Heute vor 139 Jahren wurde der Grundstein für ein Gerät gelegt, auf dem ihr diese Überschrift ziemlich sicher gerade lest

Alexander Graham Bell hat das Telefon erfunden, das schließlich zum Handy führte.

Vom Fernsprechgerät zum Smartphone war es ein langer Weg. (Bild: dbandaraj - adobe.stock.com) Vom Fernsprechgerät zum Smartphone war es ein langer Weg. (Bild: dbandaraj - adobe.stock.com)

Egal, wie man es betrachtet: Das Handy, egal ob iPhone oder Android, gehört zu den einflussreichsten Erfindungen der Menschheit. In Deutschland besitzen heutzutage laut Statista rund 69 Millionen Menschen ein Mobiltelefon, das entspricht etwas mehr als 83 Prozent. Mit über 80 Prozent werden auch die meisten GameStar-Artikel übers Handy gelesen.

Angefangen hat alles mit dem ersten Telefon. Das wurde heute vor 139 Jahren von Alexander Graham Bell erfunden – und der Wissenschaftler hatte verdammt viel Glück, dass wir seinen Namen heute überhaupt noch kennen.

Zwei Stunden Vorsprung für die Weltgeschichte

Bell hatte seinen Antrag beim US-amerikanischen Patentamt am Morgen des 14. Februar 1876 eingereicht – genau wie sein Konkurrent Elisha Gray. Ersterer hatte das Glück, zwei Stunden früher dran gewesen zu sein, denn dadurch wurde sein Patent vor dem Grays abgesegnet.

Und das, obwohl Bells Telefon das technisch schlechtere Gerät war.

So sah ein Teil des eingereichten Patents von Bell aus. (Bild: United States Patent and Trademark Office) So sah ein Teil des eingereichten Patents von Bell aus. (Bild: United States Patent and Trademark Office)

Beide Männer hatten unabhängig voneinander herausgefunden, dass Draht Schall überträgt. Bells Apparat konnte lediglich mehrere isolierte Tonlagen übermitteln, die dann von der Gegenseite aufgezeichnet wurden. Grays Fernsprecher hingegen übertrug Sprache bereits elektrisch – und war deshalb überlegen, so Welt.

Ein Patentrechtsstreit entbrannte, der auch vor Bestechung nicht Halt machte. Bell war sogar bereit, das Patent für 100.000 US-Dollar an Gray zu verkaufen (das entspricht heute etwa 2,7 Millionen US-Dollar), doch der lehnte ab. Sogar Thomas Alva Edison entwickelte daraufhin ein eigenes Telefon, wurde aber von Bells Unternehmen wegen Patentrechtsverletzung verklagt.

»Mr. Watson, kommen Sie her.«

Am 7. März 1876 erteilte das Patentamt Bell sein Telefonpatent. Der Rest ist Geschichte. Das originale Patent ist übrigens bei Google hinterlegt, wenn ihr es auch ansehen wollt.

Das erste Telefongespräch fand nur drei Tage später statt. Die ersten beiden Sätze waren von Bell an seinen Assistenten Thomas Watson gerichtet:

Mr. Watson, kommen Sie her. Ich will Sie sehen.

Dabei entstand wohl auch die Phrase »ein Gespräch halten«. Bell soll Watson den Telefonapparat mit der Aussage »Hier, halten Sie mal« gegeben haben (via Volhighspeed).

  • Nur drei Jahre später, 1879, bestanden bereits Fernsprechvermittlungseinrichtungen in 20 Städten – weltweit.
  • 1881 war jede US-amerikanische Stadt mit mehr als 15.000 Einwohnern ans Telefonnetz angeschlossen. 
  • 1885 gründete Bell den Telekommunikationskonzern AT&T.
  • Als Alexander Graham Bell 1922 starb, klingelten alle Telefone in den USA und Kanada eine Minute lang.

Übrigens hat sich Bell geweigert, ein eigenes Telefon in seinem Büro zu haben. Er betrachtete seine eigene Erfindung als störend bei der Arbeit, so On This Day.

Der Erfinder des Telefons war allerdings nicht ohne Kontroversen. So schreibt Welt, dass Bell auch mit Organisationen zusammenarbeitete, die sich gegen die »Ausweitung von defekten Rassen« aussprach. Heute lässt sich nicht mehr sagen, ob der Wissenschaftler die Ansichten teilte oder nicht. Sein weltweites Vermächtnis bleibt uns aber wohl auf alle Ewigkeit erhalten.

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