Die Feuerwehr der Zukunft ist autonom, KI-gesteuert, und kommt aus der Luft: Amerikas Plan gegen Waldbrände nimmt Form an

Mit autonomen Drohnen möchten die USA Waldbrände schneller erkennen und bekämpfen.

Mit fast 100 Litern Löschmitteln an Bord kann die Drohne autonom Feuerherde bekämpfen. (Bildquelle: Dryad Networks) Mit fast 100 Litern Löschmitteln an Bord kann die Drohne autonom Feuerherde bekämpfen. (Bildquelle: Dryad Networks)

Der Begriff »Waldbrandsaison« gehört in den USA zunehmend der Vergangenheit an. Das Feuer macht nämlich mittlerweile kaum noch eine Pause.

Weil Waldbrände Teile des Landes fast das gesamte Jahr in Atem halten, rüsten amerikanische Rettungskräfte auf. Wie das Magazin Ars Technica berichtet, wird in den Vereinigten Staaten aktuell eine neue Generation von KI-gesteuerten Feuerwehr-Drohnen entwickelt und getestet.

Die sollen künftig autonom in Krisengebieten zum Einsatz kommen, um Feuerquellen möglichst noch vor der Ausbreitung zu bekämpfen.

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Pilotprojekte in Alaska und Kalifornien

Besonders in den entlegenen, schwer zugänglichen Weiten Alaskas, wo sich Brände oft unbemerkt entwickeln können, ruhen die Hoffnungen nun auch auf Technologien aus Europa.

Wie aktuelle Pilotprojekte zeigen, kommen dort auch hochmoderne Feuerwehr-Drohnen des deutschen Start-ups »Dryad Networks« zum Einsatz, um die Tauglichkeit des Systems zu testen.

Die speziell für extreme Bedingungen entwickelte Drohne besitzt Hitzeschilde und fortschrittliche Infrarotkameras, für die selbst dichter Rauch kaum ein Hindernis darstellt.

Ihre Hauptaufgabe: In den Waldgebieten Alaskas neue Brandherde melden und damit beginnen, das Feuer einzudämmen oder zu löschen. Dies alles, oft bevor die ersten menschlichen Einsatzkräfte überhaupt am Ort des Geschehens angekommen sind.

Die Drohnen des Start-ups arbeiten dabei eng mit einem Erkennungssystem zusammen, das über an Bäumen angebrachte Sensoren Informationen zu Rauchentwicklungen verarbeitet.

Erkennt ein Sensor Rauch, wird die Information über ein drahtloses Netzwerk direkt an die nächstgelegene Station weitergeleitet. Von dort bekommt eine Überwachungs-Drohne des Unternehmens die Aufgabe, den Brand mithilfe von Infrarot- und optischen Sensoren zu lokalisieren und zu bestätigen.

Bei einer Bestätigung erfolgt der Start von Feuerwehr-Drohnen des Unternehmens, die mit bis zu 100 Litern Löschmitteln ausgestattet sind und in kugelförmigen, solarbetriebenen Pods strategisch positioniert werden können.

Laut Dryad Networks soll das System in einem Testareal von 1.000 Quadratkilometern in Alaska einen kleinen Brand innerhalb von Minuten entdeckt und direkt mit Feuerwehr-Drohnen bekämpft haben.

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In Kalifornien wurden Drohnen des dort ansässigen Start-ups Seneca getestet, die im Verband von bis zu fünf Drohnen jeweils bis zu 100 Pfund (ca. 45 Kilogramm) Löschmittel transportieren können und als Einheit agieren.

Allerdings seien sie, so Ars Technica, nur für eine Reichweite von rund 16 Kilometern ausgestattet. Feuerwehrleute sollen die Batterien der Drohnen nach Rückkehr ersetzen, sodass sie in 2 Minuten wieder einsatzbereit seien.

Beide Firmen sind unter den drei Finalisten des mit 11 Millionen Dollar dotierten XPRIZE-Wildfire-Wettkampfes an dem über 300 Systeme teilnahmen.


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Künstliche Intelligenz spielt eine Rolle

Dank KI agieren die Drohnen nicht isoliert, sondern als Schwarm, der koordiniert überwacht, erkennt und reagiert.

Erkennt eine Drohne eine Hitzequelle, berechnet das KI-System Windrichtung sowie Ausbreitungsgeschwindigkeit und fordert direkt Feuerwehr-Drohnen an. Diese können koordiniert Wasser oder chemische Löschmittel präzise abwerfen.

Da sie autonom arbeiten, können sie rund um die Uhr Dienst schieben und auch bei gefährlichen Sichtverhältnissen fliegen. Die Drohnen sollen dabei Feuerwehrleute und Einsatzkräfte nicht ersetzen, sondern sie ergänzen und unterstützen.


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