Wenn es um Kameras geht, zählt für mich nicht die Zahl der Megapixel oder die beste Bildqualität, sondern allein das Gefühl, ob mir ein Bild am Ende zusagt.
So habe ich mir im vergangenen Jahr beispielsweise eine Fujifilm X100T aus dem Jahr 2013 gekauft, weil mir das Bildrauschen und die Farbwerte der Kamera besonders gut gefallen haben. Aber auch bei Spaß-Kameras bin ich immer abzuholen – etwa der Kodak Chamera, die Linh neulich vorgestellt hat.
Vor kurzem habe ich von der Flashback-App von Epilogue erfahren. Die App holt die charmante Bildqualität der Gameboy-Kamera auf das Smartphone. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie lange es gedauert hat, bis die Anwendung auf meinem Smartphone installiert war. Richtig, nicht sehr lange.
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Ich habe die für mich beste Videokamera getestet und will nie wieder zurück
Die originale Gameboy-Kamera war ein Gamechanger
Falls ihr nicht genau wisst, was die Gameboy-Kamera eigentlich ist: keine Sorge – ich kenne einige, die noch nie von dem Gadget gehört haben. Das kleine Modul erschien ursprünglich im Jahr 1998 und ist eine Kamera, die direkt an den Nintendo Game Boy angeschlossen wird.
Mit dem Zubehör könnt ihr Fotos aufnehmen und diese auf eine spaßige sowie einfache Art bearbeiten. Auch wenn die Qualität der Bilder an moderne QR-Codes erinnert. Nach heutigen Maßstäben ist die Bildqualität absolut furchtbar, und selbst zum damaligen Release war sie technisch nicht gerade ein Meisterwerk.
Die Gameboy-Kamera besitzt eine Auflösung von winzigen 128 x 112 Pixeln. Das entspricht umgerechnet etwa 0,014 Megapixeln. Zudem kann sie keine Farbfotos aufnehmen, sondern wandelt sämtliche Motive in vier simple Graustufen um.
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| Kenngröße | Details |
|---|---|
| Farben | 4 Graustufen |
| Auflösung | 128 × 112 (0,014 Megapixel) |
| Beleuchtungsbereich | 1 lx – 10000 lx |
| Belichtungszeit | 16 μs – 1 s |
| Bildfrequenz | 10 fps – 30 fps |
Im Aufnahmemodus der Gameboy-Kamera lässt sich lediglich die Helligkeit und der Kontrast anpassen. Das war es dann aber auch schon. Besonders cool und seiner Zeit voraus ist allerdings, dass sich das Kameragelenk am Kopf um 180 Grad drehen lässt.
So konnten schon zum Release im Jahr 1998 waschechte Selfies aufgenommen werden – lange bevor der Begriff populär wurde.
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Als zusätzliches Zubehör bot Nintendo damals außerdem den Game Boy Printer an. Mit diesem lassen sich die pixeligen Bilder auf Thermopapier ausdrucken. Heute ist das Gadget eher schwer zu bekommen, da die Produktion – ähnlich wie bei der Kamera selbst – um 2003 eingestellt wurde.
Mittlerweile sind bei beiden Gadgets viele defekte Geräte im Umlauf. Besonders günstig ist die Retro-Technik außerdem nicht. So bekommt ihr die Kamera in der Regel ab etwa 50 Euro pro Gerät und einen funktionierenden Drucker erst ab 100 Euro.
Epilogues Flashback-App bringt den Look auf das Smartphone
Sollte euch der Preis für die Retro-Technik zu hoch sein, könnt ihr euch freuen, denn die Epilogue-Flashback-App macht die Original-Hardware überflüssig und speichert die Bilder direkt digital. Das ist jedoch bei weitem noch nicht alles, denn die Anwendung bringt noch ein paar nützliche Features mit.
Die Bedienung ist ziemlich unkompliziert: Ihr installiert das Programm und landet direkt in einer Fotovorschau mit extrem niedriger Auflösung. Hier findet ihr diverse Farbfilter und Anpassungsmöglichkeiten, um das Beste aus der pixeligen Retro-Kamera-Optik rauszuholen.
Die Anwendung bietet euch hierfür zahlreiche Optionen. Etwa zum Anpassen der Verschlusszeit oder dem Ändern der Belichtungseinstellungen. Auch Schärfe und Filmkörnung lassen sich nach euren Vorlieben einstellen.
Ein massives Upgrade zur Vorlage von Nintendo ist der Videomodus, mit dem ihr ganze Clips aufnehmen könnt. Ansonsten bietet das Programm aber genau das gleiche simple Erlebnis wie der Klassiker.
Direkter Vergleich: Gameboy-Kamera gegen Smartphone-App
Damit ihr einen Vergleichswert habt, habe ich für euch die exakt gleichen Motive einmal mit meiner Gameboy-Kamera und einmal über Flashback auf meinem Smartphone aufgenommen.
Das Ergebnis weicht leicht ab, da die App die Belichtung automatisch anpasst und mit ihren Voreinstellungen immer ein klareres Bild liefert. Das kann bei Bedarf aber angepasst werden und liefert einen nahezu identischen Look.
Mein Fazit: Eine gelungene Zeitreise für die Hosentasche
Das Fotografieren mit der Handy-App macht unglaublich viel Spaß und ist im Alltag deutlich angenehmer als mit der originalen Gameboy-Kamera. Alleine schon, weil das Handy im Gegensatz zum Game Boy ein beleuchtetes Display hat.
Auch wenn die Bilder am Smartphone ein bisschen vom originalen Charme abweichen, bekommt ihr mit der App kostenlos den Look des Retro-Nintendo-Gadgets auf euer Handy – meine Fotoergebnisse sprechen absolut für sich.
Die Flashback-App ist für mich die perfekte Möglichkeit, um den pixeligen Charme meiner Kindheit am Handy aufleben zu lassen. Es macht einfach unglaublich viel Spaß, alltägliche Motive in diesem völlig reduzierten Look festzuhalten.
Zum Abschluss habe ich noch einen kleinen Fun Fact für euch: Zum Zeitpunkt ihres Erscheinens war die Gameboy-Kamera die günstigste Digitalkamera der Welt. Dieser Meilenstein wurde im Jahr 1999 sogar hochoffiziell im Guinness-Buch der Rekorde verbürgt.
Ihr könnt euch die App kostenlos für Android über den Google Play Store herunterladen, und auch für Apples iOS ist sie verfügbar. Da sie keinen einzigen Cent kostet, kann ich euch nur empfehlen, ihr eine Chance zu geben. Vielleicht seid ihr ja ähnlich begeistert wie ich – auch wenn ihr das Gerät nicht aus eurer Kindheit kennt.



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