Was soll da noch kommen? Langsam ist die Grenze erreicht.
Fragen und Aussagen, die im Tech-Bereich älter sind als ich – und ich bewege mich langsam auf die 35 zu.
Solche Sätze mögen zum Teil schmerzlich zutreffen, aber Hersteller zeigen auch, dass eben doch noch was geht. So auch DJI mit seiner Osmo Pocket 4P.
Und genau wegen solcher Überraschungseier steige ich montagmorgens so gut gelaunt aus dem Bett.
Was ist das Besondere an dieser kleinen Kamera?
DJI hat der P-Version seiner beliebten Vlogging- und Creator-Kamera einen sogenannten LOFIC-Sensor (Lateral Overflow Integration Capacitor) verpasst, was sinngemäß so viel wie »seitlicher Überlaufspeicher« bedeutet.
Diese Technologie löst zum Teil ein fundamentales Problem kleiner Bildsensoren: das Ausbrennen heller Bildbereiche.
Und wie funktioniert das? Indem überschüssige Ladung mit einem winzigen Kondensator direkt am Pixel gespeichert wird, anstatt dass sie gänzlich verloren geht, sobald das Pixel »voll« ist. Stellt euch das wie ein Auffangbecken vor.
Das bedeutet für die Praxis: Greller Himmel, Straßenlaternen und Neonlichter behalten mehr Details und Farbe, während die Schatten sauber durchgezeichnet bleiben. Mit anderen Worten: Die Aufnahmen profitieren von deutlich mehr Dynamik.
Der Knackpunkt: Dieses saubere Bild wird mit dem flachen Farbprofil D-Log2 (10 Bit) erzielt, das eine Farbkorrektur im Schnitt voraussetzt. Dabei spielt auch die Base-ISO des Sensors eine tragende Rolle (ISO 800 bei der 4P): Vereinfacht ausgedrückt liefert der Sensor in seiner nativen Einstellung das sauberste Signal.
Mehr zur neuen Technologie lest ihr hier: Handykameras stehen vor einer großen Veränderung: Neben Xiaomi und Sony wird wohl Samsung auf die neue, geniale Technologie setzen
Doch auch im Standardmodus überzeugt das Bild der Osmo Pocket 4P auf ganzer Linie.
Das Bild wirkt natürlich und scharf. Vor allem bleiben Schatten gerne mal Schatten. Dadurch entsteht eine angenehme Tiefe, die den überschärften, platten Smartphone-Look verhindert.
Zusätzliches Teleobjektiv bringt mehr Möglichkeiten
In puncto Dynamikumfang kann die Telekamera mit der Hauptkamera nicht mithalten. Zudem wirken die Farben zunehmend flacher. Trotzdem ist die zusätzliche Linse sehr hilfreich. (Bilder: Patrick S./GameStar Tech)
Der LOFIC-Sensor ist klasse, aber das zusätzliche Teleobjektiv ist für mich der eigentliche Star. Und wie sehr habe ich die dadurch gewonnene Flexibilität unterschätzt!
Die zusätzliche Linse ermöglicht nämlich neue Perspektiven, wie Porträts und Detailaufnahmen mit einem natürlichen Bokeh.
Mit anderen Worten: Dank der beiden Linsen (Weitwinkel und Tele) kann ich flexibel entscheiden, ob ich meine Umgebung filmen oder das Auge bewusst auf ein Detail im Bild lenken möchte – per Knopfdruck.
Somit entsteht eine abwechslungsreiche Bildfolge und nicht immer der schnöde, weitwinklige Bildausschnitt von 20 Millimetern.
Wenn man mir einen Kritikpunkt aus dem Rücken leiern möchte, dann dass der Kamerawechsel leicht stockt und nicht so reibungslos vonstattengeht. Das ist kein Beinbruch, aber es wäre das I-Tüpfelchen.
Ich finde es ebenfalls schade, dass für eine direkte Funkverbindung ein Mikrofon des Herstellers erforderlich ist. Die Entscheidung ist zwar nachvollziehbar, aber somit wird der Kauf der Vlog Combo quasi zur Pflicht – sofern man noch keines besitzt oder benötigt.
Hier aufklappen
| Merkmal | DJI Osmo Pocket 4P | Insta360 Luna Ultra |
|---|---|---|
| Kamerasystem | Dual-Kamera auf 3-Achsen-Gimbal | Dual-Kamera auf 3-Achsen-Gimbal |
| Hauptsensor | 1 Zoll CMOS | 1 Zoll CMOS |
| Hauptobjektiv | 20 mm KB, f/2.0 | Leica Summicron, 20 mm KB, f/1.8 |
| Telekamera | 1/1,28 Zoll CMOS, 60 mm KB, f/1.8 | 1/1,3 Zoll CMOS, 60 mm KB, f/2.0 |
| Optischer Zoom | 3× optischer Zoom | 3× optischer Zoom |
| Weiterer Zoom | Bis 12× digital/hybrid | Bis 6× »lossless« bzw. 12× digital |
| Maximales Video | 4K bis 240 fps | 8K bis 30 fps, 4K bis 120 fps, 1080p bis 240 fps |
| HDR/Log | 10-Bit, D-Log 2; laut DJI-Infos bis 17 Stops beim Hauptsensor | 10-Bit I-Log, Dolby Vision, bis 14 Stops Dynamikumfang |
| Foto | Bis 37 MP, JPEG/DNG | Standard: 9 MP/8 MP; UltraPhoto: bis 37 MP/33 MP; Panorama: 200 MP |
| Display | 2,0 Zoll Touchscreen, 556 × 314 Pixel, bis 1.000 Nits | Abnehmbares 2-Zoll-OLED-Touchdisplay, auch als Fernbedienung nutzbar |
| Interner Speicher | 107 GB | 47 GB |
| Speichererweiterung | microSD bis 1 TB | microSD bis 1 TB |
| USB | USB 3.1 | USB-C 3.1 |
| Akku | 1.545 mAh, bis 240 Min. laut Hersteller-/Testangaben | 1.550 mAh, bis etwa 4 Std. bei 1080p laut Herstellerangabe |
| Schnellladen | Optional per USB-PD-Schnellladegerät | 80% in ca. 23 Minuten laut Herstellerangabe |
| Mikrofone | 3 insgesamt | 4 insgesamt: drei am Hauptgerät, eines im abnehmbaren Display |
| Maße | 159,5 × 63,3 × 33,5 Millimeter | 169,9 × 52,4 × 38,5 Millimeter |
| Gewicht | 230 Gramm | 233 Gramm |
Die Alternative von Insta360
Auch der große Konkurrent Insta360 hat in diesem Jahr eine kompakte Gimbal-Kamera auf den Markt gebracht.
Wie die DJI Osmo Pocket 4P ist sie mit zwei Objektiven ausgestattet: Weitwinkel und Tele. Auch diese Kamera bietet somit einen verlustfreien optischen Zoom.
Zwar verbaut Insta360 keinen LOFIC-Sensor, die Insta360 Luna Ultra glänzt aber mit einer anderen Besonderheit: Die Steuereinheit samt Display lässt sich jederzeit vom Gehäuse entfernen. Das könnte besonders für Solo-Filmer einen Unterschied machen.
Bei der Osmo Pocket 4P ist das externe Display in der Vlog-Combo enthalten. Dieses muss dann allerdings immer in der Tasche mitgeführt werden und klebt nicht komfortabel am Gehäuse.
Dennoch hat mich die DJI Pocket 4P überrascht – und sich unseren Tech Star Award 2026
verdient. Zu beiden Kameras folgt noch ein ausführlicher Testbericht hier auf GameStar Tech. Stellt mir bis dahin eure Fragen gern in den Kommentaren.





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