Eine viel zitierte Facebook-Weisheit sagt: »Man weiß Dinge erst zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat«. So erging es mir, als vor einigen Wochen mein alter digitaler Bilderrahmen seinen Dienst versagt hat.
Seit 8 Jahren stand das kleine Display auf meiner Fensterbank und als ich mich mit den Kolleginnen und Kollegen ausgetauscht habe, war der einhellige Tenor: Das verstaubt doch eh nur. Ich konnte es kaum glauben.
Mittlerweile habe ich einen neuen Bilderrahmen und breche in diesem Artikel mal eine Lanze für die kleinen »TVs«.
Warum digitale Bilderrahmen?
Eigentlich würde meine Gegenfrage lauten: Warum keine digitalen Bilderrahmen? Sieht man mal von der Tatsache ab, dass es sich um Technik handelt, haben die kleinen Displays nur Vorteile gegenüber dem analogen Bilderrahmen (und einige davon sind komplett offensichtlich).
- Bilder vom Handy oder Computer übertragen.
- Bilder wechseln.
- Bilder auf einmal anzeigen lassen.
- Bilder im Dunkeln sehen.
- Einfaches Austauschen von Bildern.
- Zusatzfunktionen wie Uhr- oder Kalenderanzeige.
- Fernzugriff, auf Wunsch auch für andere.
Sieht man mal von der Tatsache ab, dass ein solcher Bilderrahmen Strom verbraucht (10 Watt aktiv, 2 Watt Standby laut Aura bei ihren Modellen), sehe ich keine Nachteile.
- Ich komme automatisch in den Genuss von Erinnerungen.
- Ich schaue nicht auf das statische Bild meiner Familie.
- Ich kann immer wieder neue Fotos an die Cloud schicken.
- Ich habe volle Kontrolle darüber, wie oft die Diashow wechselt und wann der Rahmen sich einschalten soll.
Darüber hinaus gefällt mir, dass ein gedimmter Bilderrahmen eine indirekte Lichtquelle sein kann. Ich empfinde das als gemütlich.
Bis vor wenigen Wochen besaß ich ein Modell von Nixplay. Das Display hatte schon seit Monaten Faxen gemacht und es war nur eine Frage der Zeit, bis das Ding endgültig über die Wupper ging.
Auftritt: Aura Aspen. Wie es der Zufall wollte, flatterte nur wenige Tage nach dem Abgang eine Pressemitteilung in mein E-Mail-Postfach; ein Testgerät habe ich angefordert.
Anhand dieses Modells möchte ich euch gerne zeigen, wozu digitale Bilderrahmen heute fähig sind und warum sie mittlerweile tatsächlich kleine TVs sind.
Eins schicke ich gleich vorweg: Das Aspen-Modell des Herstellers schlägt mit knapp 250 Euro zu Buche. Liebäugelt ihr mit digitalen Bilderrahmen, kommt ihr auch günstiger weg.
Das gefällt mir am Aura Aspen
Hochwertiges Display
Die wichtigste Eigenschaft eines guten digitalen Bilderrahmens ist sein Display. Gerade im Vergleich zu meinem acht Jahre alten Vorgänger hat mir der Bildschirm ein »Wow« entlockt.
- LC-Display mit rund 450 Nits in der Spitze (so Aura)
- Auflösung von 1.600 x 1.200 Pixel
- 11,8 Zoll Bildschirmdiagonale (Maße des Rahmens: 32,3 x 25,7 x 2,8 cm)
- Entspiegelt
Besonders die hohe Spitzenhelligkeit bringt Kontraste richtig zum Vorschein. Das macht sich besonders bei einem vergleichsweise kleinen Bildschirm bemerkbar.
Zum Vergleich: Erst gestern schrieb ich über den meistverkauften TV auf Amazon im Juli 2025. Der kommt bei 43 Zoll gerade einmal auf 200 Nits. Kurz gesagt: Der Fernseher stinkt in Sachen Kontraste gegen einen Bilderrahmen ab.
Weitere dedizierte Bildoptionen gibt es übrigens nicht. Für mich ist das kein Beinbruch, da es vor allem dazu geht, die Fotos gut zu sehen und nicht die beste Bildqualität herauszuholen. Das machen Fotografinnen und Fotografen bereits vorher (oder eben die Software vom Handy).
Helligkeitssensor
Noch eine Gemeinsamkeit mit den meisten TVs: Der Aura Aspen besitzt einen Helligkeitssensor.
- Bei Sonnenlicht wird der Rahmen heller, damit das Bild besser zu sehen ist.
- Im Dunkeln dimmt sich der Bildschirm automatisch, um nicht zu hell zu strahlen.
Gerade Letzteres zahlt in den Punkt als indirekte Lichtquelle mit ein. Meine Recherche hat außerdem ergeben: Nicht jedes Modell besitzt den Sensor. Wenn euch der also wichtig ist, haltet auf dem Datenblatt Ausschau.
Fotos in der App anpassen
Dass ihr entscheiden könnt, wann sich der Bilderrahmen einschaltet oder in welcher Geschwindigkeit die Diashow läuft, ist Schnee von gestern. Das kann jedes gute Modell
Was mein vorheriger Rahmen nicht konnte: Bilder direkt in der App anpassen – und zwar ohne das Originalbild verändern zu müssen.
Ich habe die Wahl zwischen:
- Den Hintergrund eines Hochkantbildes im Querformat (oder umgekehrt) verwaschen anzeigen zu lassen.
- Die App automatisch zoomen zu lassen.
Bin ich mit beidem nicht zufrieden, kann ich den Bildausschnitt in der App spontan anpassen und das Bild neu abspeichern.
Kein Abomodell
Urgh, Abo-Modelle. Kurz bevor mein Nixplay-Rahmen sein letztes Lichtlein ausgeblasen hat, offenbarte mir der Hersteller, neuerdings Tarife eingeführt zu haben. Ich konnte den Rahmen zwar auch kostenfrei nutzen, aber nur stark eingeschränkt.
Beim Anbieter Aura gibt es das nicht. Ihr habt unbegrenzten Platz in der Cloud zur Verfügung.
Beschriftungen
Je älter man wird, desto mehr vergisst man. Ich war in den letzten acht Jahren dreimal in Japan und ob ich auf einem Bild jetzt 2018 oder 2024 vor dem Kaiserpalast in Tokio stand, weiß ich heute nicht mehr (zugegeben: manchmal erkennt man es anhand meiner langen Matte, die ich früher trug).
In der Aura-App kann ich Bilder beschriften. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich genau weiß, wann ich welches Foto gemacht habe. Ich muss Gästen nicht immer wieder erklären, wo ein Bild entstanden ist, wenn sie nachfragen.
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Das gefällt mir nicht am Aura Aspen
Teuer
Ich habe es bereits angedeutet: Der Aura Aspen ist mit fast 250 Euro kein Schnapper. Freilich, er besitzt eine berührungssensitive Touchleiste und sogar Lautsprecher (wie ein TV eben), aber nötig sind diese Features für mich nicht.
Beim Hersteller selbst gibt es digitale Bilderrahmen bereits ab 160 Euro. Eine schnelle Suche auf Amazon verrät: Rahmen gibt es bereits ab 40 Euro. Klar, die haben dann »nur« 32 GB internen Speicher, aber nicht jeder möchte einen kleinen Fernseher auf dem Fensterbrett stehen haben.
Weißes Passepartout
Um den Bildschirm herum besitzt der Aspen ein weißes Passepartout. Das sieht edel aus, keine Frage, aber ich persönlich hätte mir einen schmaleren Rahmen gewünscht, um noch mehr Bildschirm zu haben.
Ich muss aber auch zugeben: Dann würde der digitale Bilderrahmen wohl mehr nach TV aussehen. Und da kennt ihr meine Einstellung: größer ist besser.
Nicht neigungsverstellbar
Beim Aura Aspen gibt es zwei Aufstellmöglichkeiten:
- Hochformat
- Querformat
Das Display erkannt das automatisch. Im Lieferumfang enthalten ist ein schöner schwerer Ständer aus Metall, der sich allerdings nicht neigen lässt. Oder anders: Ich kann den Bilderrahmen nur in einem Winkel hinstellen.
Bei meinem vorherigen Modell von Nixplay war der Ständer nicht so edel, dafür aber aus Draht. Dementsprechend konnte ich die Neigung anpassen, je nachdem, wo ich den Rahmen platziert habe.
Braucht WLAN-Verbindung
Das mag ein Dealbreaker für den einen oder anderen sein, aber der Aura Aspen braucht eine permanente Verbindung zum Internet, sonst bleibt der Ofen aus.
Mich persönlich stört das nicht, aber einen internen Speicher gibt es nicht. Sprich: Das Gerät zieht sich die Fotos aus der Cloud.
Fazit und Alternativen
Der Aura Aspen ist für euch, wenn …
- ihr einen schönen, großen Rahmen wollt, auf dem ihr eure Bilder prominent sehen könnt.
- euch ein Abo-Modell abschreckt und ihr lieber unbegrenzten Platz im Cloudspeicher wollt.
- euch Bildqualität bei einem digitalen Bilderrahmen viel Geld wert ist.
Mögliche Alternativen zum Aura Aspen:
- Aura Carver: Das günstigste Modell vom selben Hersteller kostet 160 Euro. Mit an Bord ist der Lichtsensor, die Touchleiste und die Lautsprecher. Allerdings ist das Display kleiner (10,1 Zoll), löst niedriger auf und der Rahmen stellt lediglich Querformat dar. Die App behält natürlich ihren Umfang.
- Nixplay Klassischer 10,1 Zoll: Hier zahlt ihr zwar auch 190 Euro, bekommt aber einen recht ähnlichen Funktionsumfang wie beim Aura Aspen. Automatische Drehung und Anpassung sowie eine eigene App. Das Bild löst allerdings nur in 720p auf und bei diesem Hersteller braucht ihr ein Abo für den vollen Funktionsumfang.
- Bigasuo Frameo: Das ist der Top-Seller auf Amazon für 80 Euro. Mit 10,1 ist das Display etwas kleiner, dafür dreht Rahmen Bilder automatisch je nach Aufstellung und man kann ihn an der Wand anbringen (was mit dem Aura Aspen nicht geht). Rechnet allerdings damit, dass das Display nicht so knackig aussieht.
Unterm Strich bin ich mit Aura Aspen sehr zufrieden, auch wenn ich in dieser Kolumne einige Kritikpunkte habe. Zu meinem ersten digitalen Bilderrahmen bin ich anno 2017 wie die Jungfrau zum Kind gekommen, möchte es heute aber nicht mehr missen.
Ein digitaler Rahmen lenkt mit hübschen Fotos die Aufmerksamkeit auf sich oder kann als indirekte Lichtquelle ein (Wohn-)Zimmer sehr viel gemütlicher machen. Und ganz ehrlich: Wer schwelgt denn nicht gerne in Erinnerungen? Oder zeigt seine selbstgeschossenen Bilder gerne her? Ein digitaler Bilderrahmen ist dafür die beste Bühne – und für das Erlebnis muss es wirklich kein 250-Euro-Bollide sein.


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