Crocs, UGGs, Buffalos – viele Schuhmarken setzen auf ein gewöhnungsbedürftiges Design. Die Firma Syntilay hat nun Schuhe veröffentlicht, die nicht nur futuristisch-klobig aussehen, es steckt auch eine Menge Technik drin.
Für das Design sind KI-Modelle maßgeblich verantwortlich. Und eines davon dürftet ihr sogar kennen. Interessant ist aber auch die Passform: Mittels App scannt ihr eure Füße, damit die Schuhe dann für euch maßgeschneidert aus dem 3D-Drucker kommen. Aber als schicke Treter, speziell für Technik-Freaks werden die Schuhe nicht vermarktet.
In Kürze: Was ihr für einen Syntilay-Schuh alles braucht:
- Die Zellerfeld-App, um eure Füße zu scannen.
(Achtung, die ist derzeit nur für iOS verfügbar!) - 149,99 US-Dollar (derzeit rund 143 Euro)
- Zeit: Die Auslieferung soll überhaupt erst in ein paar Wochen beginnen. Ab dem Zeitpunkt der Bestellung soll es dann etwa 3 Wochen dauern, bis die Schuhe bei euch sind.
- Eine Präferenz für eine von 5 verschiedenen Farben: Orange, Rot, Blau, Beige oder Grau)
KI-Designer und menschlicher Designer wechseln sich ab
KI eröffnet unglaubliche Möglichkeiten für Design in der Softwarewelt, doch physische Produkte haben bisher nicht davon profitiert. Es ist an der Zeit, das mit unserem Schuh zum schnell Hereinschlüpfen zu ändern!
So beschreibt Joe Foster die Mission der Firma Syntilay auf ihrer Website. Die hat sich mit Foster, dem Mitgründer des Sportartikelherstellers Reebok, zusammengetan. Das Schuh-Design basiert auf Entwürfen, die mit Midjourney generiert wurden.
Midjourney ist ein bekanntes KI-Tool, das basierend auf Text-Prompts Bilder generiert. Das KI-Modell gehört zu den ersten Text-zu-Bild-Generatoren, die den KI-Hype 2022 auslösten.
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ChatGPT, Midjourney und Co: Wie KI unser Leben verändert (hat)
Midjourney hilft, ein grobes Konzept für die Schuhe zu finden und verkürzt den Skizzenprozess. Im nächsten Schritt übernimmt dann wieder der menschliche Designer, um die Skizzen auszuarbeiten. Und dann kommt wiederum KI zum Einsatz: Vizcom AI ist ein Programm, das aus Skizzen 3D-Modelle erstellt.
Zum Schluss wird die Musterung des KI-Schuhs wieder mithilfe von generativer KI
designt. Welches Modell hierfür genau verwendet wurde, ist bei Syntilay allerdings nicht herauszufinden.
Eine Fußscan-App und 3D-Drucker für die perfekte Passform
Syntilay setzt auch bei der Produktion auf Technik. Die deutsche Firma Zellerfeld zeigt sich für die Herstellung verantwortlich. Die ist spezialisiert auf die Entwicklung von 3D-gedruckten Schuhen. Außerdem stellt das Unternehmen die App zur Verfügung, mit der euer Fuß gescannt wird.
Syntilay ist also längst nicht die erste Firma, die in der Herstellungsmethode mittels 3D-Drucker besonderes Potenzial für Schuhe sieht.
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Zellerfeld wirbt auch damit, dass getragene Schuhe von der Firma selbst wieder recycelt werden. Syntilay dagegen stellt einerseits den schnelleren Produktionsprozess heraus: Vom Entwurf bis zum fertigen Produkt ginge es bis zu 9 Mal schneller als in der konventionellen Schuhproduktion.
Allerdings fällt auf, dass die Syntilay die Schuhe zwar damit anpreist, dass sie sich den Füßen perfekt anpassen, allerdings nirgendwo explizit damit, dass sie besonders bequem wären.
Die Zukunft der Schuh-Entwicklung?
Andererseits setzt Syntilay in der Vermarktung der Schuhe auf: Influencer.
Die Firma schreibt auf ihrer Seite:
Etwa die Hälfte der heutigen Jugend strebt danach, Influencer zu werden, und neue Marken haben einen unglaublichen Einfluss. Warum also nicht diesen Talenten einen echten Weg bieten, ihre eigene Kreativität in der Schuhbranche zum Leben zu erwecken?
Influencer könnten bis jetzt nur Caps und T-Shirts in ihren Online-Shops verkaufen. Mit KI-designten und 3D-gedruckten Schuhen würden nun auch neue Talente
eine Chance auf dem Fußbekleidungsmarkt bekommen.
Tatsächlich sind einige Akteure der Schuh-Industrie seit jeher bekannt für die teils katastrophalen Zustände in ihren Fertigungsfabriken. Insofern ist eine Herstellung von Fußbekleidung ohne Niedriglohnarbeit sicherlich eine zukunftsweisende Technologie.
Ob die Zukunft aber tatsächlich in KI-gestützten und von Influencern vertriebenen Schlappen liegt, darf bezweifelt werden.
Was haltet ihr von den 3D-gedruckten Schuhen? Kann KI tatsächlich ein hilfreiches Tool auch im Produkt-Design sein? Oder meint ihr, die Technik wird lediglich zum Füttern kurzlebiger Hypes auf dem Modemarkt verwendet? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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