Für die neue Dokumentarserie »Lion« haben Filmemacher das Löwenjunge Kio über einen außergewöhnlichen Zeitraum von vier Jahren auf seinem Weg zum König der Savanne begleitet.
Bei der Produktion wurde stark auf lokale kenianische Talente gesetzt, darunter der Luftbild-Kameramann Anthony Njuguna. Er wurde vom Kameramagazin Petapixel zur Dokuserie befragt und gibt spannende Einblicke in die spektakuläre Reise durch die Grasländer der Maasai Mara in Kenia.
Drohnentechnologie im Fokus der Aufnahmen
Für die Dokuserie steuerte Drohnenpilot Anthony eine DJI-Inspire-Drohne. Welche genau, geht aus dem oben verlinkten Text leider nicht hervor. Anders als man zunächst vermutet, kam die Drohne allerdings nicht nur für Luftaufnahmen zum Einsatz – ganz im Gegenteil.
Wie Anthony betont, sind in der Dokuserie »etliche versteckte Drohnenaufnahmen, die den meisten Zuschauern wahrscheinlich nicht auffallen würden«.
Gemeint sind dabei unter anderem Aufnahmen aus der Froschperspektive, also extrem bodennahe Bilder.
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Die weiteren Vorteile liegen auf der Hand: Die Drohne bewegt sich weitaus schneller als ein Kamerateam und dringt in interessante Bereiche vor, die ansonsten fast unmöglich zu erreichen sind. Das gilt insbesondere beim Filmen von Wildtieren wie Löwen.
Der Drohnenpilot setzte auf Standard- und Teleobjektive, um die Löwen beim Ruhen oder Jagen aus der Nähe zu filmen. Für großformatige Naturaufnahmen der Lebensräume oder Jagdgebiete der Löwen kam ein Weitwinkelobjektiv zum Einsatz.
Am meisten bleibt Anthony allerdings die Arbeit mit einem 50mm-Objektiv im Gedächtnis. In Kombination mit einem Super-35-Sensor ermöglichte dies »einzigartige Aufnahmen aus einer guten Arbeitsdistanz zu den Löwen«.
Dabei wurden die Wildtiere wohl auch nicht gestört oder in ihrem Verhalten beeinträchtigt. All dies filmte er aus einem Fahrzeug heraus zusammen mit einem Guide vor Ort.
Neben der Drohne setzte das Team außerdem auf herkömmliche Kameras. Wie TV Insider berichtet, hängten sie die Kameras direkt an die Seiten ihrer Fahrzeuge, um Kio (das Löwenjunge) auf Augenhöhe im Gras zu filmen und die Wildnis aus seiner Perspektive zu zeigen.
Eine langwierige Produktion
Die vierteilige Dokuserie von National Geographic begleitet den Löwenjungen Kio auf seinem Weg vom Jungtier zum Rudelführer in Kenia.
Für das ambitionierte Projekt sichtete das Team Aufnahmen aus fast 1.400 Drehtagen, die sich auf 52 Dreharbeiten über einen Zeitraum von stolzen vier Jahren verteilen.
Wie Co-Produzent Simon Blakeney gegenüber TV Insider sagt, hätte man dafür kein Drehbuch schreiben können. Die Momente seien viel zu unerwartet gewesen und das Team sei stetigen Überraschungen ausgesetzt gewesen.
So wechselte die Löwenmutter Summer etwa »in einem Moment von der Jagd auf ein Zebra, Gnu oder einen Büffel, im nächsten Moment zeigte sie unglaubliche Sanftheit mit Kio«.
Dabei gab es durchaus auch gefährliche Momente für das Team. Ein benachbartes Löwenrudel schlug sein Lager direkt neben dem Camp der Crew auf und brachte seine Jungen in einem Busch neben einem der Gebäude unter.
Die dort untergebrachten Teammitglieder mussten an diesem Tag aus Sicherheitsgründen umgesiedelt werden.
Den Filmemachern ist es für die Serie selbst kurzfristig gelungen, den Kreis des Lebens in Bezug auf Kio zu schließen. Das Management von National Geographic vertraute ihnen und genehmigte eine Verlängerung des unter Zeitdruck stehenden Drehs – mit Erfolg.
Mehr möchten wir an dieser Stelle aber nicht spoilern. Die vierteilige Dokuserie »Lion« ist seit dem 20. August auf Hulu und Disney+ zu sehen. Produziert wurde die Serie von Jon Favreau (The Lion King) und Mike Gunton.
Die emotionale Filmmusik stammt von Hans Zimmers Bleeding Fingers Music Group, als Erzähler fungiert O. J. Lynch, der zuvor die Rolle des Mufasa in der Broadway-Bühnenversion von »The Lion King« spielte.




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