»Warum Sie nie mehr "Sehr geehrte Damen und Herren" in E-Mails schreiben sollten«: Eine unmissverständliche Aussage, die aber doch nicht gehalten wird

E-Mails gehören für viele zum Arbeitsalltag. Die Kommunikation kann sich dabei wie generell im Leben wandeln, aber gilt das auch in diesem Fall?

Sehr geehrter Herr Raettig, bitte verwenden Sie diese Formulierung nicht mehr. Oder etwa doch? (Bildquelle: Google, Nils R., GameStar) Sehr geehrter Herr Raettig, bitte verwenden Sie diese Formulierung nicht mehr. Oder etwa doch? (Bildquelle: Google, Nils R., GameStar)

Ich bin kürzlich über einen Artikel des Focus gestolpert. Er besagt in der Überschrift, dass man in E-Mails nicht mehr Sehr geehrte zur Begrüßung verwenden sollte.

Als jemand, der diese Formulierung durchaus noch einsetzt, hat mich interessiert, was dagegen spricht.

Die naheliegende Antwort im Artikel lautet: Während früher kaum jemand eine E-Mail ohne das klassische ›Sehr geehrte Damen und Herren‹ begann, wirkt diese Anrede heute in vielen Kontexten steif und unpersönlich.

Aber sind diese Worte wirklich so veraltet, dass man sie generell nicht mehr schreiben sollte? Bei der tatsächlichen Verwendung in mehreren unserer Teams ergibt sich jedenfalls ein gemischtes Bild.


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Wie häufig wir die Formulierung nutzen – und wie es bei euch aussieht

Eine interne Umfrage unter vielen unserer Mitarbeiter zeigt, dass wir bei Webedia Deutschland recht unterschiedlich mit dieser Formulierung umgehen.

Es gibt sowohl Personen, die gänzlich darauf verzichten, als auch solche, die sie oft verwenden. Die relativ knappe Mehrheit sind aber diejenigen, die sie zumindest selten noch nutzen:

Schreibst du in E-Mails noch »Sehr geehrte...«?
Umfrage im Webedia-Deutschland-Team, 75 Antworten

  • Anteil in Prozent
Ja, selten
41,3
Ja, häufig
33,3
Nie
25,3
  • 0,0
  • 10,0
  • 20,0
  • 30,0
  • 40,0
  • 50,0

Auch euer Vorgehen interessiert mich.

Nehmt daher gerne an der folgenden Umfrage teil, um uns zu verraten, wie ihr das in E-Mails handhabt:

Der Focus schränkt die Aussage doch noch ein

Trotz des klaren Titels des Focus-Artikels, in dem das nie mehr später durch ein etwas schwächeres nicht mehr ersetzt wurde, werden darin auch Ausnahmefälle genannt:

Trotz der vielen modernen Alternativen gibt es noch Situationen, in denen die traditionelle Anrede „Sehr geehrte“ passend bleibt. Dazu zählen zum Beispiel Bewerbungen, formelle Schreiben an Behörden oder der Erstkontakt mit konservativeren Unternehmen.

Neben völlig offensichtlichen modernen Alternativen wie Guten Tag/Hallo/Liebe(r) wird für Sammelanschreiben und Texte an unbekannte Personen auch eine Variante genannt, die ich selbst gerne verwende: An das Team von ..., gegebenenfalls mit einem Guten Tag oder Hallo vorangestellt.

Letztlich ist das alles vergleichsweise trivial, Geschmackssache und stark vom jeweiligen Ansprechpartner abhängig.

Ich bin aber dennoch gespannt darauf, wie häufig ihr eure E-Mails noch mit den Worten Sehr geehrte ... beginnt!

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