In Österreich teilt man seit Jahren Solarstrom mit dem Nachbarn und spart damit – wie ist das in Deutschland?

Energy Sharing ist in Deutschland erlaubt. Wie es funktionieren kann, zeigt ein Blick auf unsere Nachbarn.

Über Energy Sharing kann erzeugter Strom mit den Nachbarn geteilt werden. (Bildquelle: Yuma Solar Unsplash) Über Energy Sharing kann erzeugter Strom mit den Nachbarn geteilt werden. (Bildquelle: Yuma Solar / Unsplash)

Seit Kurzem ist es auch in Deutschland erlaubt, überschüssigen, von einer Solaranlage erzeugten Strom mit anderen zu teilen. Das sogenannte »Energy Sharing« gibt es in Österreich schon seit mehreren Jahren und ist dort weit verbreitet. Bei uns jedoch sind die Hürden hoch.

Technische und bürokratische Herausforderungen

Die Idee klingt so simpel wie genial: Anstatt überschüssigen Strom, der etwa von der Solaranlage auf dem Dach produziert wurde, ins Netz einzuspeisen, »verkauft« man den Strom einfach an die eigenen Nachbarn, die dabei auch noch Geld sparen.

Genau das ermöglicht das Energy Sharing, das seit Juni 2026 auch in Deutschland zugelassen ist. Die Praxis ist allerdings komplizierter. So braucht es trotzdem noch externe Lieferanten, die dann Strom liefern, wenn der des Nachbarn nicht ausreicht.

Außerdem müssen Rechnungen geschrieben werden, was einen hohen Bürokratieaufwand bedeutet. Gerade in Deutschland gibt es darüber hinaus noch weitere Hürden:

  • Es braucht Smart Meter, also digitale Zähler, die den Stromverbrauch nahezu lückenlos erfassen und übertragen können. In Deutschland verfügt nur etwa jeder zehnte Anschluss über so einen Zähler (via Golem).
  • Die Gebühren für Energy Sharing sind in Deutschland hoch. Die Ersparnis rechtfertigt somit nicht den Aufwand.
  • Durch die Einspeisevergütung lohnt sich Energy Sharing in Deutschland finanziell in der Regel nicht.

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Österreich zeigt, wie Energy Sharing funktionieren kann

Anders sieht es beim südlichen Nachbarn aus. Österreich hat nicht nur beim Energy Sharing mehrere Jahre Vorsprung, sondern auch beim Ausbau. Knapp 99 Prozent der Haushalte verfügen dort über Smart Meter, sind also für Energy Sharing gerüstet.

Außerdem sinken die Gebühren in Österreich teilweise stark, wenn der Strom über Energy Sharing bezogen wird. Bezieht man Energie aus der direkten Umgebung, kann der Preis so knapp halbiert werden. Ein starker Anreiz, um selbst teilzunehmen.


Deutschlands Stromspeicher-Debatte ist eigentlich eine Machtfrage


Komplett problemlos läuft es aber auch in der Alpenrepublik nicht. Speziell der hohe Bürokratieaufwand wird dort kritisiert. Nur wer wirklich mehrere hundert Euro pro Jahr spart oder seinen Strom direkt mit Freunden und Familie teilen kann, nimmt diesen gerne auf sich. Musterverträge und spezielle Anbieter, die sich um die Abwicklung kümmern, können hier aber Abhilfe schaffen.


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