Dieses Gadget rüstet Apple Carplay & Android Auto für nur 65 Euro nach – Lohnt es sich?

Ihr wollt Apple CarPlay oder Android Auto, aber euer Auto unterstützt es nicht? Das SD7293A verspricht eine günstige Nachrüst-Lösung. Ich habe es ausprobiert.

Apple Carplay und Android Auto günstig nachrüsten – das verspricht der SD7293A-Monitor fürs Auto. Apple Carplay und Android Auto günstig nachrüsten – das verspricht der SD7293A-Monitor fürs Auto.

Nicht jeder hat das Glück, ein halbwegs modernes Auto zu fahren, das Apple Carplay oder Android Auto unterstützt. Mein Neffe zum Beispiel. 

Als Fahranfänger hat er einen fahrbaren Untersatz, der … fährt. Sonst ist nichts mit Technik in der Kiste – selbst die Scheiben werden noch gekurbelt.

Also hab ich mich auf die Suche nach einer günstigen Nachrüstlösung gemacht – und bin über das SD7293A gestolpert. Für knapp 65 Euro ist es eine der erschwinglichsten Optionen. 

Aber kann das Ding wirklich was oder ist es nur Elektroschrott? Ich hab’s ausprobiert. Hier mein Erfahrungsbericht in kompakter Form.

Was ist das für ein Gerät?

Das SD7293A ist ein externer Auto-Monitor mit 7 Zoll großem Touchscreen, der sich via Schnittstellen wie Mirror Link, Apple CarPlay und Android Auto mit dem Infotainmentsystem eures Autos verbindet, auch wenn dieses Carplay oder Android Auto nicht nativ unterstützt.

Auf diese Weise könnt ihr auf dem externen Display dann beispielsweise Goole Maps zur Navigation nutzen, eure Podcasts bei Spotify hören oder mit Siri Nachrichten verschicken, denn auch Sprachsteuerung wird unterstützt.

So einfach gibts Carplay oder Android Auto ins alte Auto. So einfach gibt's Carplay oder Android Auto ins alte Auto.

Ihr müsst nichts zerlegen oder umbauen, sondern einfach nur das Gerät mit dem Saugnapf an Scheibe oder Armaturenbrett anbringen, den Stromstecker anschließen und per Bluetooth oder USB-Kabel mit eurem Handy koppeln. Schon könnt ihr Navi, Musik, Anrufe und mehr direkt über das Display steuern und über die integrierten Lautsprecher hören.

Das Car-Display bietet aber noch weitere Funktionen: So könnt ihr Musik auch direkt von einer SD-Karte oder einem USB-Stick abspielen, via FM-Transmitter euer Autoradio mit dem Gerät koppeln und sogar per Kabel eure Rückfahrkamera (separat erhätlich) verbinden.

Das Gerät ist für 65 Euro bei Geekmaxi zu haben. Mit dem Coupon-Code UVwP3nqf reduziert sich der Preis auf 40 Euro. Doch lohnt es sich überhaupt?

Lieferumfang: Das ist dabei

Zunächst ein Blick in den Lieferumfang.

Im Karton findet ihr:

  • Das SD7293A-Display (7 Zoll)
  • Eine Halterung mit mehreren Gelenken + Saugnapf
  • Ein 12-Volt-Anschluss zur Stromversorgung (Zigarettenanzünder)
  • Eine Bedienungsanleitung (nicht auf Deutsch)
  • Ein AUX-Kabel (2x 3,5mm-Klinke)
  • Ein Adapter mit Videoeingang für eine Rückfahrkamera (separat erhältlich)

Der Lieferumfang. Nicht im Bild zu sehen: Ein AUX-Kabel mit zwei Klinken liegt ebenfalls bei. Der Lieferumfang. Nicht im Bild zu sehen: Ein AUX-Kabel mit zwei Klinken liegt ebenfalls bei.

Leider ist kein USB-Netzteil dabei. Da die in immer mehr Autos vorhanden sind und wenig kosten, wären sie als optionale Beigabe schön gewesen.

Was hat mir gefallen?

Einfache Einrichtung: Das Anschließen ist wirklich ein Kinderspiel: Strom ran, Handy via Bluetooth (mit PIN-Eingabe) koppeln, und schon läuft CarPlay oder Android Auto. Es gibt keine komplizierten Einstellungen oder versteckten Menüs – einstecken, starten, fertig. 

Dann müsst ihr nur noch die Halterung an einer geeigneten Stelle anbringen. Das geht sowohl an der Scheibe als auch auf dem Armaturenbrett. 

Flexible Halterung: Mehrere Gelenke sorgen für eine gute Positionierung. Der Greifarm kann in unterschiedlichen Winkeln angebracht, bei Bedarf ausgefahren und mittels Feststellschrauben fixiert werden.

Die Halterung hat einen ausfahrbaren Teleskoparm. Die Halterung hat einen ausfahrbaren Teleskoparm.

Saugnapf hält bombig: Achtung: Der Saugnapf haftet dank einer Klebefläche absolut bombensicher an der Scheibe. Ich hatte sogar Probleme, ihn wieder abzubekommen. Ihr braucht also keine Angst zu haben, dass euch das Display runterfällt. Ob der Kleber im Sommer bei hohen Temperaturen auch noch gut haftet, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Solider Bildschirm: Helligkeit, Kontrast und Auflösung (1024 x 600 Pixel) des IPS-Displays passen. Das Display ist auch bei starker Sonneneinstrahlung und Spiegelungen noch gut ablesbar.

Der Touchscreen ist beim Scrollen zwar nicht der flotteste, dafür erkennt er Eingaben präzise und ohne merkliche Verzögerung – und das ist die Hauptsache.

Ich finde die 7 Zoll auch nicht zu klein. Sie genügen, um Hörbuch und Navigation parallel darzustellen und sind kompakt genug, um auch in kleinen Autos nicht zu viel Sicht zu versperren.

Über einen kleinen schwebenden Punkt auf dem Bildschirm, den ihr auch selbst verschieben könnt, habt ihr Zugriff auf Lautstärke und Helligkeit. Über einen kleinen schwebenden Punkt auf dem Bildschirm, den ihr auch selbst verschieben könnt, habt ihr Zugriff auf Lautstärke und Helligkeit.

Stabile Verbindung: Während manche Billig-Displays Verbindungsprobleme haben, lief das SD7293A bei mir stabil und zuverlässig. Keine Abstürze, kein nerviges Neuladen. Sobald ich mit meinem Handy ins Auto steige, wird das Gerät erkannt und spielt mein Hörbuch genau dort ab, wo ich zuvor aufgehört habe.

Mirror-Funktion: Ihr könnt euren Handybildschirm direkt aufs externe Display spiegeln und somit beispielsweise Videos abspielen. Das ist während der Fahrt natürlich nicht empfehlenswert. Auf diese Weise kann aber auch der Beifahrer (etwa ein Kind) direkt am Monitor durch Hörbücher wechseln, ohne das Handy nutzen zu müssen.

Bei Sonneneinstrahlung spiegelt das Display je nach Winkel, bleibt aber erkennbar. Bei Sonneneinstrahlung spiegelt das Display je nach Winkel, bleibt aber erkennbar.

FM-Transmitter: Wollt ihr Ton von eurem Autoradio aufs Display übertragen, könnt ihr das AUX-Kabel nutzen oder wahlweise auf den im Monitor integrierten FM-Transmitter zurückgreifen. Dazu stellt ihr beim Radio eine Frequenz ein und sucht diese dann für den Empfang am externen Monitor. Der Klang ist besser, als ich erwartet hatte.

Das könnte besser sein

Verarbeitung fühlt sich billig an: Ein klobiges Plastikgehäuse und ein wie schon erwähnt etwas ruckeliger Bildschirm: Das Gerät wirkt nicht besonders hochwertig. Aber für den Preis war das fast zu erwarten und ist auch kein Beinbruch.

Halterung: Während die Halterung flexible Befestigungsmöglichkeiten bietet, fehlt mir beim Endstück, auf das ihr den Monitor steckt, ein Einrastmechanismus. Je nach Winkel kann es etwas fummelig sein. 

Holprige Übersetzung: Das Menü ist auf Deutsch schludrig übersetzt (siehe Bild). So wird aus Wallpapers etwa Tapete und im Hauptbildschirm sowie im Einstellungsmenü wird mit englischen Begriffen sowie Groß- und Kleinschreibung um sich geworfen. 

Auch die Datumsanzeige in der oberen Leiste ist in der deutschen Spracheinstellung alles andere als leserlich.

Übersetzungs- und Rechtschreibfehler ziehen sich durch die gesamte Benutzeroberfläche. Übersetzungs- und Rechtschreibfehler ziehen sich durch die gesamte Benutzeroberfläche.

Kein Ausschalter: Das Gerät hat keine physische Power-Taste, also bleibt es an, solange es am Strom hängt. Wer nicht möchte, dass es nachts die Autobatterie leerzutscht, muss es manuell abstecken. Umständlich.

Keine automatische Helligkeitsanpassung: Die Bildschirmhelligkeit passt sich nicht den Lichtverhältnissen an. Bei Tag braucht ihr die höchste Helligkeitsstufe, die aber bei Nacht blendet. Hier müsst ihr umständlich immer wieder nachjustieren.

Was ihr sonst noch wissen solltet

Stromversorgung: Eine dauerhafte Stromquelle ist notwendig, da kein interner Akku verbaut ist. Das Gerät läuft zudem nur über den Zigarettenanzünder. Falls ihr den Anschluss für etwas anderes braucht, solltet ihr euch einen Mehrfach-Adapter besorgen.

Platzierung im Auto: Überlegt euch vorher, wo ihr das Display befestigen wollt. Die Saugnapfhalterung hält verdammt gut.

So sieht der Startbildschirm aus. So sieht der Startbildschirm aus.

Mögliche Alternativen

Es gibt zahlreiche ähnliche Gadgets fürs Auto, darunter Monitore von Volam oder Alpinetech. Sie liegen meist in der Preisspanne zwischen 70 bis 100 Euro und funktionieren ähnlich. Achtet je nach Gerät darauf, ob euer Handy unterstützt wird.

Sind euch 7 Zoll zu klein, gibt es auch 10-Zoll-Monitore. Diese kosten aber meist über 100 Euro.

Fazit

Für unter 70 Euro ist das SD7293A eine solide Lösung, wenn ihr Apple CarPlay oder Android Auto nachrüsten wollt, ohne tief in die Tasche zu greifen. Die Montage ist simpel, die Kopplung klappt reibungslos, und für den Sound stehen Bluetooth, FM-Transmitter sowie ein AUX-Ausgang zur Verfügung.

Es hat seine Macken, vor allem bei der noch schludrigen Übersetzung und der fehlenden Helligkeitsautomatik. Am meisten stört mich aber, dass ich es nicht einfach ausschalten kann.

Und ja, die Verarbeitung haut niemanden vom Hocker, aber bei dem Preis ist das absolut verschmerzbar. Wer mit den genannten Abstrichen leben kann, bekommt hier einen echten No-Brainer fürs Auto-Upgrade.

Habt ihr selbst Erfahrungen mit ähnlichen Displays gemacht? Schreibt es in die Kommentare!

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