»Das habe ich in 42 Jahren nie gesehen« - Ein neues Rollenspiel verblüfft gerade Spieler mit einer pingeligen Optionseinstellung

Quartet ist ein rundenbasiertes Rollenspiel, das gerade eben erst erschienen ist. Die größte Aufmerksamkeit erzeugt es aber mit einer grammatikalischen Stilfrage.

Eine obskure Spieloption in Quartet lässt viele Spieler gerade schmunzeln. Eine obskure Spieloption in Quartet lässt viele Spieler gerade schmunzeln.

Ihr habt es vermutlich nicht einmal mitbekommen, aber vor wenigen Tagen erschien Quartet. Also, nicht das allseits bekannte Kartenspiel, Quartett. Sondern ein klassisches JRPG mit charmanter 16-bit Grafik, die sofort Erinnerungen an Genre-Vorreiter wie Chrono Trigger oder Dragon Quest weckt.

Quartet wirkt wie ein Rollenspiel mit dem Herz am rechten Fleck. Aber es sticht aus der Masse an Spielen nicht unbedingt hervor. Derzeit spielen täglich nicht mehr als 160 Menschen gleichzeitig das JRPG. Trotzdem fliegt dem kleinen Rollenspiel gerade auf Reddit viel Aufmerksamkeit zu.

Und das liegt nicht an seinen größten Stärken, der kurzen Spielzeit und dem spielbaren Nilpferd. Sondern an der grammatikalischen Stilfrage, die in meinem letzten Satz auf Englisch ebenfalls Anwendung hätte finden können. Es geht um das gute, alte Oxfordkomma.

Video starten 1:22 Trailer zu Quartet - Einem Retro-JRPG mit vielen spielbaren Helden, eins davon ist ein Nilpferd

Die ungewöhnlichste Spieloption des Jahres

Einer der überschaubar vielen Spieler von Quartet war offenbar der Reddit-Nutzer Freddy_Pharkas, dem in den Optionen von Quartet eine obskure Besonderheit aufgefallen ist, die er in »42 Jahren noch nie gesehen hat«: Oxfordkommas, ja oder nein?

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Zwischen all den typischen Optionen für ein Spiel dieser Art, wie die Scrollgeschwindigkeit des Textes oder dessen Darstellungsstil, könnt ihr euch auch dafür entscheiden, ob in den Textboxen diese grammatikalische Besonderheit vorkommen soll oder nicht.

Die User merken verblüfft in den Kommentaren an, dass diese Option garantiert »einem Streit unter den Entwicklern entsprungen sein muss«. Das ist auch nicht ungewöhnlich, denn über das Oxfordkomma wird im englischsprachigen Raum schon seit sicherlich hundert Jahren mal mehr und mal weniger ernsthaft gestritten.

Was ist denn ein Oxfordkomma?

Das Oxfordkomma, oder Serielles Komma, ist in der deutschen Sprache nicht üblich, obwohl es hier aus genau denselben Gründen vorkommen könnte. In der englischen Sprache gibt es aber auch heute noch gültige Styleguides, die das Komma anregen. Aber was für ein Satzzeichen ist das überhaupt?

Ein Oxfordkomma ist das Komma, das in einer Aufzählung ganz am Ende vor dem »und« gesetzt werden kann oder eben nicht. Ein Beispiel:

  • Heiko Klinge trifft im Urlaub zwei seiner liebsten Spieleentwickler, Gabe Newell und Nicki Minaj.

Ohne das Oxfordkomma, ist dieser Satz mehrdeutig. Bedeutet das, dass Gabe Newell und Nicki Minaj Heikos liebste Spieleentwickler sind? Oder hat er neben seinen zwei liebsten Entwicklern außerdem noch Gabe Newell und Nicki Minaj getroffen? Ein weiteres Beispiel:

  • Fabiano dachte sofort an seine zwei besten Freunde, Dwayne »The Rock« Johnson und ein Pingiunwärmekissen.

Damit ihr meine besten Freunde nicht für The Rock und eine Wärmflasche haltet, wäre ein Komma vor dem »und« eigentlich noch sehr hilfreich.

Allerdings ist es trotzdem schon lange ein Streitpunkt. Während englische Akademiker begrüßen, dass das Oxfordkomma eben Missverständnisse ausräumt, sehen es viele andere Autoren als umständlich und unästhetisch an, da es den Lesefluss hemmt.

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