Eine versteckte Einstellung bei Spotify macht meine Playlisten sofort besser

Ich bin bei Spotify-Zusatzfunktionen skeptisch, aber das Mixing macht schon Laune.

Nein, DJ bin ich immer noch nicht, aber dank einer neuen Funktion höre ich meine Playlisten jetzt anders. Nein, DJ bin ich immer noch nicht, aber dank einer neuen Funktion höre ich meine Playlisten jetzt anders.

Spotify macht euch zum DJ: Als ich zum ersten Mal von der neuen Mixing-Funktion im Musik-Streamingdienst gelesen habe, musste ich zuerst mit den Augen rollen. Noch eine unnötige Premium-Funktion, wo wir doch einfach nur unterwegs Musik hören wollen?

Nun habe ich mir für euch allerdings einen Ruck gegeben und die Mixing-Funktion getestet. Und ich muss sagen: Playlists sortieren macht auf einmal richtig Spaß.

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Spotify: Werdet zum DJ mit der Mixing-Funktion

Spotify hat die Mixing-Funktion Mitte August 2025 in einer Ankündigung vorgestellt – für alle Nutzer ausgerollt wird sie aber nur nach und nach in der Beta-Version. Bei mir war es letzte Woche soweit, dass in meiner App ein Banner mit der Aufforderung erschien: MIXE DEINE PLAYLISTS.

Tippe ich nun auf eine Playlist, erscheint über der Song-Liste der Button »Mixen«. Tippe ich dann auf den, erscheinen neben den Songs in meiner Playlist zwei Werte: Die BPM-Zahl und eine Tonart:

  1. BPM steht für »beats per minute«, also die Schläge pro Minute. Der BPM-Wert gibt an, wie schnell ein Song ist, je höher der BPM-Wert, desto schneller ist der Song.
  2. Die Tonart (englisch »Key«) gibt, an welche Note die Haupt-Note ist, um die herum das Stück aufgebaut ist. Sie gibt die musikalische Grundstimmung vor.

Sobald ich die Funktion einschalte, erscheint außerdem ein Button mit dem Schriftzug »Automatisch« zwischen den Songs, die nun möglichst harmonisch ineinander übergehen. Und ja, auf einmal klingt meine Playlist viel mehr nach Radio.

Sobald ihr die Mixing-Funktion einschaltet, erscheinen neben euren Songs 2 neue Werte: BPM und Tonart. Sobald ihr die Mixing-Funktion einschaltet, erscheinen neben euren Songs 2 neue Werte: BPM und Tonart.

Mit der Mixing-Funktion macht Playlisten sortieren richtig Spaß

Meine Playlists haben in der Regel die Reihenfolge, in der ich die Songs nebenbei hineinschmeiße. So auch in meiner kleinen Probe-Playlist, in der ich ein paar Lieder gesammelt haben, die in Stimmung oder Genre nicht besonders viel miteinander zu tun haben.

Mit den Werten BPM und Tonart aus der Mixing-Funktion bekomme ich nun allerdings Anhaltspunkte, welche Songs harmonisch ineinander übergehen:

  • Anhand der BPM ordne ich etwa langsamere Songs nach vorne und steigere dann die BPM-Zahl für eine sanfte Energiekurve.
  • Die Tonart gibt die Mixing-Funktion anhand des Camelot-Rads an, das sie in einem leicht verständlichen System anordnet. Vereinfacht gesagt, bieten sich für Übergänge am ehesten Lieder an, die die gleiche Zahl haben oder deren Zahlen direkt benachbart sind. Der Buchstabe A steht für Moll (oft melancholisch), während B für Dur (oft fröhlich) steht. Das ermöglicht auch Übergänge von einer Stimmung in eine andere.

Das Camelot-Rad gibt die Tonart von Liedern in einer vereinfachten Form an. (Bildquelle: mixedinkey.com) Das Camelot-Rad gibt die Tonart von Liedern in einer vereinfachten Form an. (Bildquelle: mixedinkey.com)

Bevor mich hier nun die DJs unter euch zerfleischen: In Foren wie etwa dem Subreddit r/Beatmatch ist man sich relativ einig: Weder die BPM-Zahl, noch die Tonart sind die ausschlaggebenden Punkte für einen guten Mix. Allerdings geben sie Anhaltspunkte, welche Songs harmonisch aufeinander folgen können.

Und voilà, wer hätte gedacht, dass Tito & Tarantula und Franz Ferdinand doch so einen smoothen Übergang ergeben können?

Insofern: Von Zauberhand klingen nicht alle Songs miteinander großartig. Es ergeben sich schnell zwei Probleme:

  1. Manche Genres eignen sich besser als andere. Spotify selbst gibt an, dass sich House, Techno und Trance besonders gut eignen.
  2. Das Song-Ende wird abgeschnitten. Um die Lieder angenehm ineinander übergehen zu lassen, muss ein Teil abgeschnitten werden – darunter leidet besonders das Ende des vorhergehenden Songs. In meinem Test wurden von einem Countrysong automatisch fast 50 Sekunden abgeschnitten.

Aber gerade wenn der automatische Mix dann doch nicht so gut funktioniert, kann ich mit einem Tippen auf den Automatisch-Button eigene Einstellungen vornehmen, etwa die Taktzahl des Übergangs verändern, zwischen Ein-, Aus-, Überblendung und allen möglichen anderen Einstellungen wählen, von denen ich zugegebenermaßen noch nie gehört habe.

Aber das macht schon richtig Laune.

Mit einem Tippen auf den »Automatisch«-Button könnt ihr eigene Einstellungen für eure Übergänge vornehmen. Mit einem Tippen auf den »Automatisch«-Button könnt ihr eigene Einstellungen für eure Übergänge vornehmen.

Fazit: Ich habe Spaß und beschäftige mich mehr mit meiner Musik

Wer ohnehin gerne an seinen Playlisten herumschraubt, kann mit der Mixing-Funktion noch einmal richtig Spaß haben - und doch noch etwas über Musik lernen. Zumindest mich lädt die Mixing-Funktion dazu ein, meine Playlists noch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, als »der Song passt gerade irgendwie zu meiner Stimmung.«

Allerdings: Auch wenn die Funktion selbst keine Musik streamt, analysiert sie im Hintergrund die Songs. Das könnte sich bei Dauergebrauch unter Umständen negativ auf den Akkuverbrauch eures Handys auswirken. Darüber kann ich nach meiner kurzen Testphase allerdings noch keine Aussage machen.

Unabhängig davon aber meine Empfehlung: Wenn ihr ein Spotify-Premium-Abo habt, dann probiert die Mixing-Funktion aus – ich hatte jedenfalls eine Menge Spaß damit. Und wer weiß, vielleicht wird durch Spotify noch der ein oder andere DJ geboren? Ob wir von denen grundsätzlich noch mehr brauchen, dürft ihr indes selber entscheiden.

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