Der DJI ROMO P2 ist der Saugroboter mit der besten Flecken- und Hinderniserkennung, die ich je gesehen habe

Test: Die größte Schwäche seines Vorgängers hat DJI bei der ROMO 2-Serie gelöst – und legt bei der Hinderniserkennung sogar noch eine Schippe drauf.

Der DJI ROMO 2P hat mich im Test begeistert. Der DJI ROMO 2P hat mich im Test begeistert.

Die Marke DJI kennt ihr vermutlich von Kameras und Drohnen.

Doch letztes Jahr hat der Hersteller überraschend seinen ersten Saugroboter veröffentlicht, und ich war in meinem Test zum ROMO P beeindruckt, wie gut ein Flugexperte plötzlich auch am Boden navigiert. Die Hinderniserkennung war hervorragend!

Ganz ohne Macken kam der ROMO P aber nicht aus: Flüssigkeiten, Türschwellen und Teppiche bereitetem dem Robo Probleme. Da war die Konkurrenz seinerzeit schon weiter.

Genau diese Schwächen soll der ROMO 2 jetzt ausbügeln. Und tatsächlich: Nach drei Wochen im Dauereinsatz ist ausgerechnet das Manko, das mich beim Vorgänger am meisten gestört hat, fast verschwunden.

Die Station im Detail: Aufbau und Funktionen

Die Station ist durch ihr transparentes Design ein echter Hingucker. Die Station ist durch ihr transparentes Design ein echter Hingucker.

Wie beim ROMO P bleibt auch die Station des ROMO 2P transparent – und ich feiere es. Ja, das Design wurde kontrovers diskutiert und ob euch das gefällt, ist Geschmackssache. Ein Hingucker ist der Blick auf die Technik im Inneren aber allemal.

Nahezu jeder Saugroboter sieht heutzutage gleich aus, DJI sticht hier aus der Masse heraus. Und da ich den Vorgänger über Monate im Test laufen hatte, kann ich auch sagen: Das Innere bleibt auch über Zeit sauber.

Falls es euch dennoch nicht zusagt, gibt es mit dem A2 auch eine weiße Modellvariante.

Mit 425 × 453 × 440 Millimetern (Breite × Tiefe × Höhe) hat die Station die gleichen Maße wie beim Vorgänger. Frischwasser- und Schmutzwassertank fassen 4 beziehungsweise 3,2 Liter. Der Staubbeutel bleibt bei 2,4 Litern, identisch zum ROMO P.

Funktionen: Reinigungsmittel und Geruchsentferner dosiert die Station automatisch, dazu kommt ein UV-Licht für den Staubbeutel. Die Selbstreinigung erledigt sie laut DJI mit vier Hochdruckdüsen und heißem Wasser, ein 16-Millimeter-Ablauf spült Schmutzwasser, Haare und größere Rückstände direkt aus der Waschplatte.

Bis zu 365 Tage soll das ohne manuelles Putzen der Waschplatte funktionieren. Auf Wassertanks und Verbrauchsmaterial bezieht sich das laut Hersteller aber ausdrücklich nicht. Wie wartungsarm der ROMO P2 ist, wird der Langzeittest zeigen.

Praktisch: Die Taste an der Station lässt sich mit einer beliebigen Reinigungsroutine belegen, sodass ihr etwa mal schnell unterm Esstisch wischen könnt, wenn ihr den Roboter nicht manuell via Handy oder Spracheingabe steuern wollt.

Der Roboter im Detail: Design und Technik

Die Oberseite des DJI ROMO P2 ist wieder transparent. Die Oberseite des DJI ROMO P2 ist wieder transparent.

Mit 351 × 351 × 98 Millimetern bleibt der Roboter so flach wie der Vorgänger mit seinen 9,8 Zentimetern Bauhöhe, das Gewicht liegt bei 4,9 Kilogramm. So weit, so gewöhnlich.

Technisch hat sich unter der Haube einiges getan: Vorn sitzen Dual-Fisheye-Kameras plus ein neues LiDAR-System, ergänzt durch weitere LiDAR-Einheiten seitlich am Roboter und am Arm sowie einen Anti-Kollisions-Sensor oben.

Der Roboterarm schwenkt jetzt 123 Grad und reicht damit 7,8 Zentimeter weiter als beim Vorgänger. Gegen Haarverwicklungen sollen zwei versetzt angeordnete Seitenbürsten helfen, die Haare direkt zur Walze führen.

💡 Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Ich habe den ROMO 2P drei Wochen lang in der unteren Etage meines Einfamilienhauses auf die Probe gestellt, auf 38 der insgesamt 66 Quadratmeter, hauptsächlich Fliesen und PVC sowie niedrigflorige Teppiche. Ich habe auch einen hochflorigen Teppich getestet.

Besondere Herausforderung: ein 5-jähriges Kind samt Krümeln und Spielzeug sowie eine Katze. Für die Saugleistung habe ich jeweils Haferflocken, Katzenstreu und Katzentrockenfutter verteilt, dazu eine Handvoll Katzenhaare auf Fliesen und Teppich drapiert.

Für die Wischleistung kamen jeweils ein Fleck Milch, Apfelsaft und Kaffee dazu, die ich in einem zweiten Durchgang eintrocknen ließ. Da meine Wohnung keine echten Türschwellen hat, habe ich Schwellen mit einem höhenverstellbaren Hindernis simuliert.

Technische Daten im Überblick
EigenschaftSpezifikation
Maße Roboter351 × 351 × 98 mm
Gewicht Roboter4,9 kg
Maße Station425 × 453 × 440 mm
Gewicht Station10 kg
Saugkraft36.000 Pa
Staubbox Roboter215 ml
Staubbeutel Station2,4 l
Frischwassertank4 l
Schmutzwassertank3,2 l
Akku5.000 mAh / 72 Wh
Laufzeitca. 3 Stunden (Saugen, Quiet Mode)
Ladezeit2,5 Stunden (0 bis 100 Prozent)

Hinderniserkennung: So gut habe ich das noch bei keinem Saugroboter gesehen

Wie von DJI erwartet, sind Navigation und Hinderniserkennung auf einem extrem präzisen Level – und gehören für mich zum besten, was ich nach über 20 Saugrobotertests gesehen habe.

Selbst kleine Klemmbausteine bringen den ROMO 2P nicht aus dem Konzept, wie ihr im folgenden Video sehen könnt:

Video starten 0:32 DJI Romo 2: Hinderniserkennung

Das ist bemerkenswert! Kleinteilige, unregelmäßig geformte Objekte gehören zu den klassischen Stolperfallen für Saugroboter-Kameras. Der ROMO 2P erkennt und umfährt sie trotzdem zuverlässig.

Größere Objekte und Möbel sind ein Klacks. Er umfährt sie behutsam und sicher. Nicht mal meine verstrebten Esstischstühle konnten ihn aus dem Konzept bringen (hätte er einen Mund, würde er nur müde lächeln!).

Doch damit nicht genug. Glastüren sind ein weiterer Klassiker, an dem viele Saugroboter scheitern. Meine Terrassentür und die Spiegeltür im Schlafzimmer waren für den ROMO 2P kein Problem.

Er kartiert meinen Raum exakt, ohne fälschlicherweise »nach draußen« zu gucken und einen angrenzenden Raum zu erfinden. Ein Fehler, der vielen modernen Saugrobotern je nach Lichteinfall noch passiert.

Auch bei Krümeln zeigt sich, wie fein die Steuerung mittlerweile ist. Ein großer Brotkrumen wurde offenbar als Ganzes »erkannt«. Statt ihn einfach wegzuschleudern, drehte sich der Roboter behutsam zu ihm, um ihn sich einzuverleiben.

Möbel umfährt der DJI ROMO P2 zielsicher und sehr nah, ohne sie zu touchieren – ein extrem hohes Niveau! Möbel umfährt der DJI ROMO P2 zielsicher und sehr nah, ohne sie zu touchieren – ein extrem hohes Niveau!

Eine Einschränkung gibt es laut DJI trotzdem: Bei Krümeln über 2 Zentimetern kann es passieren, dass der Roboter sie als Hindernis statt als Schmutz einstuft.

Bei mir im Test ist das nicht vorgekommen. Fehlerkennungen lassen sich zudem in der App aktiv markieren, laut Hersteller lernt das System daraus.

Flüssigkeiten: Die größte Schwäche des Vorgängers ist Geschichte

Beim ROMO P war genau das mein größter Kritikpunkt: Milch und Saft wurden von der Seitenbürste quer durch den Raum verteilt, bevor der Roboter überhaupt anfing zu wischen.

Und genau hier liegt die größte Verbesserung des ROMO 2P.

Ich habe Milch, Apfelsaft und Kaffee auf meinen Fliesen verteilt. Einen Teil frisch, einen Teil angetrocknet. Selbst den Apfelsaft, kaum sichtbar auf meinen Holzoptik-ähnlichen Fliesen, hat der ROMO 2P erkannt, umfahren und als Fleck auf der Karte markiert.

Kaum sichtbar für Menschen, doch der DJI ROMO P2 erkennt ihn perfekt: Ein kleiner Schluck Apfelsaft auf meinen Holzoptikfliesen. Kaum sichtbar für Menschen, doch der DJI ROMO P2 erkennt ihn perfekt: Ein kleiner Schluck Apfelsaft auf meinen Holzoptikfliesen.

Statt draufzufahren, reinigt der Roboter erst den Rest des Raums fertig und kehrt danach gezielt mit seinem Wischarm zurück, um den Fleck separat zu wischen. Anschließend fährt er zur Station, um die Mopps zu waschen, bevor die nächste Fläche drankommt.

Das funktioniert allerdings nur in einem der Wischmodi (Saugen und Wischen, Wischen oder Wischen nach Saugen). Im Saugmodus markiert der Roboter Flüssigkeiten (und übrigens auch andere starke Verschmutzungen) zwar auf der Karte, wischt sie aber nicht.

Das kann ich mit einem Klick in der App aber komfortabel nachholen. Zudem empiehlt mir die App je nach Situation diverse Funktionen zu aktivieren, super!

Was ich mir trotzdem noch wünsche: eine Push-Benachrichtigung, wenn der Roboter im reinen Saugmodus eine Flüssigkeit entdeckt, verbunden mit der Rückfrage, ob er direkt nachwischen soll. Genau diese Art proaktiver Reaktion würde ich mir im KI-Zeitalter von einem Gerät dieser Preisklasse wünschen.

Übrigens: Da der rechte Wischmopp nun fast 8 Zentimeter weit ausfahren kann, gelangt der ROMO 2P besser an zuvor unerreichbare Stellen und reinigt um Möbel herum noch besser.

Im folgenden Video seht ihr den ausfahrbaren Wischmopp sowie die Ecken- und Kantenreinigung, zu der ich gleich komme, in Aktion:

Video starten 1:34 DJI Romo 2: Wischleistung

Übrigens: Während die meisten Hersteller von Wischmopps zu Wischrollen gewechselt sind oder zumindest beides im Portfolio anbieten, hat sich DJI ganz bewusst für Mopps entschieden. Diese sollen laut Hersteller die beste Balance aus Flächenabdeckung, Stabilität und Reinigungsleistung bieten und sich besser reinigen lassen.

Ich finde auch, dass Wischwalzen anfälliger für Gerüche sind. Wischmopps könnt ihr abnehmen und auch mal bei 90 Grad in die Waschmaschine schmeißen – die meisten Roller oder Walzen nicht.

Saugleistung, Kanten und Teppiche

An Kanten und in Ecken hinterlässt der ROMO 2 kaum noch Krümelchen. Ja, ein paar Haferflocken blieben nach Saugen und Wischen übrig, doch das Ergebnis ist dennoch auf Top-Niveau – makellos reinigt kein Saugroboter.

Groben Schmutz wie Katzenfutter oder -streu erkennt der kleine Helfer problemlos, reduziert dabei seine Geschwindigkeit und verleibt sie sich nahezu restlos ein – auch, weil er im Gegensatz zu vielen Konkurrenzmodellen sehr fein die Geschwindigkeit seiner Seitenbürstchen dosiert.

An Ecken und Kanten fährt der ROMO 2P seine rechte Seitenbürste (oder den rechten Wischmopp) aus und fährt langsamer. An Ecken und Kanten fährt der ROMO 2P seine rechte Seitenbürste (oder den rechten Wischmopp) aus und fährt langsamer.

Bei Teppichen erkennt der Roboter automatisch, wo er sich befindet, und bietet eine zweite Reinigungsrunde an. Niedrigflorige Teppiche werden dadurch richtig sauber, Katzenhaare und Streu inklusive.

Bei hochflorigen Teppichen bleibt eine Einschränkung: Sichtbarer Schmutz wie Haare und Streu wird zuverlässig entfernt, aber tief in den Fasern lässt sich noch einiges herausklopfen. Das ist allerdings die Königsdisziplin, an der fast jeder Saugroboter scheitert. Für den Alltag reicht die Leistung locker aus.

Vorher Nachher Vorher Nachher

Katzenhaare und Streu werden sichtbar entfernt, aber nicht 100-Prozent restlos.

Nach dem Ausschütteln des Teppichs zeigt sich, was noch für Schmutz im Teppich steckte. Nach dem Ausschütteln des Teppichs zeigt sich, was noch für Schmutz im Teppich steckte.

Schwellen habe ich mangels echter Türschwellen in meiner Wohnung mit einem höhenverstellbaren Hindernis simuliert: Bis 4 Zentimeter nimmt der ROMO 2P sie mühelos.

DJI bewirbt zwar bis zu 8,5 Zentimeter Hindernisüberwindung, das bezieht sich laut Datenblatt aber auf einen speziellen Zwei-Stufen-Parcours (eine Stufe bis 4 Zentimeter, eine zweite, aufgesetzte Stufe bis 4,5 Zentimeter) und nicht auf eine einzelne Alltags-Schwelle. Für den Alltag ist das ohnehin ausreichend.

Teppiche reinigt der ROMO 2P bei Bedarf automatisch zweimal. Teppiche reinigt der ROMO 2P bei Bedarf automatisch zweimal.

Lautstärke und App

Selbst in höheren Automatikstufen bleibt der ROMO 2P angenehm leise: 56 Dezibel aus einem Meter Entfernung habe ich gemessen. Zum Vergleich: Normale Gespräche liegen bei etwa 60 Dezibel, klassische Staubsauger häufig bei 70 bis 80. Gestört hat mich der Roboter beim Homeoffice-Meeting nie.

Was mir sonst noch aufgefallen ist: Die DJI-Home-App gehört für mich mit zur besten Saugroboter-App auf dem Markt, sowohl optisch als auch bei der schieren Zahl an Einstellungsmöglichkeiten.

Einen dedizierten »KI-Knopf« wie ich ihn mir beim Vorgänger gewünscht hätte, gibt es weiterhin nicht. Dafür steckt die Intelligenz jetzt direkt im Algorithmus: Erkennt der ROMO 2P sehr starke Staubansammlungen, saugt er zuerst und wischt erst danach, statt alles breitzuschmieren. Das und vieles weitere lässt sich in der App anpassen.

Wie schlägt sich der ROMO 2 gegen die aktuelle Konkurrenz?

Rein auf dem Papier ist der ROMO 2P mit 36.000 Pa und 8,5 Zentimetern Hindernisüberwindung längst nicht mehr die Spitze. Der Dreame X60 Pro Ultra kommt auf 42.000 Pa und 10 Zentimeter, der Roborock Saros 20 ist mit 7,98 Zentimetern Bauhöhe flacher, und der Ecovacs X12 OmniCyclone gilt aktuell als unser Testsieger der besten Saugroboter 2026.

Was den ROMO 2P trotzdem heraushebt: die Kombination aus herausgragender Hinderniserkennung und dem neuen Flüssigkeits-Verhalten. Beides zusammen habe ich bei keinem Konkurrenzgerät bisher so zuverlässig erlebt.

Mein Fazit

Ich bin nach drei Wochen ehrlich beeindruckt. Beim ROMO P musste ich zwischen herausragender Hinderniserkennung und ärgerlichen Flüssigkeits-Ausrutschern abwägen. Dieses Dilemma hat sich beim Nachfolger fast vollständig aufgelöst.

Für wen lohnt sich der DJI ROMO 2?

Für alle, die Wert auf eine Spitzen-Hinderniserkennung legen, gerade mit Kindern, Haustieren oder viel Kleinkram auf dem Boden. Auch wer schon öfter Flüssigkeiten verschüttet hat und deswegen bisher die Finger von Saugrobotern gelassen hat, bekommt hier eine ernstzunehmende Antwort.

Für wen nicht?

Wer nach der höchsten Saugkraft oder das flachste Gehäuse am Markt sucht, findet bei der Konkurrenz aktuell höhere Zahlen. Wer das transparente Design partout nicht mag, wird ohnehin eher bei einem der dezenteren A2-Modelle.

Der DJI ROMO 2 ist für mich der Saug- und Wischroboter mit der besten Flecken- und Hinderniserkennung, die ich je gesehen habe. Und das will nach über 20 getesteten Geräten was heißen.


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