die Kopfhörer nur auf, wenn ein USB-C-Kabel angeschlossen ist. Zwar ist die Akkulaufzeit mit 16 Stunden pro Ladung überdurchschnittlich gut, jedoch kann das Case diese nicht verlängern.
Das optional verfügbare Case mit eingebautem Akku muss separat gekauft werden und kostet 50 Euro. Dafür bietet es genügend Kapazität, die Kopfhörer 5-mal aufzuladen.
Für wen empfehle ich die Oladance Wearable Stereo?
Ich empfehle die Oladance Wearable Stereo allen, die bei ihren Noise-Cancelling-Kopfhörern öfter den Transparenz-Modus verwenden, als das Noise-Cancelling. Außerdem eignen sie sich hervorragend für Menschen, die mehrere Stunden am Stück Musik oder lange Podcasts anhören. Sie sind so bequem, dass man vergisst, dass man sie aufhat.
Auch für Sport (mit einer kleinen Ausnahme, zu der ich gleich komme) eignen sie sich dank des sicheren Haltes und der IPX4-Zertifizierung gut.
Wem empfehle ich sie nicht?
Wer allerdings einen Sport mit vielen hektischen Bewegungen betreibt, wie zum Beispiel Turnen oder Breakdance, und plant, mit den Kopfhörern zu trainieren, sollte sich woanders umsehen. Bei schnellen Bewegungen kann es schonmal passieren, dass die Oladance in alle Richtungen wegfliegen.
Und zu guter Letzt: Wer Fan von besonders kraftvollen Bass ist, sollte ebenfalls einen Bogen machen.
Fazit des Redakteurs
Die Oladance Wearable Stereo haben mich sehr positiv überrascht. Das Open-Ear-Konzept funktioniert sehr gut und bietet deutlich mehr Vor- als Nachteile.
Obwohl die Soundqualität nicht an die von In-Ear-Kopfhörern heranreicht, die den Gehörgang komplett verschließen können, habe ich trotzdem immer sehr gerne zu den Oladance gegriffen. Die Möglichkeit, die Umgebung noch hören zu können, während man draußen unterwegs ist und das überaus bequeme Tragegefühl haben mich überzeugt.
Wenn Oladance die Basswiedergabe bei der zweiten Version verbessern kann und eine Ladeschale mit eingebautem Akku mitliefert, würden sie von mir eine volle Empfehlung bekommen.
Technische Daten
- Formfaktor: Open-Ear
- Bluetooth-Codec: SBC
- Bluetooth Version: 5.2
- Treiber: Dynamisch, 16,5 mm
- Material: Hautfreundliches Silikon
- Funk-Antenne: LDS
- Ladeanschluss: USB-C
- Akkukapazität: 160 mAh, 16 Stunden
- Ladezeit: 90 bis 120 Minuten
- Bedienung: Touch-Eingaben
- Schutz: IPX4
- Gewicht: 12,7 g pro Kopfhörer-Einheit, 60 g Ladeschale
- Farboptionen: Interstellar Blue, Space Silver, Martian Orange, Cloud White


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