Saugroboter haben sich in den letzten Jahren enorm entwickelt: Die besten Modelle bieten über 40.000 statt 5.000 Pascal Saugkraft, ausfahrbare Bürstchen und Wischer, bis zu drei Reinigungsmittel und über 100-Grad-Wäsche. Und trotzdem haben sie immer noch ein Problem: Es gibt schlicht Stellen, an die sie nicht rankommen.
Genau deshalb bin ich der Meinung, dass niemand im Haushalt um einen ordentlichen Handstaubsauger herumkommt. Narwal schickt dafür dieses Jahr den V50 Cube ins Rennen.
Er kommt mit KI- und Teppichmodus, austauschbaren Aufsätzen, zwei Akkus zum Wechseln und einer Station, die Staub automatisch entleert und Haare aus der Bürste zieht.
Und nach über zwei Wochen im Test glaube ich, der neue Narwal V50 Cube könnte tatsächlich der ideale Akkusauger für die meisten Haushalte sein.
Die Station ist massiv geschrumpft
Narwal hat im Vergleich zum V40 (zum Test) die Station massiv geschrumpft – um 52 Prozent, um genau zu sein. Und das merkt man sofort, wenn man beide nebeneinanderstellt.
Wo die V40-Station noch wie ein kleiner Turm im Raum stand, fügt sich der V50 Cube deutlich unauffälliger ein und sieht dabei auch noch richtig schick aus. Das dezente, pulsierende Leuchtring-Design an der Oberseite sowie die Front wirken hochwertig und nicht nur wie ein weiteres Gerät, das im Flur rumsteht.
Trotz der geschrumpften Maße hat Narwal bei den Funktionen keine Abstriche gemacht, sondern sogar erweitert. Die Station entleert sich bis zu 100 Tage lang automatisch, reinigt Zyklonsieb und Bürstenrolle selbst und filtert über ein neunlagiges HEPA-System.
Bei der Entleerung gibt es sogar zwei Modi, eine normale und eine tiefere Entleerung inklusive Haarentwirrung, falls sich mal mehr in der Bürstenrolle verfangen hat. Dazu kommt ein UV-Filter, dessen Funktion sich über denselben Leuchtring an der Station ablesen lässt – ein schönes Detail, das im Alltag tatsächlich auffällt.
Und – das ist für mich der eigentliche Clou – die Station bietet Stauraum für die wichtigsten Aufsätze. Motorisierte Handdüse und Fugendüse verschwinden unsichtbar in der Station, statt lose in einer Schublade zu landen oder an einem Ständer zu klappern.
Ein weiterer Grund dafür, warum der V50 eine gute Figur im offenen Raum macht und nicht in einer Abstellkammer verborgen werden muss.
Leichter als mein Dyson V8
Beim Gewicht bin ich ehrlich überrascht: Mit 1,43 Kilogramm ist das Handgerät des V50 Cube der leichteste Sauger, den ich je in der Hand hatte – spürbar leichter als mein Dyson V8, der seit Jahren mein Referenzgerät für die Zwischendurch-Reinigung Zuhause war.
Das macht sich vor allem bei Überkopfarbeiten (auch mit abgenommenem Verlängerungsrohr) oder beim Absaugen von Sofa und Auto bemerkbar, wo Gewicht am Handgelenk sonst schnell nervt.
Dazu kommt, dass sich das komplette Gerät um 180 Grad flach auf den Boden legen lässt, wodurch man auch unter niedrigen Möbeln noch sauber hinterherkommt. Auf ein Knickgelenk müsst ihr jedoch verzichten.
Auch beim Manövrieren merkt man das geringe Gewicht: Um Ecken, Stuhl- und Tischbeine herum lässt sich der V50 Cube spielend leicht führen, ohne dass ich groß nachsteuern oder Kraft aufwenden muss.
Wenn ich mit dem V50 reinige, merke ich kaum, dass ich ihn in der Hand habe. Ebenso leicht lässt er sich aus der Station nehmen und wieder hineinstellen.
KI-Modus und Licht: Zwei nützliche Features im Alltag
Der V50 Cube unterstützt vier Modi, die ihr über eine Taste wechseln könnt: Eco, Turbo, Teppichmodus und einen KI-Modus, der die Verschmutzung automatisch erkennt und die Saugstufe passend regelt.
Das funktioniert im Alltag zuverlässig – der Sauger schaltet spürbar und ohne Verzögerung hoch, sobald er Staub oder Katzenstreu entdeckt
, und schont sonst Akku und Lautstärke.
Nützlich ist zudem die Beleuchtung, die unsichtbaren Schmutz sichtbar macht. Und wie. In meinem Haushalt fahren diverse Saug- und Wischroboter. Zudem saugen wir mit unserem Handsauger regelmäßig hinterher – und trotzdem bin ich jedes Mal wieder überrascht, wie viel Staub erst unter diesem Licht auftaucht.
Im folgenden Video hat meine Katze alles gegeben, um den Boden noch mal schön mit Haaren zu verkleiden. So seht ihr aber, wie viel Dreck erst durch das Licht sichtbar wird:
1:51
Narwal V50 Cube: Saug-Demo mit Lichtfunktion
Laufzeit: kurz, aber clever gelöst
Im KI-Modus, bei dem das Gerät zwischendurch mehrfach in die Turbo-Stufe hochschaltet, komme ich auf rund 32 Minuten Laufzeit. Das klingt nicht besonders viel, reicht bei mir aber aus, um beide Etagen unseres Hauses durchzugehen.
Und falls es doch mal nicht reicht: Narwal legt einen zweiten Akku bei, der in der Station steckt und sich im Handumdrehen tauschen lässt – ihr braucht also nicht rund drei Stunden zu warten, ehe der Akku wieder voll ist.
Dass die Akkuanzeige dabei lediglich Balken und keine genauen Prozente oder gar eine Restzeit anzeigt, ist zwar nicht ideal, aber leider Standard und angesichts der zwei Akkus zu verschmerzen.
Ein paar Detailbeobachtungen aus dem Alltag
Ganz ohne Wermutstropfen geht es dann aber doch nicht. Das Rohr lässt sich zwar in zwei Längen ausfahren, rastet dabei aber nur in zwei festen Stufen ein. Die kurze Länge ist für mich mit 1,68 Metern Körpergröße ideal, eine dritte Zwischenstufe wäre für unterschiedliche Körpergrößen im Haushalt jedoch schön gewesen.
Der Teppich-Modus erhöht er gezielt den Anpressdruck beziehungsweise die Saugleistung für die Tiefenreinigung auf Teppichen, indem an der Frontseite ein Schild ausfährt.
Die beiden möglichen Stufen für das Verlängerungsrohr.
Zur Lautstärke: Mit der Apple Watch gemessen, liegt der V50 Cube aus normaler Entfernung zum Gesicht bei etwa 71 bis 74 dB. Das ist schon ordentlich laut, aber noch im für diese Geräteklasse üblichen Rahmen.
Die Selbstreinigung klappt problemlos und trägt zum Komfort bei. Selbst nach mehreren Wochen und einer stark haarenden Katze finde ich in der Bürste keine Haarverwicklungen.
Und dann ist da noch der Preis: 549 Euro UVP sind für einen reinen Handsauger mit Entleerungs-Sation recht hoch angesetzt. Zur Einordnung: Der V40-Vorgänger startete bei 450 Euro, Einstiegsmodelle von Tineco und Shark gibt es schon ab 249 Euro, während Samsungs AI Jet Ultra mit 721 Euro und Dreames Z40 mit 899 Euro deutlich darüber liegen, diese aber teils sogar eine Wischfunktion bieten.
Hier kann es sich lohnen, den Markt zu beobachten und auf ein Schnäppchen zu warten.
Fazit
Der Narwal V50 Cube macht fast alles besser als sein Vorgänger, ohne dabei komplizierter zu werden. Er ist deutlich kompakter, leichter, durchdachter organisiert und mit KI-Modus und Schmutz-Licht hat er zwei Features, die mir im Alltag geholfen haben.
So ein Akkusauger gehört eigentlich in jeden Haushalt, egal, ob ihr bereits einen Saugroboter besitzt oder nicht. Wer auf eine Wischfunktion verzichten kann, weil ohnehin schon ein Saug- und Wischroboter im Einsatz ist, bekommt mit dem V50 Cube eines der leichtesten, komfortbabelsten und schönsten Geräte, die mir in diesem Bereich bisher in die Hände gekommen sind.
Wer Saugen und Wischen dagegen lieber in einem Gerät kombiniert haben will, ist mit einem Saug-Wisch-Roboter wie dem Roborock F25 Ace Pro, den ich ebenfalls getestet habe, besser bedient.
Bleibt der Preis als der größte Knackpunkt: 549 Euro UVP sind spürbar mehr, als ich erwartet hätte. Für 100 Euro weniger würde es mir deutlich leichter fallen, dem V50 Cube jedem zu empfehlen, zumal Narwal etwas knauserig beim Ersatzzubehör ist. Dennoch bleibt der Sauger gerade bei Gewicht und Einfachheit für mich die neue Referenz.

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