Ihr habt den Eindruck, dass die Akkulaufzeit eures Gaming-Headsets weit hinter der Herstellerangabe zurückbleibt?
- Zum einen liegt das daran, dass Headset-Produzenten die Laufzeiten unter selbst definierten Einstellungen angeben.
- Zum anderen beeinflusst auch eure individuelle Nutzung, wie lange der Akku hält.
Doch es gibt einige allgemein wichtige Akkufresser, die die Laufzeit eures Headsets drastisch reduzieren können. Wenn ihr die maximale Laufzeit aus eurem Gaming-Headset herausholen wollt, solltet ihr vor allem auf diese Faktoren achten:
1. RGB-Beleuchtung
Den größten Unterschied macht RGB-Beleuchtung. Das bunte Leuchten an den Ohrmuscheln mag für manche Spielerinnen und Spieler zwar hübsch aussehen, eingeschaltet ist es aber der Energiefresser Nummer 1. RGB kann die Akkulaufzeit um 30 bis 50 Prozent senken.
Wer sich selbst beim Spielen nicht sieht und auch sonst niemanden mit der Beleuchtung erfreuen möchte (Streamer beispielsweise), sollte das Licht einfach ausschalten, um den größten Akkukiller aus dem Spiel zu nehmen. Ein Headset, das mit Licht 20 Stunden hält, schafft ohne oft über 40 Stunden.
2. ANC (Active Noise Cancellation)
Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) benötigt viel Rechenleistung. Eingeschaltetes ANC verkürzt die Laufzeit meist um 20 bis 25 Prozent.
Bei kabellosen Headsets kann es sich also lohnen, es nur einzuschalten, wenn die Umgebung auch tatsächlich laut ist und nicht standardmäßig, wie manche es tun. In ruhigen Zimmern bringt die Geräuschunterdrückung kaum Mehrwert, verbraucht aber viel Strom.
3. Lautstärke
Es klingt logisch, wird aber oft unterschätzt: Je lauter ihr mit eurem Gaming-Headset hört, desto schneller wird euer Akku leer. Um die Lautsprechermembranen stärker schwingen zu lassen, wird mehr Energie benötigt.
Eine hohe Lautstärke schadet also nicht nur potenziell eurem Gehör, sondern senkt die Laufzeit des Akkus um ungefähr 25 bis 30 Prozent. Eine moderate Lautstärke schont im Umkehrschluss nicht nur den Akku, sondern auch eure Ohren.
0:30
Neues Logitech-Headset soll ein besseres Mikro und mehr Akku bieten: Das ist das G522 Lightspeed
4. Verbindungsart
Kabellose Gaming-Headsets bieten oft zwei Verbindungsarten; Bluetooth und 2,4-GHz-Funk. Der 2,4-GHz-Modus (mit USB-Dongle) liefert die beste Performance, verbraucht aber mehr Energie als Bluetooth.
Im Bluetooth-Modus halten viele Headsets deutlich länger (bis zu 40 Prozent).
Wer einfach nur Musik hören möchte oder in einem ruhigen Einzelspieler seine Zeit verbringt, ist weniger auf eine absolut stabile und verzögerungsfreie Verbindung angewiesen. Bluetooth reicht hierfür locker aus. Wer kompetitiv spielt, kann sein Gaming-Headset vorher wieder auf den Funk-Dongle umstellen.
5. Zusätzliche Funktionen und Features
Software-Spielereien wie Headtracking, virtueller Surround-Sound (7.1), dominante Equalizer-Einstellungen (starker Bass-Boost) oder Voice-Monitoring (ihr hört euch selbst im Kopfhörer) benötigen mehr Leistung im Headset.
Einzelne Features für sich allein genommen, nehmen dem Akku nicht viel Laufzeit weg. Dennoch beansprucht jede aktive Zusatzfunktion ein paar Prozent der Laufzeit. Das summiert sich.
Oft sind in der Software standardmäßig einige eher überflüssige Funktionen aktiviert. Was nicht benötigt wird oder kaum einen Mehrwert für das Hörerlebnis bringt, kann zugunsten der Akkulaufzeit abgeschaltet werden.
Akkulaufzeiten richtig einschätzen
Wer vorhat, sich ein neues Gaming-Headset (Kaufberatung) zuzulegen, sollte nicht bloß nach der vom Hersteller angegebenen Stundenanzahl schauen. Er oder sie sollte auch prüfen, unter welchen Rahmenbedingungen die Angaben entstanden sind.
Wenn dort beispielsweise bloß der Bluetooth-Betrieb ohne Beleuchtung angegeben ist, könnt ihr euch in etwa ausmalen, wie die Akkulaufzeit mit 2,4-GHz-Funk und mit Lichtshow einzuschätzen ist. Fragt im Zweifelsfall beim Händler nach, wenn ihr nicht genug Informationen finden könnt.
Zusammenfassend: Wer sein kabelloses Gaming-Headset ohne RGB-Beleuchtung, ohne ANC und auf einer mittleren Lautstärke im Bluetooth-Betrieb benutzt, holt am meisten aus dem Akku heraus.








Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.