Große Konkurrenz für AirPods Pro von Apple: Die Nothing Ear 2 sind brillante Kopfhörer, aber nicht perfekt

Die Nothing Ear 2 sind endlich da. Die erste Generation der Kopfhörer hat mich täglich begleitet und ist lange mein Favorit gewesen. Ist der Nachfolger jetzt meine erste Wahl?

Die Nothing Ear 1 sind eine lange Zeit meine täglichen Begleiter gewesen. Guter Klang, schickes Design, solides ANC und das für vergleichsweise wenig Geld: eine klare Empfehlung! Rund 80 Euro habe ich für die erste Generation dieser Kopfhörer hingeblättert und sie nahezu immer in der Tasche gehabt.

Bis ich die In-Ears im Zug habe liegen lassen. Das passiert doch jedem mal, oder?

Wie sollen die Nothing Ear 2 für knapp 150 Euro in die Fußstapfen meiner alten Begleiter treten? Schließlich ist der Preis fast doppelt so hoch. Ich habe gespannt reingehört.

Nothing Ear 2
Nothing Ear 2
Die Nothing Ear 2 machen verdammt viel richtig. Wer auf guten Klang setzt, kräftigen Bass genießt und nach Ohrhörern mit ANC sowie einem Transparenzmodus sucht, wird mit diesen Kopfhörern wenig falsch machen. Ein Wermutstropfen ist leider die Akkulaufzeit, die sich vor der Konkurrenz verstecken muss. 4 Stunden sind schlicht unterdurchschnittlich. Außerdem nähert sich der Preis gefährlich der Konkurrenz aufseiten von Sony, Google, Samsung und Co an.
  • sehr guter Klang
  • High-Res-Audio-Zertifiziert, LHDC 5.0-Codec
  • viele Funktionen mit der App
  • schickes Design
  • angenehmer Tragekomfort
  • praktische Steuerung
  • Wireless Charging
  • mittelprächtige Akkulaufzeit
  • Ladecase zerkratzt schnell
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Etabliertes Nothing-Design

Nothing hat ein einzigartiges Design für sich etabliert. Das transparente Aussehen erstreckt sich wenig überraschend jetzt auf die Nothing Ear 2. Wer die erste Generation sein Eigen nennt, wird nur subtile Unterschiede feststellen: Das Case ist etwas kompakter, kantiger, kleiner und zerkratzt genauso schnell.

Ansonsten ist es ebenso schön anzusehen. Wie die Ear 2, die sich optisch - wie das Case - nur geringfügig von den kleineren Geschwistern unterscheiden.

Kurzum: Wer ohnehin das transparente Design von Nothing lieb gewonnen hat, wird die Ear 2 ungern aus der Hand geben - so wie ich.

Mit einer Größe von 29,4 x 21,5 x 23,5 Millimeter und einem Gewicht von 4,5 Gramm liegen die Stöpsel angenehm im Ohr und wirken zu keiner Zeit störend. Dank IP54-Zertifizierung sind die Kopfhörer gegen Schweiß geschützt und eignen sich damit auch zum Sport.

Wie bei vielen Kopfhörern üblich, liegen der Verpackung verschiedene Silikonaufsätze in vier Größen bei. In der App könnt ihr ebenso typisch einen Test durchführen lassen, damit die richtigen Aufsätze im Gehörgang liegen.

Schöner Klang, kräftiger Bass

Die Ear 1 haben mich seinerzeit mit einem guten Klang und tiefem Bass überzeugen können. Die Nothing Ear 2 mit High-Res-Audio-Zertifizierung legen an dieser Stelle eine Schippe drauf.

Der Bass ist heftig, klar und differenziert.

Für viele sicherlich zu dominant. Die Tiefen kommen für mein Empfinden allerdings hervorragend rüber. Egal, ob »Africa« von Toto oder »Burn it Down« von Linkin Park. Die vielen Instrumente und komplexen Soundeffekte werden trotz der kräftigen Tiefen sehr klar und prägnant wiedergegeben, was für ein beeindruckendes Klangerlebnis sorgt.

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Hier zeigen die Nothing Ear 2 ihre Stärken gegenüber den Ear 1.

Drehe ich die Musik Richtung Maximum, verlieren die Mitten leider etwas an Präsenz, bleiben aber sauber und gut zu verorten. Die Höhen rutschen dabei nicht ins Schrille oder Kratzige ab, verlieren jedoch an Klarheit. Trotz dieser kleinen Schwächen bleibt der Sound akkurat, präzise und weiß mir zu gefallen.

Möchtet ihr Mitteltöne stärker betonen oder den Bass herunterschrauben, findet ihr in der App einen Equalizer. Alternativ bietet Nothing verschiedene vordefinierte Klangprofile.

Equalizer Neben vordefinierten Klangprofilen könnt ihr euf einen Equalizer zugreifen.

Passformtest Die App der Nothing Ear 2 erkennt den optimalen Sitz der Silikonaufsätze.

Viele Wireless Kopfhörer sind inzwischen mit einer Art Einrichtungsprozess bestückt, so auch die Nothing Ear 2. In der App lässt sich das Klangprofil nämlich auf den Träger abstimmen, mit einem fünfminütigen Hörtest, der Defizite beim Hören ausgleichen soll.

Dieses Feature hat mich verblüfft.

Es ist einfach bemerkenswert zu sehen, wie unterschiedlich doch unser aller Gehör funktioniert. Rein subjektiv konnte ich einen kleinen Unterschied nach diesem Test ausmachen: Der Klang wirkt anschließend etwas »natürlicher«.

Allerdings nur mit der Option »Empfohlen«. Stelle ich das benutzerdefinierte Klangprofil auf »Reicher«, wirkt es auf mich recht künstlich.

Das Design der Nothing Ear 2 orientiert sich weitgehend an den Vorgänger. Das Design der Nothing Ear 2 orientiert sich weitgehend an den Vorgänger.

Zuletzt muss ich die Unterstützung des aktuellen LHDC 5.0-Codec (1 Mbit, 24 Bit/192 kHz) erwähnen. Bringt euer Smartphone diese Kompatibilität mit, dürft ihr euch auf High-Res-Audio freuen.

Unterstützt wird dieser Codec vorrangig von Smartphones aus dem Fernen Osten wie Oppo, Xiaomi oder OnePlus. Besitzer eines Samsung- oder Google-Handys (zum Beispiel) bleiben bei den altbekannten Codecs: SBC und AAC.

Steuerung, die ich immer bevorzuge

Anders als viele andere Wireless-Kopfhörer unterstützen die Nothing Ear 2 keine Touch-Gesten, sondern bieten an den Ohrstöpsel kleine Druckpunkte, zum Glück!

Persönlich empfinde ich diese Art der Steuerung deutlich besser. Ich löse somit versehentlich keine Geste aus und kann die Kopfhörer auch mit Handschuhen noch bedienen.

Die Steuerung der Nothing Ear 2 lässt sich in der App anpassen. Die Steuerung der Nothing Ear 2 lässt sich in der App anpassen.

Standardmäßig sind die Nothing Ear 2 wie folgt zu steuern:

  • Einmal drücken: Wiedergabe/Pause, Annehmen/Beenden von Telefonaten
  • Zweimal drücken: Nächster Titel, Ablehnen von eingehenden Anrufen
  • Dreimal drücken: letzter Titel
  • Drücken und halten: Wechsel zwischen ANC und Transparenzmodus

Die Optionen können natürlich in der Nothing X-App auf eure Bedürfnisse angepasst werden.

Verbinden lassen sich die Kopfhörer angenehm via Google Fast Pair mit Android-Telefonen, was im Test wunderbar funktioniert hat. Möchtet ihr die Kopfhörer außerdem am Windows-Rechner nutzen, unterstützen die Nothing Ear 2 Microsoft Swift Pair. Das Feature verspricht eine ähnlich schnelle Kopplung.

Dank der Dual Connection ist die parallele Verbindung zweier Geräte problemlos möglich. Schaut ihr ein Video auf eurem Windows-Laptop und es erfolgt ein Anruf auf das Handy, schaltet die Ear 2 ohne euer Zutun auf das Smartphone um.

Solides ANC, aber nichts Besonderes

Die Nothing Ear 2 haben selbstredend aktive Geräuschunterdrückung mit an Bord. Diese bewegt sich auch auf einem sehr soliden Niveau und kann Außengeräusche mit 40 Dezibel abschirmen, laut des Herstellers.

An das hervorragende ANC der Bose QC Earbuds 2 kommen die Nothing-Kopfhörer allerdings nicht heran.

Natürlich wird für die Premium Kopfhörer von Bose auch ein höherer Preis aufgerufen. Übrigens sollen diese bald in den Genuss des aptX-Codecs kommen.

Weitere Optionen für ANC findet ihr in der Nothing X-App. Weitere Optionen für ANC findet ihr in der Nothing X-App.

Die Geräuschunterdrückung der Nothing Ear 2 macht insgesamt aber eine überdurchschnittliche Figur. Geräusche wie Straßenlärm oder PC-Lüfter werden präziser herausgefiltert als in der Nähe spielende Musik.

Etwas besser performt die personalisierte Geräuschunterdrückung. Diese soll die Beschaffenheit der Ohren des Trägers berücksichtigen. Wie genau diese Eigenarten des Nutzers geprüft werden, bleibt das Geheimnis des Herstellers.

Mithilfe dieser Funktion wird die Schallisolierung spürbar verbessert, aber primär für die spezifische akustische Umgebung, in der sich der Benutzer gerade befindet.

In Echtzeit funktioniert die ganze Magie noch nicht. Zudem moniere ich, dass dieses Feature ausschließlich über die dazugehörige App nutzbar ist.

Der Transparenzmodus der Ear 2 ist ebenso gut, nicht mehr und nicht weniger. Die Kopfhörer lassen sich problemlos tragen, während mit einer anderen Person gesprochen wird. Die Stimme des Gegenübers wirkt dabei sanft herunter gedämpft.

Das Mikrofon der Nothing Ear 2

Wie viele andere Wireless Kopfhörer ist auch bei den Nothing Ear 2 keine positive Überraschung zu erwarten. Sie klingen ähnlich metallisch und sind qualitativ bescheiden.

Sie sind ungefähr in einer Stufe mit den WF-1000XM4 von Sony.

Die Bose QC 2 sowie die AirPods Pro 2 machen hier eine etwas bessere Figur, sind aber knapp 100 Euro teurer. Die Apple-Ohrhörer bringen beim Telefonieren sogar in Kombination mit dem iPhone seit iOS 16.4 ein Feature zur Isolierung der Stimme mit, was Außengeräusche gnadenlos eliminiert.

Die Nothing Ear 2 können den Wind gut herausfiltern, straucheln allerdings bei stärkeren Windböen. Sonstiger Straßenlärm wie fahrende Autos werden gut abgeschirmt und für unser Gegenüber als Brummen wahrgenommen.

Für Telefonate, Meetings und Co. sind die Mikrofone der Kopfhörer absolut ausreichend. Hier sollten die Erwartungen aber entsprechend gering gehalten und die Nutzung als funktional angesehen werden.

Die Akkulaufzeit lässt mich enttäuscht zurück

Wie gerne hätte ich bei den Nothing Ear 2 eine konkurrenzfähige Akkulaufzeit gesehen. Dies war einer der wenigen Knackpunkte der ersten Generation, für knapp 80 Euro aber noch angenehm zu verdauen.

Immerhin kommen die Ear 2 auf insgesamt 36 Stunden (mit Ladecase), was zwei Stunden mehr im Vergleich zum Vorgänger sind.

Beim Tragen halten die Nothing Ear 2 bis zu vier Stunden durch (mit ANC) Beim Tragen halten die Nothing Ear 2 bis zu vier Stunden durch (mit ANC)

Wo ist das Problem? Im Ohr kommt ihr lediglich auf maximal 4 Stunden bei eingeschaltetem ANC. Ohne aktive Geräuschunterdrückung erhaltet ihr zwei weitere Stunden Audio-Genuss. In der Praxis bin ich auf ähnliche Werte gekommen.

Die bereits erwähnten AirPods Pro 2 und Bose QC Earbuds 2 kommen auf rund 6 Stunden (mit ANC). Die Sony-Kopfhörer WF-1000XM4 werfen sogar 8 Stunden Nutzung mit aktiver Geräuschunterdrückung in den Ring.

Preislich sind die Sony-Ohrstöpsel inzwischen für 30 Euro mehr zu ergattern. Hier hätte ich mir einfach mehr seitens Nothing gewünscht. Bedauerlich, aber nicht unbedingt ein Dealbreaker.

Immerhin sind die Nothing Ear 2 wieder schnell aufgeladen. Nach 10 Minuten am Kabel sind rund 60 Minuten Audio-Genuss drin. Alternativ bieten die transparenten Stöpsel Wireless Charging mit bis zu 2,5 Watt.

Fazit: Sind die Nothing Ear 2 meine erste Wahl?

Patrick Schneider

@technikfind_de

Läge das Preisschild (UVP) der Nothing Ear 2 erneut bei 99 Euro, wäre die Antwort auf die Zwischenüberschrift als klares »Ja!« von mir zu beantworten.

Meine erste Wahl an In-Ears sind die neuen Ohrhörer von Nothing zwar nicht geworden, aber sie sind verdammt nahe dran.

Mit 150 Euro muss die zweite Generation des Londoner Konzerns zudem den Vergleich zu ähnlich guten Kopfhörern in diesem Preissegment gefallen lassen.

Das macht eine eindeutige Empfehlung der Nothing Ear 2 umso schwerer.

Für wen sind die Nothing Ear 2 geeignet? Seid ihr auf der Suche nach stylischen Kopfhörern mit einem guten Klang und High-Res-Audio, werden euch die Ear 2 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht enttäuschen.

Seid ihr im Besitz eines Nothing Phone 1 ist der Kauf fast ein »No-Brainer«. Die Integration der Kopfhörer ist im Betriebssystem Nothing OS fest verankert, ähnlich wie bei den AirPods von Apple. Zusätzlich profitiert ihr vom LHDC 5.0-Codec.

Wer sollte lieber nicht zugreifen? Habt ihr die Nothing Ear 1 noch immer im Besitz, werden die neuen Kopfhörer euch nicht die Socken ausziehen. Der Sprung ist spürbar, aber nicht den Aufpreis von 150 Euro Wert.

Sucht ihr nach In-Ear-Kopfhörer mit möglichst langer Akkulaufzeit, sind die Nothing Ear 2 die falsche Anlaufstelle. Hier solltet ihr den Blick zur Konkurrenz richten.

Technische Spezifikationen

LieferumfangNothing Ear 2
Silikonaufsätze (S, M, L)
Ladecase
Typ-C-Kabel
Treiber11,6 Millimeter
CodecsAAC, SBC, LHDC 5.0
ANCJa (40 Dezibel), mit Transparenzmodus
FunktionenTrageerkennung
Google Fast Pair, Microsoft Swift Pair
Dual Connection
Clear Voice mit drei Mikrofonen pro In Ear
Akku33 mAh (Ohrhörer)
485 mAh (Ladecase)
Bis zu 36 Stunden mit ANC
Bis zu 22,5 Stunden ohne ANC
Wireless ChargingJa, 2,5 Watt
Bluetooth5.3
IP-ZertifizierungIP54 (Ohrhörer)
IP55 (Ladecase)
Companion-AppNothing X (App Store, Play Store)
Abmessungen Ohrhörer29,4 x 21,5 x 23,5 mm (Höhe, Breite, Tiefe)
Gewicht: 4,5 Gramm
Abmessungen Ladecase55,5 x 55,5 x 22 mm (Höhe, Breite, Tiefe)
Gewicht: 51,9 Gramm
Preis150 Euro

Meine erste Wahl sind die neuen Kopfhörer von Nothing leider nicht ganz geworden. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr die Ear 2 bereits umfangreich getestet? Wenn ja, haben sie euch überzeugt und greift ihr doch lieber zu Alternativen der Konkurrenz? Welche Kopfhörer sind die täglichen Begleiter, die sich stets in eurem Rucksack befinden? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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