Der 22-jährige Chef einer Firma verlangt von seinen Mitarbeitern 80 Stunden pro Woche: »Wir bieten keine Work-Life-Balance«

Ende 2024 sorgte ein Twitter-Beitrag des CEOs des KI-Startups Greptile für viel Aufmerksamkeit.

Um sich im Umfeld der neuen KI-Unternehmen durchsetzen zu können, setzt ein junger Firmen-Chef in den USA auf lange Arbeitszeiten (Symbolbild: stock.adobe.com - Jadon Bpeopleimages.com) Um sich im Umfeld der neuen KI-Unternehmen durchsetzen zu können, setzt ein junger Firmen-Chef in den USA auf lange Arbeitszeiten (Symbolbild: stock.adobe.com - Jadon Bpeopleimages.com)

Kaum ein Markt dürfte derzeit so hart umkämpft sein wie das KI-Umfeld.

Das hat im November 2024 indirekt den Gründer des KI-Start-Ups Greptile Daksh Gupta zu einem offenen und viel beachteten X-Beitrag veranlasst. Darin geht es um die Arbeitsbedingungen in seiner Firma.

Die damals großen Diskussionen darum scheinen seinem in den USA beheimateten Start-Up nicht geschadet zu haben. Erst kürzlich teilte er auf X mit, dass sein Unternehmen einen neuen Umsatzmeilenstein erreicht hat.

Aber was genau brachte zuvor die Diskussionen ins Rollen?

  • In dem X-Beitrag gibt Gupta an, dass er Bewerbern im ersten Interview mitteilt, dass seine Firma keine Work-Life-Balance bietet.
  • Typische Arbeitstage starten seinen Aussagen nach um neun Uhr morgens und enden um elf Uhr abends, oftmals später. Außerdem wird an Samstagen gearbeitet und manchmal auch an Sonntagen.
  • Er betont zusätzlich, dass das Umfeld großen Stress bedeutet und dass keine schlechte Arbeit toleriert wird.
  • Weiter sagt er, dass er sich zunächst nicht wohl damit gefühlt, aber sich dann zugunsten der Transparenz doch dafür entschieden habe. Die Bewerber sollen demnach direkt Bescheid wissen und nicht am ersten Arbeitstag davon überrascht werden.

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Der CEO erklärt sich in einem Folge-Post

In Foren wie Reddit hat sich der Beitrag schnell verbreitet und Gupta sah sich durch die große Aufmerksamkeit zu einem weiteren X-Beitrag veranlasst.

Darin gibt er unter anderem an, dass diese Art des Arbeitens nicht dauerhaft so geplant sei, aber zu Beginn nötig: Die ersten ein oder zwei Jahre einer Neugründung sind wie das Erreichen der Fluchtgeschwindigkeit.

Des Weiteren seien seine Erklärungen im ersten Beitrag nicht als eine Empfehlung zu verstehen gewesen.

Umsetzbar sind solche Arbeitszeiten gleichzeitig längst nicht in jedem Land. Auch in Deutschland würde dem das geltende Arbeitsrecht entgegenstehen.

Was ist das für eine Firma und wie ist ihr Status quo?

Greptile richtet sich an Software-Unternehmen, die mit Programm-Code arbeiten.

  • Die Firma bietet Tools an, um Code mit Hilfe von KI zu analysieren und zu optimieren, was sie als ein zweites Paar Augen bezeichnet.
  • Wie der oben erwähnte X-Beitrag zu dem neuen Umsatzrekord nahelegt, scheint das Unternehmen zu wachsen, auch wenn sich die Echtheit der Aussage schwer überprüfen lässt. Laut eigenen Angaben setzen inzwischen über 1.000 Software-Teams auf ihre Lösungen.
  • Aktuell gibt es außerdem mehrere Stellenausschreibungen, unter anderem im Sales-Bereich, den Gupta laut eigenen Angaben bislang komplett alleine bewältigt. Darin heißt es auch, dass der Umsatz derzeit von Monat zu Monat jeweils um 30 Prozent steigt.
  • Momentan hat die Firma laut eigener Angaben acht fest angestellte Mitarbeiter.

Von der nicht vorhandenen Work-Life-Balance ist in den Stellenausschreibungen nicht die Rede. Aber das kann weiterhin in den Bewerbungsgesprächen der Fall sein.

Ein Geschenk für sich selbst

Den jüngsten Umsatzmeilenstein hat Gupta übrigens zum Anlass genommen, sich selbst zu beschenken: mit einem mechanischen Keyboard.

Sein Fazit dazu: Ich bedaure, euch allen mitteilen zu müssen, dass der Hype berechtigt ist und das wirklich ein riesiges Upgrade darstellt. Genau genommen handelt es sich um das Modell Nuphy Air75 mit braunen Cherry-Schaltern, das hierzulande eher unbekannt ist.

Ob es für die anderen im Büro in Anbetracht der bekanntermaßen recht hohen Lautstärke von mechanischen Tastaturen auch ein so gutes Upgrade darstellt, steht indes auf einem anderen Blatt.

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