Was einer der größten Irrtümer der Geschichte mit einer modernen Erfolgsgeschichte zu tun hat

Der Ethernet-Standard verdankt seinen Namen einem Irrglauben aus dem 17. Jahrhundert.

Ethernet ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Netzwerkstandards. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert) Ethernet ist seit Jahrzehnten einer der beliebtesten Netzwerkstandards. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert)

Den Namen Ethernet dürften wohl die meisten PC- oder Router-Besitzer schon einmal gehört haben. Er bezeichnet einen Übertragungs- und Verkabelungsstandard, der von Computernetzwerken genutzt wird.

Typisch sind 1, 10, 100 Megabit/s (Fast Ethernet) sowie 1.000, 2.500, 5.000 und 10.000 Megabit/s (Gigabit-Ethernet) – es geht aber auch noch schneller.

Doch woher hat Ethernet eigentlich seinen ungewöhnlichen Namen, der, wenn man ihn schnell genug ausspricht, fast so klingt wie Internet? Die Spur führt zu einem jahrhundertealten Irrglauben.

Eine Idee aus dem 17. Jahrhundert

In Ethernet stecken das selbsterklärende net (deutsch Netz) und Ether. Ether leitet sich von Äther ab. Das ist eine hypothetische Substanz, die im ausgehenden 17. Jahrhundert von Physikern ersonnen wurde.

Sie erklärten damit, wie sich Licht ausbreitet, denn man nahm an, dass sich in einem Vakuum nichts ausbreiten kann. Mehr noch: Viele Wissenschaftler gingen davon aus, dass es in der Natur keinen leeren Raum gibt.

Äther ist in dieser Vorstellung also ein Medium wie Luft und Wasser, das nicht nur alles umgibt, sondern auch durchdringt.

Die erste vollständige Wellentheorie des Lichts (im Gegensatz zur klassischen Deutung als geradlinige Strahlen) von Christiaan Huygens basiert auf dieser Annahme. Das Licht breitet sich demnach im Äther wie eine Wasserwelle aus.

Doch der Äther erwies sich als Irrglaube. Zunächst konnte er experimentell nicht bestätigt werden, später wurde er vollständig widerlegt.

Und heute weiß man, dass sich Licht oder allgemein elektromagnetische Wellen sehr wohl im Vakuum ausbreiten.

Die Entwicklung von Ethernet

Ethernet, so wie wir es heute kennen, wurde am Xerox Palo Alto Research Center von Robert Metcalfe entwickelt.

Im Jahr 1976 veröffentlichten er und sein Mitarbeiter David Boggs einen Artikel mit dem Titel Ethernet: Distributed Packet-Switching For Local Computer Networks (deutsch Ethernet: Verteiltes Paket-Verschieben für lokale Computernetzwerke). Ein Jahr später wurde das Patent erteilt.

In den 80er-Jahren mauserte sich Ethernet zum Standard für kabelgebundene Netzwerke. Im folgenden Jahrzehnt versuchten die Unternehmen AT&T und HP einen Nachfolger zu etablieren, scheiterten jedoch, weshalb wir auch heute noch Ethernet nutzen.

Unserer Ansicht nach wäre die Bezeichnung Ethernet aber wohl passender für Funknetzwerke. Wie seht ihr das? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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