Fazit der Redaktion
Peter Bathge
Jetzt weiß ich wieder, was mir sieben Jahre gefehlt hat: Es mag viele Deckungs-Shooter geben, aber ein neues Gears of War ist immer etwas Besonderes. Ich liebe es, mit meiner Kombo aus Scharfschützengewehr und Schrotflinte durch Feinde zu pflügen, während die satten Treffereffekte auf mich einprasseln. Die Atmosphäre ist grandios, ich fühle mich wirklich Teil dieser heillos überforderten Schar von Verteidigern, die einen aussichtslosen Kampf gegen einen endlich wieder bedrohlichen Feind führen.
E-Day sieht spektakulär aus und schleift die altbewährte Formel zu einem herausragenden Action-Spektakel. Seine größten Stärken entfaltet das Prequel in den packenden, linear designten Passagen. Ohne die Hub-Areale mit den überflüssigen Nebenmissionen wäre es ein noch besseres Spiel. Doch auch so sind das grandiose Gunplay, die mitreißende Präsentation und die vorbildliche PC-Performance in meinen Augen eine dicke Empfehlung wert.
Heiko Klinge
Ich will’s nicht beschwören, aber ich glaube, beim Spielen von Gears of War sind mir mindestens drei Brusthaare gewachsen. E-Day besinnt sich voll und ganz auf die Wurzeln der Serie und die lauten nun mal: Dicke Typen in dicken Rüstungen ballern mit dicken Wummen auf dicke Monster. Subtilität oder Innovationen gibt’s woanders.
Aber wen juckt das schon, wenn die Action dermaßen zum Anbeißen aussieht!? The Coalition brennt hier ein optisches Feuerwerk ab, das wirklich alles aus meinem Gaming-PC rausholt. Das hebt Gears of War nicht nur grafisch auf ein neues Niveau, sondern bringt auch mehr Dynamik ins Geballer. Denn weil so viel in E-Day zu Bruch geht, muss ich wesentlich häufiger die Position oder die Waffe wechseln. Dabei vergisst Gears allerdings nie seine Wurzeln als eher gemächlicher Deckungs-Shooter. Was mir persönlich einfach viel näher liegt als das hektische Hin und Her eines Halo oder Call of Duty.
Dass die Kampagne trotz einiger größerer Level auf das Open-World-Füllmaterial des Vorgängers verzichtet, halte ich für genau die richtige Entscheidung. Denn The Coalition nutzen das fokussiertere Leveldesign für einige der besten Set Pieces der Seriengeschichte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Hier gibt’s von der ersten bis zur letzten Sekunde der rund 14 Stunden langen Kampagne volles Pfund auf die Zwölf.
Gears of War 2 bleibt zwar mein Favorit, weil es noch etwas abwechslungsreicher und epischer war, aber E-Day landet mit seiner Rückbesinnung aufs Wesentliche auf einem beachtlichen zweiten Platz und bringt zurück, warum ich mich einst in die Shooter-Serie verliebt habe.
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