Es wird Zeit, dass HDMI in Rente geht, doch auf das vierfach bessere TV-Kabel aus China warte ich bis zum Sankt Nimmerleinstag

GPMI ist ein Standard, der sowohl große Mengen an Daten als auch Strom übertragen kann. In China gibt es ihn, doch wir hängen bei HDMI fest.

Alle kennen es, jeder hats zuhause: das HDMI-Kabel – aber nicht, weil es das Beste ist. (Bildquelle: amixstudio - adobe.stock.com, Maxe S., GameStar) Alle kennen es, jeder hat's zuhause: das HDMI-Kabel – aber nicht, weil es das Beste ist. (Bildquelle: amixstudio - adobe.stock.com, Maxe S., GameStar)

Durch Zufall bin ich auf eine News von mir vom April 2025 gestoßen: Bye Bye, HDMI? Ein neues TV-Kabel aus China ist in allen Belangen besser. Darin geht es um einen Standard aus dem Reich der Mitte, der HDMI auf dem Datenblatt gehörig ins Schwitzen bringt.

Seit anderthalb Jahren hat sich leider nichts getan, aber geteiltes Leid ist halbes Leid, drum träumt zusammen mit mir von einem Kabel, das unser Leben so viel einfacher machen könnte.

Es wird Zeit, dass das HDMI-Kabel in Rente geht!

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Mit TVs kennt er sich also bestens aus.

Warum ich mir GPMI wünsche

In erster Linie ist General Purpose Media Interface – so der ausgeschriebene Name – in wirklich allen Belangen besser.

  • Mindestens 96 Gbit/s Übertragungsrate (HDMI 2.1 kommt nur auf die Hälfte, DisplayPort immerhin auf 80 Gbit/s)
  • 240 Watt elektrische Leistung wie bei Thunderbolt 5 und USB4 (HDMI überträgt keinen Strom).
  • USB-C auf Typ-C-Anschluss, welchen extrem viele moderne Geräte nutzen von TVs über Handys bis hin zum Insektenstichheiler.
  • Der Standard funktioniert bidirektional, das heißt, dass sich die Gesamtbandbreite auf mehrere Übertragungskanäle aufteilen lässt.

Achtung, ich setze noch einen drauf: Die obigen Daten beziehen sich auf den Type-C-Standard. Ein Type-B-Standard mit einem breiteren Kabelkopf überträgt bis zu 192 Gbit/s Daten und 480 Watt. Dagegen ist HDMI eine Krücke.

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GPMI würde mit dem Kabelsalat aufräumen – und zwar rigoros. Am TV brauchen wir HDMI-Kabel für Bild und Ton, gleichzeitig ein Stromkabel für die angeschlossenen Geräte und wenn wir Daten übertragen wollen, noch ein drittes.

Das alles macht GPMI mit nur einer Schnur. Weil sich die Bandbreite aufteilen lässt, könnte man theoretisch sogar mit einem Kabel mehrere Endgeräte bedienen, Daten übertragen und mit Strom versorgen.

Durch die im Vergleich zu HDMI 2.1 doppelt so hohe Datenübertragungsrate wäre die Schnittstelle kein Flaschenhals mehr, wie es aktuell noch der Fall sein kann.

  • Höhere Auflösungen wären kein Problem mehr.
  • Die übertragene Bitrate könnte sich theoretisch stark erhöhen, sodass das Bild besser und klarer aussieht.
  • Höhere Farbtiefe wäre ebenfalls möglich.

Gerade bei GPMI Type B mit 192 Gbit/s (das Vierfache von HDMI 2.1!) ließen sich mehrere hochauflösende Bildschirme auf einmal bedienen, man wäre für etwaige Auflösungen jenseits der 8K jetzt schon gewappnet und komprimierte Bild- und Tonsignale würden der Vergangenheit angehören. Gar nicht zu sprechen von der Möglichkeit, ähnliche Bildwiederholungsraten erzielen zu können, wie sie auf leistungsstarken Gaming-Monitoren gang und gäbe sind.

Was sind die Nachteile von GPMI?

Ich cruise hier auf der Datenautobahn mit extremer Geschwindigkeit, aber mir ist auch klar, dass der Standard kein Allheilmittel wäre.

  • Die maximale Leistung gibt’s nur mit Type-B und das setzt einen neuen proprietären Standard voraus, der sich überhaupt erst einmal etablieren müsste. Das ist aus heutiger Sicht schlichtweg utopisch, weil HDMI so extrem weit verbreitet ist.
  • HDMI 2.1 ist für heutige Standards (vorerst) ausreichend, weswegen GPMI für die meisten alltäglichen Anwendungen schlichtweg zu krass wäre.
  • Ein einzelnes Kabel würde zum Single Point of Failure werden. Je mehr Funktionen über ein Kabel laufen, desto mehr Dinge können schiefgehen.

HDMI lebt nicht von seiner Qualität

Ganz schön harte Worte hinsichtlich eines Standards, den wir vermutlich alle nutzen. Das tun wir aber nur, weil HDMI zuerst da war und das obwohl, DisplayPort die bessere Wahl wäre – von GPMI ganz zu schweigen.

Weitere Gründe, warum wir am Fernseher vermutlich nie den besseren Standard bekommen, sind:

  • HDMI von der HDMI Licensing Administrator, Inc. verwaltet, ein Konsortium, das dazu da ist, den Ball im Spiel zu halten.
  • Zu viele große Hersteller haben Anfang der 2000er HDMI unterstützt, unter anderem Sony, Panasonic, Philips und Toshiba. Das machte ihn so stark, wie er heute ist.
  • Der eingebaute Kopierschutz HDCP ist das Totschlagargument für HDMI. DisplayPort verzichtet weitestgehend darauf, weil es zu Kompatibilitätsproblemen führen kann.
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Schlussendlich hat HDMI einfach einen gigantischen Vorteil, der sich nicht wegignorieren lässt.

HDMI ist bereits einfach überall. Der Platzhirsch wird sich nicht (so leicht) verdrängen lassen. Beweisen tut das die Koexistenz des DisplayPort, der auf dem Datenblatt in fast allen Belangen besser ist. Einen Fernseher mit DP sucht ihr nämlich vergebens.

Ich wünsche mir dennoch GPMI, weil der Standard beweist, dass mehr Daten, eine höhere Übertragungsrate und gleichzeitig Strom durchzuschleifen, heute bereits möglich ist. 

Aber nein, wir halten weiterhin an HDMI fest, das wir alle paar Jahre updaten, damit es gerade gut genug für den Alltag von Film- und Spielefans ist. Stattdessen könnten wir auch einfach auf absehbare Zeit Ruhe haben – aber das verkauft natürlich keine Fernseher, wenn der Standard nicht aktualisiert werden muss.


Kommentare(1)
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