Dieses Kamera-Feature wird der nächste Trend bei Handys und ein Smartphone von Samsung hatte es schon vor 12 Jahren

Kolumne: Viele Hersteller werben mit optischem Zoom in ihrem Handys, aber oft stimmt das nicht zu 100 Prozent.

Es ist an der Zeit wieder einen echten optischen Zoom in Handys einzubauen – aber nicht so. (Bildquelle: Samsung) Es ist an der Zeit wieder einen echten optischen Zoom in Handys einzubauen – aber nicht so. (Bildquelle: Samsung)

Smartphones verändern sich kaum noch grundlegend von Jahr zu Jahr. Vor allem große Hersteller wie Apple, Samsung oder Google setzen inzwischen stärker auf Software-Neuerungen. Hardware-Fortschritte muss man dagegen oft mit der Lupe suchen.

Ein Bereich entwickelt sich aber stetig weiter: die Handy-Kameras. Große Bildsensoren, Periskop-Teleobjektive und immer ausgefeiltere KI-Tricks zur Bildoptimierung haben die Handyfotografie in den letzten Jahren auf ein Niveau gehoben, das noch vor einem Jahrzehnt undenkbar schien.

Und jetzt kündigt sich die nächste Evolutionsstufe an: ein Feature, das viele gar nicht mehr auf dem Schirm haben: echter optischer Zoom.

Optischer Zoom bei Handys: Moment, gibt’s das nicht längst?

Jein. Zwar werben viele Smartphones mit »optischem Zoom«, doch was damit meist gemeint ist, sind mehrere Objektive mit unterschiedlichen, aber festen Brennweiten. Zwischen diesen wird dann umgeschaltet.

Ein Beispiel: Das Galaxy S25 Ultra wird oft mit einem »5-fach-optischen Zoom« beworben. Tatsächlich besitzt das Gerät jedoch drei Kameras mit festen Brennweiten: eine Hauptkamera (1x, 24 mm), ein 3x-Tele (etwa 70 mm) und ein 5x-Tele (ca. 120 mm). Von einem stufenlosen Zoom, wie man ihn von Kompakt- oder Systemkameras kennt, kann keine Rede sein. 

Keine dieser Linsen »zoomt« wirklich. Stattdessen wird softwareseitig zwischen den unterschiedlichen Sichtfeldern umgeschaltet. Bei den Zwischenbereichen kommt ein digitaler Zoom zum Einsatz. (Bildquelle: Marinus MartinGameStar Tech) Keine dieser Linsen »zoomt« wirklich. Stattdessen wird softwareseitig zwischen den unterschiedlichen Sichtfeldern umgeschaltet. Bei den Zwischenbereichen kommt ein digitaler Zoom zum Einsatz. (Bildquelle: Marinus Martin/GameStar Tech)

In den Bereichen zwischen den festen Brennweiten, wie etwa 2x (48 mm), wird dennoch ein Digitalzoom verwendet. Dieser ist dank der hohen Sensorauflösungen inzwischen besser denn je, aber dennoch nicht frei von Qualitäts - oder Auflösungsverlust, wie es bei einem optischen der Fall wäre.

Samsung hatte die Idee schon – aber deutlich früher (und klobiger)

Das Samsung Galaxy S4 Zoom hatte einen echten 10x-Zoom. (Bildquelle: Samsung) Das Samsung Galaxy S4 Zoom hatte einen echten 10x-Zoom. (Bildquelle: Samsung)

Spulen wir zurück ins Jahr 2013: Mit dem Galaxy S4 Zoom brachte Samsung ein Smartphone auf den Markt, das ein echtes Zoomobjektiv mit variabler Brennweite verbaut hatte. Das Objektiv war sogar ausfahrbar, wie es bei den damaligen Kompaktkameras üblich war. 

Technisch war das ein spannendes Experiment. Aber das Ergebnis wirkte unpraktisch, klobig und nicht besonders alltagstauglich. Der Markt hat damals nicht darauf reagiert.

Vielleicht war Samsung mit seiner Idee zu früh dran?

Mein Blick nach vorn: Jetzt ist die Zeit reif

Heute sieht es anders aus. Hersteller wie Sony zeigen mit dem Xperia 1 VII, dass sich variable Brennweiten auch in schlanke Gehäuse integrieren lassen und das ganz ohne ausfahrende Linsen.

Video starten 1:35 Sony Xperia 1 VII: Dieses Handy hat ein echtes Zoomobjektiv eingebaut

Leaks zum Xiaomi 16 Ultra und zum iPhone 17 Pro deuten darauf hin, dass solche »echten« Zoom-Objektive ein Comeback feiern könnten. Und ich hoffe, dass noch viele weitere Hersteller diesen Weg gehen.

Denn so beeindruckend heutige Smartphone-Kameras auch sind: Ein echter, stufenloser optischer Zoom wäre für die mobile Fotografie ein Gamechanger. Und diesmal ist die Technik bereit dafür.

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