23.000 Euro, um sich 100 Tage lang in Köln einschließen zu lassen: ESA sucht passende Probanden für eine simulierte Raumstation

Die Studie möchte untersuchen, wie sich die Isolation auf einer Raumstation auf die Psyche auswirkt.

Die Studie soll das Leben auf einer Raumstation simulieren. (Bild: ESA) Die Studie soll das Leben auf einer Raumstation simulieren. (Bild: ESA)

Lange Raumfahrtmissionen sind nicht nur körperlich extrem anstrengend, sondern auch sehr fordernd für die Psyche. Die Raumfahrtagentur ESA sucht aus diesem Grund jetzt Probanden für eine Isolationsstudie, die 2026 in Köln stattfinden soll.

100 Tage auf engstem Raum mit Fremden leben

Die Kosten und die Logistik einer jeden Weltraum-Mission sind kompliziert. Jedes Gramm und jeder Zentimeter müssen möglichst effizient genutzt werden, Astronauten leben und arbeiten also auf engstem Raum mit anderen, oft fremden Menschen zusammen.

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In Zukunft könnten solche Missionen auch wieder zum Mond oder sogar zum Mars führen, was bedeutet, dass diese eingeengte Situation über mehrere Monate hinweg ausgehalten werden muss. Um zu studieren, wie sich so etwas auf die Psyche auswirkt, werden Studien auf der Erde durchgeführt.

Genau so eine ist auch »SOLIS100« von der Raumfahrtagentur ESA. Ab dem Frühjahr 2026 sollen in Köln sechs Menschen für insgesamt 100 Tage isoliert von der Außenwelt auf engem Raum zusammen leben und arbeiten.

Bis zum 12. Dezember 2025 können sich Interessierte für einen Platz in der Studie bewerben. Gesucht werden Menschen zwischen 25 und 55 Jahren. Neben körperlicher Fitness werden auch sehr gute Englischkenntnisse und ein Hochschulabschluss vorausgesetzt.

Vergütet wird die Teilnahme an der Studie mit 23.000 Euro. Der Tagesablauf ist dabei an dem echter Astronauten orientiert. Die Teilnehmer müssen also mit begrenzten Ressourcen klarkommen, als Crew zusammenarbeiten, Sport treiben und wissenschaftliche Experimente durchführen.

Erforscht werden soll dabei, wie die Teilnehmer mit der neuen Umgebung und der Trennung von ihrer Heimat und ihren Liebsten klarkommen. Bevor Astronauten tatsächlich zum Mars geschickt werden, müssen die Auswirkungen einer solchen Extremsituation auf die Gesundheit, das Verhalten und die Leistungsfähigkeit des Menschen getestet werden.

Zeitgleich wird im :envihab in Köln noch eine zweite Studie durchgeführt, die aber aus Teilnehmersicht weniger spannend sein dürfte. Dort soll nämlich untersucht werden, wie sich die Schwerelosigkeit auf die Gesundheit auswirkt.

Dafür liegen die Teilnehmer satte 60 Tage in einem Bett, das zum Kopf hin um sechs Grad nach unten geneigt ist. Dadurch werden Körperflüssigkeiten in Richtung des Kopfs verschoben, genau wie im Weltraum auch.

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