Die DJI Osmo Pocket 4P ist ein Beispiel dafür, warum ich meinen Job so gerne mache

Nicht nur der neue Sensor macht die DJI Osmo Pocket 4P so gut.

Die Osmo Pocket 4P ist eine hervorragende Filmkamera für die Hosentasche. (Bild: Patrick S.GameStar Tech) Die Osmo Pocket 4P ist eine hervorragende Filmkamera für die Hosentasche. (Bild: Patrick S./GameStar Tech)

Was soll da noch kommen? Langsam ist die Grenze erreicht.

Fragen und Aussagen, die im Tech-Bereich älter sind als ich – und ich bewege mich langsam auf die 35 zu.

Solche Sätze mögen zum Teil schmerzlich zutreffen, aber Hersteller zeigen auch, dass eben doch noch was geht. So auch DJI mit seiner Osmo Pocket 4P.

Und genau wegen solcher Überraschungseier steige ich montagmorgens so gut gelaunt aus dem Bett.

Tech Star 2026
DJI Osmo Pocket 4P
DJI Osmo Pocket 4P
Das technische Highlight der Osmo Pocket 4P ist zweifellos der neue LOFIC-Sensor. Damit rüttelt der Hersteller am festen Glauben an Systemkameras. Selbstverständlich kann eine solche Kompaktkamera kein Video-Arbeitstier ersetzen. Doch mindestens das zusätzliche Teleobjektiv macht die hosentaschenfreundliche Kamera zu einem flexiblen Arbeitsgerät für Reisen, Vlogs und spontane Content-Produktionen, bei denen der Platz im Rucksack knapp ist.
  • LOFIC-Sensor
  • Scharfe, natürliche Aufnahmen
  • Teleobjektiv
  • Zuverlässiger Autofokus
  • 103 GB interner Speicher
  • Funkmikrofon für direkte Verbindung muss von DJI sein
  • Kamerawechsel stockt leicht

Was ist das Besondere an dieser kleinen Kamera?

DJI hat der P-Version seiner beliebten Vlogging- und Creator-Kamera einen sogenannten LOFIC-Sensor (Lateral Overflow Integration Capacitor) verpasst, was sinngemäß so viel wie »seitlicher Überlaufspeicher« bedeutet.

Diese Technologie löst zum Teil ein fundamentales Problem kleiner Bildsensoren: das Ausbrennen heller Bildbereiche.

Und wie funktioniert das? Indem überschüssige Ladung mit einem winzigen Kondensator direkt am Pixel gespeichert wird, anstatt dass sie gänzlich verloren geht, sobald das Pixel »voll« ist. Stellt euch das wie ein Auffangbecken vor.

Das bedeutet für die Praxis: Greller Himmel, Straßenlaternen und Neonlichter behalten mehr Details und Farbe, während die Schatten sauber durchgezeichnet bleiben. Mit anderen Worten: Die Aufnahmen profitieren von deutlich mehr Dynamik.

Der LOFIC-Sensor befindet sich hinter dem Weitwinkelobjektiv. Bei der Telekamera kommt dagegen ein Standard-Sensor zum Einsatz. (Bild: Patrick S.GameStar Tech) Der LOFIC-Sensor befindet sich hinter dem Weitwinkelobjektiv. Bei der Telekamera kommt dagegen ein Standard-Sensor zum Einsatz. (Bild: Patrick S./GameStar Tech)

Der Knackpunkt: Dieses saubere Bild wird mit dem flachen Farbprofil D-Log2 (10 Bit) erzielt, das eine Farbkorrektur im Schnitt voraussetzt. Dabei spielt auch die Base-ISO des Sensors eine tragende Rolle (ISO 800 bei der 4P): Vereinfacht ausgedrückt liefert der Sensor in seiner nativen Einstellung das sauberste Signal.


Mehr zur neuen Technologie lest ihr hier: Handykameras stehen vor einer großen Veränderung: Neben Xiaomi und Sony wird wohl Samsung auf die neue, geniale Technologie setzen


Doch auch im Standardmodus überzeugt das Bild der Osmo Pocket 4P auf ganzer Linie.

Das Bild wirkt natürlich und scharf. Vor allem bleiben Schatten gerne mal Schatten. Dadurch entsteht eine angenehme Tiefe, die den überschärften, platten Smartphone-Look verhindert.

Zusätzliches Teleobjektiv bringt mehr Möglichkeiten

Weitwinkel (20mm) Teleobjektiv (70mm) Weitwinkel (20mm) Teleobjektiv (70mm)

In puncto Dynamikumfang kann die Telekamera mit der Hauptkamera nicht mithalten. Zudem wirken die Farben zunehmend flacher. Trotzdem ist die zusätzliche Linse sehr hilfreich. (Bilder: Patrick S./GameStar Tech)

Der LOFIC-Sensor ist klasse, aber das zusätzliche Teleobjektiv ist für mich der eigentliche Star. Und wie sehr habe ich die dadurch gewonnene Flexibilität unterschätzt!

Die zusätzliche Linse ermöglicht nämlich neue Perspektiven, wie Porträts und Detailaufnahmen mit einem natürlichen Bokeh.

Mit anderen Worten: Dank der beiden Linsen (Weitwinkel und Tele) kann ich flexibel entscheiden, ob ich meine Umgebung filmen oder das Auge bewusst auf ein Detail im Bild lenken möchte – per Knopfdruck.

Somit entsteht eine abwechslungsreiche Bildfolge und nicht immer der schnöde, weitwinklige Bildausschnitt von 20 Millimetern.

Wenn man mir einen Kritikpunkt aus dem Rücken leiern möchte, dann dass der Kamerawechsel leicht stockt und nicht so reibungslos vonstattengeht. Das ist kein Beinbruch, aber es wäre das I-Tüpfelchen.

Ich finde es ebenfalls schade, dass für eine direkte Funkverbindung ein Mikrofon des Herstellers erforderlich ist. Die Entscheidung ist zwar nachvollziehbar, aber somit wird der Kauf der Vlog Combo quasi zur Pflicht – sofern man noch keines besitzt oder benötigt.

Osmo Pocket 4P vs. Luna Ultra (Specs)
Hier aufklappen
MerkmalDJI Osmo Pocket 4PInsta360 Luna Ultra
KamerasystemDual-Kamera auf 3-Achsen-GimbalDual-Kamera auf 3-Achsen-Gimbal
Hauptsensor1 Zoll CMOS1 Zoll CMOS
Hauptobjektiv20 mm KB, f/2.0Leica Summicron, 20 mm KB, f/1.8
Telekamera1/1,28 Zoll CMOS, 60 mm KB, f/1.81/1,3 Zoll CMOS, 60 mm KB, f/2.0
Optischer Zoom3× optischer Zoom3× optischer Zoom
Weiterer ZoomBis 12× digital/hybridBis 6× »lossless« bzw. 12× digital
Maximales Video4K bis 240 fps8K bis 30 fps, 4K bis 120 fps, 1080p bis 240 fps
HDR/Log10-Bit, D-Log 2; laut DJI-Infos bis 17 Stops beim Hauptsensor10-Bit I-Log, Dolby Vision, bis 14 Stops Dynamikumfang
FotoBis 37 MP, JPEG/DNGStandard: 9 MP/8 MP; UltraPhoto: bis 37 MP/33 MP; Panorama: 200 MP
Display2,0 Zoll Touchscreen, 556 × 314 Pixel, bis 1.000 NitsAbnehmbares 2-Zoll-OLED-Touchdisplay, auch als Fernbedienung nutzbar
Interner Speicher107 GB47 GB
SpeichererweiterungmicroSD bis 1 TBmicroSD bis 1 TB
USBUSB 3.1USB-C 3.1
Akku1.545 mAh, bis 240 Min. laut Hersteller-/Testangaben1.550 mAh, bis etwa 4 Std. bei 1080p laut Herstellerangabe
SchnellladenOptional per USB-PD-Schnellladegerät80% in ca. 23 Minuten laut Herstellerangabe
Mikrofone3 insgesamt4 insgesamt: drei am Hauptgerät, eines im abnehmbaren Display
Maße159,5 × 63,3 × 33,5 Millimeter169,9 × 52,4 × 38,5 Millimeter
Gewicht230 Gramm233 Gramm

Die Alternative von Insta360

Auch der große Konkurrent Insta360 hat in diesem Jahr eine kompakte Gimbal-Kamera auf den Markt gebracht.

Wie die DJI Osmo Pocket 4P ist sie mit zwei Objektiven ausgestattet: Weitwinkel und Tele. Auch diese Kamera bietet somit einen verlustfreien optischen Zoom.

Fujifilm X100VI
Fujifilm X100VI
Die APS-C-Kamera kommt mit einem 35-mm-Objektiv, einem 40-Megapixel-Sensor und einer optischen Bildstabilisierung.
Ricoh GR III
Ricoh GR III
Dank eines großen APS-C-Sensors schießt die Ricoh GR III Fotos in Systemkamera-Qualität. Ihr müsst allerdings mit nur einer Brennweite zurechtkommen.
Canon G7X Mark III
Canon G7X Mark III
Der große 1-Zoll-Typ-Sensor in Kombination mit einem lichtstarken Zoom-Objektiv, sorgt dafür, dass ihr für jede Situation gewappnet seid.
Sony RX100 VII
Sony RX100 VII
Einer der besten Kompaktkameras auf dem Markt, mit rasantem Autofokus und eingebauten elektronischen Sucher. Dank eines 8x-Zooms entgeht euch auf Reisen kein Moment.

Zwar verbaut Insta360 keinen LOFIC-Sensor, die Insta360 Luna Ultra glänzt aber mit einer anderen Besonderheit: Die Steuereinheit samt Display lässt sich jederzeit vom Gehäuse entfernen. Das könnte besonders für Solo-Filmer einen Unterschied machen.

Bei der Osmo Pocket 4P ist das externe Display in der Vlog-Combo enthalten. Dieses muss dann allerdings immer in der Tasche mitgeführt werden und klebt nicht komfortabel am Gehäuse.

Dennoch hat mich die DJI Pocket 4P überrascht – und sich unseren Tech Star Award 2026 verdient. Zu beiden Kameras folgt noch ein ausführlicher Testbericht hier auf GameStar Tech. Stellt mir bis dahin eure Fragen gern in den Kommentaren.


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