»PCs, wie wir sie kennen, könnten tot sein« – Bekannter Hersteller zeichnet düsteres Szenario

Framework-Gründer Nirav Patel warnt in einem öffentlichen »Manifesto«: Der KI-Wettlauf um RAM, SSDs und Prozessoren könnte PCs, wie wir sie kennen, dauerhaft unbezahlbar machen.

Framework-Gründer Nirav Patel warnt, der persönliche Computer könnte in einem KI-dominierten Markt zur Auslaufware werden. (© Framework) Framework-Gründer Nirav Patel warnt, der persönliche Computer könnte in einem KI-dominierten Markt zur Auslaufware werden. (© Framework)

Ich habe dieses Unternehmen gegründet, um eine kaputte Industrie zu reparieren. Mission erfüllt? Nicht ganz. Es gibt ein sehr reales Szenario, in dem Personal Computing, so wie wir es kennen, tot ist.

So drastisch fasst Framework-Gründer und CEO Nirav Patel die Lage in einem »Manifesto« zusammen, das er anlässlich des Framework-Next-Gen-Events am 21. April 2026 in San Francisco veröffentlicht hat.

Patel beschreibt darin einen Markt, der sich strukturell verändert hat – und in dem Privatnutzer zunehmend die Verlierer sind.

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KI frisst den PC: Wie der Komponentenmarkt kippt

Der Ausgangspunkt von Patels Analyse ist hinlänglich bekannt, wurde aber bisher selten so direkt von einem CEO eines PC-Herstellers formuliert. Was 2023 als GPU-Engpass begann, hat sich laut ihm inzwischen auf RAM, SSDs und erste Anzeichen eines CPU-Mangels ausgeweitet.

Der Grund: KI-Rechenzentren von OpenAI, Microsoft, Google etc. kaufen Speicher und Chips in Mengen auf, die den Consumer-Markt schlicht überbieten.

Die cloudbasierte Rechenleistung erzielt wirtschaftlich zunehmend höhere Erträge als der persönliche Computer. Solange es Engpässe gibt, die beide betreffen, wird die Cloud immer gewinnen.

Gleichzeitig steigen laut Patel auch die Energiekosten, da Energieversorger massiv in neue Kraftwerke und Netzinfrastruktur investieren, um den enormen Strombedarf der KI-Rechenzentren zu decken. Die Kosten dafür landen letztlich auch im Chippreis.

Frameworks Gegenmodell mit Grenzen

Framework hat sich seit der Gründung 2020 als Gegenentwurf zum Mainstream-Laptop positioniert und führt modulare, reparierbare sowie aufrüstbare Geräte, bei denen Nutzer RAM, SSD, Mainboard und sogar Display selbst tauschen können.

  • Patel verweist auf sechs Jahre Unternehmensgeschichte und betont, Reparierbarkeit werde »rasch zur Norm statt zur Ausnahme – selbst Apple, ausgerechnet, hat es beim neuesten Notebook [Anm. d. Red.: Gemeint ist das MacBook Neo] angenommen«.
  • Doch dieser Ansatz stößt aktuell an Grenzen: Framework ist wie alle anderen Hersteller von denselben Komponentenlieferanten abhängig. Patel gestand öffentlich, noch keine konkreten Strategien zur Kostensenkung präsentieren zu können.

Das Unternehmen veröffentlicht seit Monaten monatliche Community-Updates zur Preisentwicklung bei RAM und SSDs.

Framework Next Gen Event: Was am 21. April kommt

Was Framework am 21. April genau vorstellen wird, hat Patel bislang nicht verraten. Die Ankündigung soll über Frameworks YouTube-Kanal gestreamt werden; Mitglieder der Framework-Community werden eingeladen, die neuen Produkte vor Ort in San Francisco auszuprobieren.

Das Manifesto selbst liest sich so als ein bewusst kreiertes Stimmungsbild vor dieser Vorstellung – gewissermaßen die aufziehenden dunklen Wolken als Kontrast zu dem, was mit ein wenig vorgeneriertem Hype folgen soll.

Patel schließt seine Ausführungen entsprechend mit einem mit Unternehmenspathos angereichertem Versprechen ab: »Egal wie unvermeidlich das KI-dominierte Szenario auch klingen mag – solange es einen Menschen gibt, der noch seinen eigenen Rechner besitzen will, werden wir hier sein, um die Hardware dafür zu bauen.«

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